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Spinnen-Hormone und andere Katastrophen
Kultur 1 2 Min. 06.07.2019

Spinnen-Hormone und andere Katastrophen

In Schwarz kennt man Spider-Man nicht: Doch auf einer Studienreise nach Europa muss Peter Parker improvisieren, um bei der Rettung der Welt mitzuhelfen.

Spinnen-Hormone und andere Katastrophen

In Schwarz kennt man Spider-Man nicht: Doch auf einer Studienreise nach Europa muss Peter Parker improvisieren, um bei der Rettung der Welt mitzuhelfen.
Foto: Marvel Studios/Columbia Pictures
Kultur 1 2 Min. 06.07.2019

Spinnen-Hormone und andere Katastrophen

Vesna ANDONOVIC
Vesna ANDONOVIC
„Spider-Man: Far from Home“ liefert ab, was er verspricht und bietet gewohnt gekonnt inszenierte Popcorn-Unterhaltung mit genügend Witz. Auch im neuen Marvel-Opus sorgen ausladende Spezialeffekte für einen kurzweiligen Rhythmus, der das Publikum stetig bei der Stange hält.

Es besteht zwar kein kausaler Zusammenhang zwischen seinen aufflackernden Gefühlen für Klassenkameradin MJ und der Tatsache, dass Peter Parker als Spider-Man das verführerische „kleine Schwarze“ auspackt, aber passend zu der doppelten Herausforderung, MJs Herz zu erobern und die Welt zu retten, der der Spinnenmann sich diesmal stellen muss, wäre es durchaus.

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Vor allem entspräche es auch dem erfrischend-jugendlichen Humor, den der neue Film um den jüngsten Avengers-Helden an den Tag legt und der sich bereits in der ersten Einstellung zeigt: der Übergang von der Columbia-Pictures-Fackelfrau zur mexikanischen Muttergottesstaue ist nämlich fließend.

Tom Holland zum Fünften

Sogleich kann der Zuschauer dann auch aufatmen. Denn „Spider-Man: Far from Home“ liefert ab, was er verspricht: gewohnt gekonnt inszenierte Popcorn-Unterhaltung mit genügend Witz – und, dank einer gewissen Vielschichtigkeit, die dem latenten Versuch geschuldet ist, das Phänomen „Fake News“ zu thematisieren, einen Hauch von Tiefgang, sodass sie auch einem etwas kritischeren Publikum bekömmlich ist. Die Klimaanlage des Kinos als Vorwand, um sich den Film anzusehen, braucht es nicht.


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Plötzlich ein Superstar, weil die Welt die Beatles vergessen hat: „Yesterday“ von Oscar-Preisträger Danny Boyle ist eine Liebeserklärung an die Beatles und ein Glaubensbekenntnis an das Gute.

Jedes Ende ist bekanntlich immer auch ein Anfang: Nachdem in „Avengers: Endgame“ ein „Last stand“ der geballten Superhelden gegen Thanatos der kollektive Höhepunkt der Marvel-Verfilmungen war, geht die Saga der Superhelden nun also wieder individuell weiter. Als erster ist Peter Parker dran, der 16-jährige Teenager aus Queens im vollen Pubertätshormonschub und in seiner Freizeit nette Nachbarschaftssuperheld Spider-Man. Gespielt wird er zum fünften Mal von Tom Holland. 

Der Brite, Jahrgang 1996, der erstmals 2016 in „Captain America: Civil War“ das Kostüm des Spinnenmannes überzog, macht zwar auf der Leinwand eine gute Figur, ist für Marvel-Fans aber zuweilen ein unverzeihlicher Spielverderber, denn er spoilert regelmäßig, u. a. per Instagram den Titel des neuen Spider-Man-Films oder in der „Graham Norton Show“ eine der wichtigsten Erzählwendungen von „Avengers: Endgame“.


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Dass Holland im richtigen Leben eine Spinnenphobie hat, hindert ihn aber nicht daran, auf der großen Leinwand in seinem vierten Film auch in der Rolle die notwendige Leichtfertigkeit mit einzubringen, die macht, dass der 23-Jährige glaubhaft als Teenager durchgeht.

Postkarten-Klassenfahrt quer durch Europa

Diesmal ist der junge Mann auf Klassenfahrt quer durch ein pittoreskes So-sehen-die-USA-das-Postkarten-Europa – von Venedig über Prag nach London – und hat sich ein großes Ziel gesetzt: seiner Mitschülerin MJ (Zendaya) seine Gefühle zu offenbaren. Leider kommen ihm dabei böse Mächte in die Quere. Im Superheldenneuzugang Mysterio alias Quentin Beck (Jake Gyllenhaal) findet er einen Verbündeten. Doch dann ist plötzlich nichts mehr, wie es scheint und Peter muss ein Stückweit erwachsene Verantwortung übernehmen ...

Auch im neuen Marvel-Opus sorgen ausladende Spezialeffekte für einen kurzweiligen Rhythmus, der das Publikum stetig bei der Stange hält. Dass selbst die Bösen etwas liebenswert rüberkommen, ist ihrem Underdog-Sympathiebonus geschuldet, den die Drehbuchautoren Chris McKenna und Erik Sommers ihnen vorab mit auf den Weg geben. Erwachsen-kritische Töne bezüglich der (Selbst-)Inszenierung sind dabei latent spürbar und machen aus „Spider-Man: Far from Home“ die perfekte Sommerunterhaltung für alle.  


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