Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Sieben George-Harrison-Songs, die bleiben
Kultur 8 4 Min. 29.11.2021
Zum 20. Todestag

Sieben George-Harrison-Songs, die bleiben

George Harrison im Jahr 1971
Zum 20. Todestag

Sieben George-Harrison-Songs, die bleiben

George Harrison im Jahr 1971
Archivfoto: AP
Kultur 8 4 Min. 29.11.2021
Zum 20. Todestag

Sieben George-Harrison-Songs, die bleiben

Tom RÜDELL
Tom RÜDELL
Am 29. November 2001 starb George Harrison an Krebs. Er wurde 58 Jahre alt. Neben Lennon/McCartney oft nur "der dritte Beatle", hinterließ er trotzdem ein spannendes Gesamtwerk.

Am 29. November 2001 erschütterte die Nachricht vom Tode George Harrisons die Popwelt. Der jüngste Beatle war an den Folgen einer Lungenkrebserkrankung gestorben, nachdem bereits 1997 Kehlkopfkrebs bei ihm diagnostiziert worden war - eine Folge jahrzehntelangen starken Tabakkonsums. Harrison wurde 58 Jahre alt. 

Hinter dem legendären Duo John Lennon und Paul McCartney spielte George Harrison als „der stille Beatle“ oft nur die sprichwörtliche zweite Geige. „Der mit dem ausdruckslosen Gesicht zwischen John und Paul“ nannte ihn einmal der Begleittext einer in den USA erschienen Beatles-LP. 


x
Ein Luxemburger auf den Spuren der Beatles
Arbeiten, wo andere berühmt werden - Physiotherapeut Patrick Mordiconi behandelt in den Abbey Road Studios in London die Stars der Musikszene.

Das war zwar faktisch zutreffend, unterschätzte Harrison aber gleichzeitig maßlos: Er war nicht nur der bessere Gitarrist als Lennon/Cartney, sondern auch ein absolut ernstzunehmender Songwriter, was er mit insgesamt 22 Kompositionen für die Beatles und zahlreichen weiteren als Solokünstler unter Beweis stellte. Und er war derjenige, der den Horizont der Beatles mit seinem Interesse für indische Spiritualität und die entsprechenden Klangwelten massiv erweiterte. 1965 konvertierte Harrison zum Hinduismus, er brachte die Sitarklänge in den Beatles-Sound ein, auf sein Betreiben gingen die Beatles 1968 nach Indien und kamen mit zahlreichen Songideen zurück. 

Genervt von der „Nebenrolle“, die ihm medial zugeschrieben wurde, war er der erste Beatle, der Soloalben aufnahm. Und auch der erste, der aus dem Bandgefüge ausbrach, im Januar 1969 verließ er die Band für zwölf Tage. Im Frühjahr 1970 kam es zum endgültigen Beatles-Split, Harrison veröffentlichte im November des gleichen Jahres „All Things Must Pass“, das erste Tripel-Album der Popgeschichte mit zahlreichen Songs, die über die Jahre hinter Lennon/McCartney hatten zurückstehen müssen. Es war das kommerziell erfolgreichste Solowerk eines der „Fab Four“. Kurz vor seinem Tod 2001 erschien die überarbeitete Fassung. 

Und bis in die frühen 1990er hinein lieferte Harrison Qualität, die sich zudem blendend verkaufte - ob mit seinem Album „Cloud Nine“ von 1987 oder der hochprominenten All-Star-Band „The Traveling Wilburys“ mit Roy Orbison, Jeff Lynne, Tom Petty und Bob Dylan.

Sieben Harrison-Songs, die bleiben 

1. Here Comes The Sun

Als Harrison 1969 keine Lust hatte, zu einem Meeting mit der Beatles-Plattenfirma AppleMusic zu gehen, „versteckte“ er sich auf dem Landsitz seines Freundes Eric Clapton und schrieb dort einen der bekanntesten Beatles-Songs. „Here Comes The Sun“ schaffte es auf „Abbey Road“ und ist bis heute der meistgestreamte Beatles-Song auf der Plattform Spotify.

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.

2. Something

Ebenfalls auf „Abbey Road“ (1969), markiert „Something“ Harrisons Durchbruch in seiner Akzeptanz als Songwriter neben seinen beiden prominenten Kollegen Lennon und McCartney. Das Zitat, wonach „Something“ das beste Liebeslied der Popgeschichte sei, wird wechselweise Elton John, Frank Sinatra oder Elvis zugeschrieben. Mit über 150 Künstlern, die den Song bereits im Repertoire hatten, ist die Ballade nach „Yesterday“ der Beatles-Song, der am zweithäufigsten gecovert wurde.   

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.

3. Within You, Without You

Harrisons erster Tauchgang in die indische Harmonielehre und Instrumentierung. Der Song entstand im Londoner Haus von Klaus Voormann, einem der ältesten Freunde der Band noch aus Hamburger Star-Club-Zeiten.   

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.

4. Wah-Wah

Die Kollegen mäkeln dauernd an einem rum, einer bringt ständig seine neue Freundin zur Studiosession mit und kümmert sich ansonsten nicht wirklich ums gemeinsame Projekt. Das unter anderem deswegen nicht voran geht. Aus dieser bedrückenden Gemengelage bricht Harrison im Januar 1969 aus. „Wah-Wah“ ist das Dokument dieses Ausbruchs - aus dem musikalischen wie menschlichen Korsett der Beatles. Eine von Phil Spector spektakulär dicht produzierte Kakophonie. 

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.

5. My Sweet Lord

Als er es einmal „raus“ geschafft hatte, verlor Harrison keine Zeit, seinen ehemaligen Kollegen zu zeigen, was er konnte: „My Sweet Lord“ vom Tripelalbum „All Things Must Pass“ war die meistverkaufte Single des Jahres 1971. Er gewann damit das Rennen der Ex-Beatles um Hitparadenplatz 1. Ein paar Jahre später gab es lizenrechtlichen Ärger - ein Gericht befand aufgrund allzugroßer Ähnlichkeit mit dem Titel „He's so fine“ der Girlband The Chiffons, Harrison habe „unterbewusst plagiiert“.  

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.

6. She's My Baby

Eine Allstar-Band, wie sie im Buche steht, das waren The Traveling Wilburys mit Harrison, Roy Orbison (bis zu dessen Tod 1988), Tom Petty, Jeff Lynne (ELO) und Bob Dylan. „She's My Baby“ ist eine dreckige, auf höchstem Niveau aus dem Ärmel geschüttelte Boogie-Nummer mit reichlich Selbstironie - eine Facette, die Harrison selten zeigte, dann aber richtig. 

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.

7. Stuck inside a cloud

Das Testament eines schwer kranken Mannes: „Stuck Inside A Cloud“ ist Teil des 2002 posthum erschienen Albums „Brainwashed“, das Harrison über Jahre verteilt aufnahm und doch nie fertigstellte. Als ihm klar war, dass er nicht mehr lange zu leben hatte, intensivierte er die Arbeiten; das endgültige Album stellte dann aber erst sein Sohn Dhani zusammen mit Jeff Lynne fertig.

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.

Bonus: Got My Mind Set On You 

Harrison war der erste der Ex-Beatles mit einem Nummer-1-Hit in den USA - und er war mit „Got My Mind Set On You“ auch der letzte. Das dazugehörige Album „Cloud Nine“ war 1987 sein Comeback nach einer fünfjährigen Pause. Mit dem Song geht Harrison weit zurück - das Original von Jeff Ray hatte er zum ersten Mal 1963 gehört, als er seine Schwester in den USA besuchte. 

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.


Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

"King of the Delta Blues Singers"
1961 erschien eine Sammlung von Robert Johnsons Blues-Songs. Ohne sie hätte es die Rolling Stones nicht gegeben - und das meiste, was danach kam.
Mit den Beatles prägte er die Pop-Kultur wie kaum ein anderer: John Lennon. Er heiratete die Künstlerin Yoko Ono, machte eine Solo-Karriere und warb für den Weltfrieden. Vor 40 Jahren wurde er erschossen.
Sieben Tage verbrachten John Lennon und seine Frau Yoko Ono 1971 in einem Hotelbett in Amsterdam - eine viel beachtete symbolische Aktion für den Weltfrieden.
50 Jahre "Sergeant Pepper"
Als die Beatles aus der Tretmühle ausstiegen, gelang ihnen 1967 mit „Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band" der große Wurf, eine Neuerfindung des Pop-Genres.
Die Beatles und ihre "Gäste" auf dem Plattencover von "Sgt. Peppers Lonely Hearts Club Band".