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Servais-Preis 2021 geht an die Dichterin Ulrike Bail
Kultur 26.04.2021

Servais-Preis 2021 geht an die Dichterin Ulrike Bail

Ulrike Bail, Gewinnerin des diesjährigen Servais-Preises

Servais-Preis 2021 geht an die Dichterin Ulrike Bail

Ulrike Bail, Gewinnerin des diesjährigen Servais-Preises
Foto: Rick Maria Nüssler
Kultur 26.04.2021

Servais-Preis 2021 geht an die Dichterin Ulrike Bail

Mit "wie viele faden tief" greift die Lyrikerin die Nähkunst als poetisches und kulturgeschichtliches Konzept auf und überzeugt damit die Jury.

(mt) - Die Servais-Stiftung vergibt den Servais-Preis 2021 an Ulrike Bail für den im Conte Verlag erschienenen Lyrikband „wie viele faden tief“. Das gab die Stiftung am Montagmorgen in einer Pressemitteilung bekannt.

Apparatur, Zubehör, Stichtechniken und Stoffe fungieren als Auslöser der enzyklopädischen und sinnlichen Bildvielfalt.

Die Jury in ihrer Begründung

In der Begründung der Jury wird stellvertretend für den Esprit dieses Lyrikbandes eines der 50 Gedichte zitiert, das mit „im nahtschatten geschichten erzählen“ beginnt. Dies könne als repräsentativ für das Konzept dieses Buches gesehen werden, das auf dem Nähen als künstlerischem Prinzip zugrunde liegt: "Die Idee, die Nähkunst als poetisches und kulturgeschichtliches Konzept aufzugreifen und aus ihr heraus neue, unerwartete Verbindungen zur Alltagswelt herzustellen, macht die Originalität dieses Bandes aus. Apparatur, Zubehör, Stichtechniken und Stoffe fungieren als Auslöser der enzyklopädischen und sinnlichen Bildvielfalt, bei der das Nähen mit Themen wie Natur, Vogelwelt, Geschichte, Zeit, Leben und Tod zusammengefügt wird."

Kühnheit dichterischer Sprache

Die Jury zeigt sich auch beeindruckt über die überraschenden und deswegen umso ausdrucksstärkeren Formulierungen und Satzsequenzen, die durch die Collagen zu einigen Gedichten am Ende des Bandes eindrucksvoll veranschaulicht werden. Die Jury hebt ebenfalls die Kühnheit der dichterischen Sprache hervor, die, „von konventioneller Form und Syntax losgelöst, das Material ist, womit nicht nur die Autorin, sondern auch die Leser.innen aufgefordert werden, eigene Sinnverschiebungen und Neubildungen zu schaffen.“

Mit ihrem Gedichtband „statt einer ankunft“, der ebenfalls im Conte Verlag erscheinen wird, hat Ulrike Bail zuletzt auch den Nationalen Literaturpreis gewonnen.

Der Servais-Preis wird seit 1992 jährlich auf Vorschlag einer unabhängigen Jury für das bedeutendste literarische Werk vergeben, das im Vorjahr erschienen ist. Die Jury des Prix Servais 2021 setzte sich zusammen aus Simone Beck, Jeanne E. Glesener (Präsidentin), Odile Linden, Claude Mangen, Pierre Marson, Alex Reuter, Shari Schenten, Aimée Schultz und Sebastian Thiltges.

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