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Serie „I am the Night“ als Hommage an die Sixties
Kultur 1 3 Min. 24.03.2019

Serie „I am the Night“ als Hommage an die Sixties

Fauna (India Eisley) und Jay (Chris Pine) nähern sich düsteren Geheimnissen um Faunas wahre Eltern und den Mordfall „Black Dahlia“.

Serie „I am the Night“ als Hommage an die Sixties

Fauna (India Eisley) und Jay (Chris Pine) nähern sich düsteren Geheimnissen um Faunas wahre Eltern und den Mordfall „Black Dahlia“.
Foto: Clay Enos/Turner Entertainment Networks
Kultur 1 3 Min. 24.03.2019

Serie „I am the Night“ als Hommage an die Sixties

Teenager Fauna macht sich auf die Suche nach den leiblichen Eltern und gerät dabei immer tiefer in den großstädtischen Sumpf aus Kriminalität und Intrigen - und ziemlich nah an den bis heute ungeklärten Mordfall „Black Dahlia“. Die Ausstattung von „I am the Night“ lässt die Swinging Sixties in liebevollen Details und opulenten Bildern auferstehen.

Von Kathrin Koutrakos - Eine düstere Geschichte, erzählt in den knalligen Farben des Flower-Power-Jahrzehnts: „I am the Night“ ist Thriller-Unterhaltung auf hohem Niveau auf der Basis einer unglaublichen, aber wahren Geschichte. 

Diese Figuren lieben, kämpfen, töten und verzweifeln so menschlich, dass es fast eine Freude wäre, ihnen dabei zuzusehen – wäre die Geschichte dahinter nicht so tragisch.

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Dass mit Teenagerin Patricia (India Eisley) etwas nicht stimmen kann, ist sowohl dem Zuschauer als auch den Nebenfiguren der Protagonistin klar: Die Schülerin mit kalkweißer Haut und blauen Augen wächst als Adoptivtochter der schwarzen Jimmy Lee Greenwade (Golden Brooks) auf und hält sich mit herrlich naiver Selbstverständlichkeit für ein Mitglied der schwarzen Community. 

Sie würde mit den Jahren schon „nachdunkeln“, habe ihre Adoptivmutter sich in frühen Jahren gesagt, schließlich sei ihr Vater zwar weiß, ihre Mutter jedoch farbig gewesen – mehr wisse man leider nicht. 

Verwickelt in „Black Dahlia“-Mordfall 

An ihrem Selbstbild zweifelt die Patricia erst, als sie nach einem Streit mit ihrer betrunkenen Adoptivmutter ihre Geburtsurkunde in Händen hält: Hier ist nicht nur der Name ihrer leiblichen Mutter, sondern auch ihr eigener Geburtsname vermerkt: Fauna Hodel. Rasend vor Enttäuschung über die Lügen macht sie sich auf nach Los Angeles, um ihre biologische Familie zu finden. 

L.A. erweist sich als gefährliches Pflaster. Die Geschichte basiert übrigens auf einer wahren Begebenheit.
L.A. erweist sich als gefährliches Pflaster. Die Geschichte basiert übrigens auf einer wahren Begebenheit.
Foto: Clay Enos/Turner Entertainment Networks

Auf dieser Mission gerät Fauna immer tiefer in den großstädtischen Sumpf aus Kriminalität und Intrigen, in deren Zentrum ihr leiblicher Großvater, der berüchtigte und skrupellose Gynäkologe George Hodel (Jefferson Mays), eine illegale Abtreibungsklinik und der bis heute ungeklärte Mordfall „Black Dahlia“ stehen. 

Mindestens zwei Dinge sind bemerkenswert an dieser sechsteiligen Miniserie: So unglaublich die Wendungen der Geschichte scheinen mögen – zumindest der Handlungsstrang um die adoptierte Fauna Hodel beruht auf einer wahren Begebenheit: Hodel hat ihre Lebensgeschichte in den Memoiren „One Day She'll Darken“ aufgeschrieben und damit die Grundlage für die Serie gelegt. Die Ausstrahlung erlebte sie allerdings nicht mehr: Sie starb 2017 im Alter von 66 Jahren.

Die Absurdität des Rassismus

Bemerkenswert sind darüber hinaus die Machart und Ästhetik, für die die Serienmacher Patty Jenkins und Sam Sheridan sich entschieden haben: Nicht nur die Ausstattung lässt die Swinging Sixties in liebevollen Details und opulenten Bildern auferstehen – Ford Mustangs kreuzen die Straßen, Frauen tragen das Haar adrett toupiert und die Detektive Slim-Fit-Anzüge mit schmalen Krawatten. 


Kultur- Bad Banks, season 2, filmset, Marc Limpach, Désirée Nosbuch, Larisa Faber, Mai Duong Kieu, Foto: Chris Karaba/Luxemburger Wort
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Es geht um Banken, Biester und Billionen. Die zweite Staffel der deutsch-luxemburgischen Serienproduktion „Bad Banks“ wird derzeit gedreht. Am Filmset in Luxemburg gewährten die Produzenten Blicke hinter die Kulissen.

Die ganze Serie ist als Hommage an den Film des amerikanischen Mid-Century angelegt: Großaufnahmen schreckgeweiteter Augen, Verfolgungsjagden mit quietschenden Reifen und markig-lässige Kerle, die mit dem Ende des 20. Jahrhunderts ebenfalls aus Filmen und Serien verschwunden zu sein scheinen, alles reichlich garniert mit an Hitchcock angelehnten Suspense-Momenten. 

Überhaupt sind es die Figuren, die dem teilweise komplexen Plot Leben und Haptik verleihen: Der gebrochene Journalist Jay Singletary (Chris Pine), der ohne Rücksicht auf Verluste die Story seines Lebens recherchiert, der skrupellose Frauenarzt George Hodel, der mit einem einzigen Blick glaubhaft machen kann, dass er sämtliche Polizisten und Politiker der Stadt in der Hand hat, und vor allem die Frauenfiguren der schwarzen Community, die zur Abwechslung kein Klischee ihrer selbst spielen, sondern vielschichtige Charaktere. 


Brigitte Urhausen spielte unter anderem in „Doudege Wénkel" mit.
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Von der Thrillerserie „Bad Banks“ zum deutschen Krimiklassiker „Tatort": Die Luxemburgerin Brigitte Urhausen wird bald als Hauptkommissarin in der saarländischen Variante der beliebten Kultserie mitspielen.

Sehenswert ist die Serie aus einem weiteren Grund: Der Kunstgriff eines weißen Mädchens, das sich für eine Schwarze hält und willig die dazugehörigen Diskriminierungen akzeptiert: Selten hat man ein eingängigeres Bild für die Absurdität von Rassismus gesehen.
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„I am the Night“ ist auf Sky Ticket zu sehen. 


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