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Runder Geburtstag für „Love Me Do“
Kultur 1 2 Min. 04.10.2022
Beatles

Runder Geburtstag für „Love Me Do“

Die Beatles treten im Juni 1966 im Circus Krone-Bau in München auf.
Beatles

Runder Geburtstag für „Love Me Do“

Die Beatles treten im Juni 1966 im Circus Krone-Bau in München auf.
Foto: dpa
Kultur 1 2 Min. 04.10.2022
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Runder Geburtstag für „Love Me Do“

Nicht gleich in die Top Ten, aber aus dem Stand immerhin auf Platz 17: Vor 60 Jahren erschien die erste Single der Band aus Liverpool.

In die Top Ten der britischen Hitparade schaffte es die Single„Love Me Do“ zwar nicht. Aber dass sie vor 60 Jahren auf Anhieb Platz 17 der heimischen Charts erreichte, war ein beachtlicher Erfolg für vier junge Männer, die damals außerhalb ihrer Heimatstadt Liverpool und vielleicht noch Manchester nur wenigen Briten ein Begriff waren.

Am 5. Oktober 1962 erschien „Love Me Do“, die Debütsingle der Beatles. Lange Zeit hatten die Liverpooler, die als Begleitband von Tony Sheridan die Single „My Bonnie“ aufgenommen hatten, bei ihren Konzerten nur Coverversionen gespielt. Dass Musikgruppen ihre eigenen Songs schreiben, war damals unüblich. „Love Me Do“ war eine ihrer ersten Eigenkompositionen bei Auftritten - und in dieser Hinsicht eine Revolution. Paul McCartney und John Lennon hatten das Lied dem Vernehmen nach bereits Jahre zuvor als Jugendliche geschrieben.

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McCartney-Lennon

„‚Love Me Do‘ haben wir komplett zusammen geschrieben“, erinnerte sich McCartney in einem Interview aus Barry Miles' 1997 erschienenem, autorisiertem Buch „Paul McCartney: Many Years From Now“. „Es kann sein, dass es auf einer ursprünglichen Idee von mir basiert, aber bei vielen (Songs) war es 50:50, und das war einer davon.“ Hingegen war Lennon in einem Interview des „Hit Parader“ überzeugt, McCartney habe den überwiegenden Anteil am Songwriting geleistet.


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Bevor die Beatles „Love Me Do“ mit Produzent George Martin in den Abbey Road Studios aufnahmen, hatten sie das Lied live immer mit Lennon als Leadsänger gespielt. Laut McCartney schlug Martin im Studio die Mundharmonika vor, die ebenfalls Lennon spielte. Weil der Song live aufgenommen wurde und es dadurch zu einer Überschneidung von Harmonika und Gesang gekommen wäre, übernahm McCartney im Refrain den Leadgesang.

Schlechte Erinnerungen an die Debütsingle hat Drummer Ringo Starr. Mehr als ein Dutzend Mal hatte das Quartett „Love Me Do“ am 4. September eingespielt, doch Produzent Martin war unzufrieden mit dem Schlagzeugsound. Als die Beatles eine Woche später erneut ins Studio kamen, saß Studiomusiker Andy White am Schlagzeug. „Ich war am Boden zerstört, dass George seine Zweifel an mir hatte“, erzählte Starr im Buch „The Beatles Anthology“. 

Erst 1964 in den USA

Ähnlich kurios war die Situation damals in den USA, wo „Love Me Do“ erst 1964 als Single erschien, als die Beatles in Amerika – auch dank ihres legendären Auftritts in der Ed Sullivan Show - bereits Superstars waren. Dort wurden zunächst aus Kanada importierte Schallplatten mit Starr an den Drums verkauft, später in den USA produzierte Singles mit White. Den Unterschied erkennt man daran, ob ein Tamburin zu hören ist oder nicht.


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1995 veröffentlichten die Beatles auf „Anthology 1“ sogar noch eine lange verschollen geglaubte dritte Version mit ihrem ehemaligen, unglücklichen Drummer Pete Best. Für den war es noch deutlich schlimmer gelaufen als für Starr. Noch im Sommer 1962 hatte Best bei den Probeaufnahmen von „Love Me Do“ getrommelt. Wenig später trennten sich die Beatles von ihm. Über die Gründe dafür gibt es unterschiedliche Erzählungen.

Dass die Debütsingle Platz 17 der Hitparade erreichte, bestätigte die Plattenfirma EMI in ihrer Entscheidung, den Beatles einen Vertrag zu geben. Der große Durchbruch ließ nicht lange auf sich warten. Nur drei Monate später, im Januar 1963, gelang den „Fab Four“ mit ihrer zweiten Single „Please Please Me“ der Sprung an die Spitze der beiden damals existierenden britischen Hitparaden. Bald darauf grassierte nicht nur in Großbritannien eine Massenhysterie um die Gruppe aus Liverpool. „Beatlemania“ nannte die Presse das weltweite Phänomen.

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