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„De Superjhemp“ in Trauer
Kultur 7 29.12.2016 Aus unserem online-Archiv
Roger Leiner ist tot

„De Superjhemp“ in Trauer

Kultur 7 29.12.2016 Aus unserem online-Archiv
Roger Leiner ist tot

„De Superjhemp“ in Trauer

Sophie HERMES
Sophie HERMES
Im Alter von 61 Jahren ist Roger Leiner am Donnerstag verstorben. Der Zeichner und Karikaturist war einer der Väter des "Superjhemp".

(dco/thi) Im Alter von 61 Jahren ist Roger Leiner am Donnerstag verstorben. Dies meldete RTL am frühen Nachmittag. Der Zeichner und Karikaturist wurde vor allem durch seine Zeichnungen des "Superjhemp" bekannt. Zusammen mit Lucien Czuga galt er als Vater dieser Figur. Roger Leiner war am 2. Februar 1955 in Wiltz geboren worden.

Bissig, karikaturistisch und im besten Sinne komisch: Mit Roger Leiner hat Luxemburg nicht nur einen der Väter des „Superjhemp“ verloren.  EU-Präsident Jean-Claude Juncker, ehemals Luxemburger Premierminister, würdigte Roger Leiner als "talentierten Zeichner, der mehrere Generationen von Luxemburgern geprägt hat". "Er wird uns ewig in Erinnerung bleiben", sagte Juncker am Donnerstagabend.

Zusammen mit dem Autoren Lucien Czuga hatte Leiner 1988 die heute wohl bekannteste Luxemburger Comicfigur entwickelt: „De Superjhemp“, der Staatsbeamte, der dank seinem Kostüm in Rout-Wäiss-Blo zum Helden wurde.

Leiner war einer der wenigen völlig unabhängigen Zeichner im Großherzogtum, hatte es wie kaum eine anderer geschafft, als „Marke“ zu gelten. Er selbst vielleicht nicht so sehr, aber seine Zeichnungen und Karikaturen, die in den Medien wie der Revue oder dem Lëtzebuerger Land regelmäßig zu lesen waren.

Kollegen wie der Zeichner der „Dreamcatcher”-Alben Andy Genen, zeigten sich bestürzt über den Tod von Roger Leiner. „Ich bin, wie viele andere, mit dem Superjhemp aufgewachsen. Natürlich hat Roger Leiner mich in meiner Arbeit beeinflusst. Er war ein Vorbild.” Andy Genen unterstreicht, dass Roger Leiner der „erste luxemburger hauptberuflicher Zeichner war“, der von seiner Arbeit leben konnte.

Der „Dreamcatcher“-Zeichner erinnert sich heute noch an seine erste Begegnung mit Leiner. „Ich hatte ihm damals eine Zeichnung im Superjhemp-Stil geschickt. Einfach so, aus Spaß. Wir haben uns getroffen, es war der Anfang einer langen Freundschaft.“ Leiner war laut Genen offen für neue Ideen, war sich nicht zu schade, seine Kontakte weiterzugeben. 2004 erschien „De Fluch vun der 23“. „Für dieses Album stellte mir Leiner eine ganze Seite zur Verfügung“, Später sollte Genen mit Leiners Hilfe auch den „Superjhemp”-Autor Lucien Czuga kennen lernen. Ein Treffen, dass ebenso seine Wirkung entfaltete: Nach diesem Treffen entstand mit Czuga die neue Comic-Serie „De leschte Ritter”.


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