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"Rock am Ring": Wiedersehen in der Grünen Hölle
Kultur 12 2 3 Min. 01.06.2017

"Rock am Ring": Wiedersehen in der Grünen Hölle

Zehntausende Fans in Feierlaune: Dieses Jahr fallen die Festivalgänger wieder am Nürburgring ein.

"Rock am Ring": Wiedersehen in der Grünen Hölle

Zehntausende Fans in Feierlaune: Dieses Jahr fallen die Festivalgänger wieder am Nürburgring ein.
Foto: Rock am Ring
Kultur 12 2 3 Min. 01.06.2017

"Rock am Ring": Wiedersehen in der Grünen Hölle

Back to the Roots: Nach einem kurzen Intermezzo auf dem Flugplatz Mendig kehrt das Festival „Rock am Ring“ an diesem Wochenende zurück an den Nürburgring – mit großen Namen und hoffentlich jeder Menge neuer Musik.

von Michael Juchmes

Marek Lieberberg kann es wahrscheinlich kaum erwarten. Dem 71-jährigen Konzertveranstalter ist es gelungen, sein wohl größtes Festival-Projekt zurück zu seinen Wurzeln zu führen: zurück auf den Nürburgring in der Eifel, die sogenannte Grüne Hölle. 2015 und 2016 zog Lieberberg seine „Rock am Ring“-Bühnen aufgrund gescheiterter Verhandlungen mit dem Betreiber der Rennstrecke im nur wenige Kilometer entfernten Mendig hoch.

Für beide Parteien verlief die Trennung nicht wie gewünscht: Sowohl 2015 als auch 2016 hatten Lieberberg und sein Team mit schweren Unwettern zu kämpfen. Im vergangenen Jahr musste das Festival am dritten Tag sogar wetterbedingt abgebrochen werden. Auch die Nürburgring-Gesellschaft Capricorn konnte nicht von ihrer neuen Unabhängigkeit profitieren: Ein eigenes Festival namens „Grüne Hölle Rock“ wurde zunächst groß beworben – und schließlich aufgrund von Streitigkeiten mit den Organisatoren nach Gelsenkirchen verlegt.

2017 läuft nun alles wieder rund – drei Tage „Rock am Ring“ auf dem Rennstreckengelände, parallel dazu mit „Rock im Park“ in Nürnberg ein Schwesternfestival mit deckungsgleichem Line-up. Der Grundstein für eine neue Ära des Traditions-Festivals ist gelegt. Die Fans kommen wieder in Scharen – kurz vor dem Start sind nahezu alle Tickets vergriffen.

Beeindruckendes Programm

Nachdem in den vergangenen Jahren vielfach Fans über ein zu wenig Rock- und Metal-lastiges Programm klagten, können in diesem Jahr beinahe Fans aller Genres zufrieden sein – mehr als 90 Acts tauchen im Line-up auf. Bereits am Freitag zündet ein wahrer Publikumsmagnet auf der großen Bühne – der Volcano Stage – ein Feuerwerk: Rammstein. Seit 2009 hat die deutsche Band kein Album mehr veröffentlicht. Neue Songs sollen jedoch im Kasten sein.

Gitarrist Richard Kruspe deutete im Interview mit dem US-Magazin „Metal Hammer“ an, dass die Show womöglich braver als gewohnt ausfallen könnte. „Rammstein war immer so eine Band, bei der einem zuerst die Show und das Feuer einfiel. Und niemand sprach über die Musik. Das hat mich immer gestört. Und vielleicht können wir das mit dem neuen Album ändern.“ Was die Fans genau erwartet, das weiß niemand: Der Auftritt in der Eifel ist der erste in diesem Festivalsommer.

Weitere Bands und Künstler machen den ersten Tag zu einem echten Highlight: drei britische Acts – Rory Graham aka Rag 'N' Bone Man, Ex-Oasis-Frontmann Liam Gallagher und die Londoner Band Bastille – sowie der gefeierte deutsche Rapper Marteria. Der Samstag gehört den deutschen Bands: Auf der großen Bühne werden die Beatsteaks und Die Toten Hosen, die im Mai ihr neues Album „Laune der Natur“ veröffentlichten, wohl die meisten Zuschauer anlocken.

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Später geht es dann auf der zweiten Bühne weiter mit den Beginnern und Kraftklub, die ebenfalls mit recht frischem Material anreisen: Die Hip-Hop-Combo Beginner veröffentlichte im vergangenen August mit „Advanced Chemistry“ das erste Werk nach 13 Jahren Pause. Kraftklub serviert sogar noch frischere Ware: Das Album „Keine Nacht für Niemand“ der fünfköpfigen Band aus Chemnitz erscheint erst am morgigen Freitag.

Genremix zum Abschluss

Den Schlusspunkt setzen am Pfingstsonntag die Band System Of A Down – die angeblich an einem neuen Werk bastelt – sowie das saarländische Rap-Duo Genetikk, die Band AnnenMayKantereit, deren Leadsänger Henning May wohl über die Stimme mit dem größten Wiedererkennungswert verfügt, und Macklemore & Ryan Lewis – hoffentlich bei angenehmen, sommerlichen Temperaturen. Leider entpuppte sich das Wetter bei „Rock am Ring“ in den vergangenen Jahren stets als wechselhaft. In diesem Jahr wird erneut Gewitter vorhergesagt. Leider kein gutes Omen für den Neustart.

Noch größere Angst hat Veranstalter Marek Lieberberg vor möglichen Anschlägen – mit Blick auf die Vorkommnisse in Manchester. „Gemeinsam mit den Einsatzkräften führen wir eine Art Profiling durch, bei dem wir beispielsweise verdächtiges Verhalten und Bewegungen einzelner Besucher besonders in Augenschein nehmen“, kündigte Lieberberg im Gespräch mit der „Rheinischen Post“ an.

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