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Rock am Ring: Das Anti-Coachella
Kultur 18 1 2 Min. 08.06.2019

Rock am Ring: Das Anti-Coachella

Rock am Ring: Das Anti-Coachella

Foto: dpa
Kultur 18 1 2 Min. 08.06.2019

Rock am Ring: Das Anti-Coachella

Michael JUCHMES
Michael JUCHMES
Obwohl der Wind den Musikfans kühl um die Ohren wehte, ging es bereits am ersten Tag des Kultfestivals "Rock am Ring" heiß her - zumindest bei manchen Acts. Andere Bands lösten vor allem Nostalgiegefühle aus.

Nein, US-Model Kendall Jenner suchte man hier vergebens. Auch Stefanie Giesinger, eine der erfolgreichsten Influencerinnen Deutschlands, zog es vor, am Freitag mit Hunden zu kuscheln statt in der Kälte zu stehen. Das "Rock am Ring"-Festival (RaR) - das kann jeder Besucher bestätigen - hat nur wenig Glamour zu bieten.

Die wenigen Stars, die sich am Freitag zum Nürburgring trauten, versteckten sich, zumindest am ersten Tag des Festivals, in den VIP-Lounges. Die raue Eifelluft kann nicht mit dem sonnigen Kalifornien mithalten. Zumindest wettertechnisch...

Ganz anders sieht es dagegen beim Rock-Faktor aus: Der ist bei RaR deutlich höher. Hier geben harte Klänge den Ton an.

Treffen der Altstars

Los ging es bereits am frühen Nachmittag mit Bands, die wohl nur bei echten Rockfans zu einem Aha-Effekt führen: Palisades, Badflower oder etwa Power Trip. Das Festivalgelände auf der Rennstrecke füllte sich dementsprechend schleppend bis zum ersten großen Act nach 19 Uhr: Gitarrist Slash, der von Myles Kennedy und den Conspirators unterstützt wurde (zu sehen auch am 25. Juni in der Rockhal).

Der nächste Act auf der größten von drei Stages konnte das Publikum nur bedingt mitreißen: Billy Corgan (in einer sakralen schwarzen Kutte) und seine Bandkollegen von den Smashing Pumpkins sorgten mit düsteren Depri-Songs und wenigen Effekten für eher negative Vibes - was vielen Fans aber ganz recht war.

Vor allem die älteren Anhänger der Combo, die erstmals 1988 auf der Bildfläche auftauchte, freuten sich sichtlich über die Rückkehr der melancholischen Rocker.

Für den Abschluss auf der großen Bühne sorgten die Jungs von Tool, die nach mehr als zehn Jahren wieder auf ein Album hinarbeiten. In den anderen Ecken des Geländes ging es auch nach 0:30 Uhr noch weiter - unter anderem mit den eher seichten Pop-Klängen der britischen Band The 1975 und deutschem Hiphop von Bonez MC & RAF Camora.

Die Ärzte kommen

Am Samstag, dem zweiten RaR-Tag, dreht sich in Sichtweite der namengebenden Nürburg alles um den Headliner des dreitägigen Events: Die Ärzte, die selbsternannte "beste Band der Welt". Sie dürfen ab 22:30 Uhr rund 2,5 Stunden lang dem Publikum einheizen. Einige neue Songs sind mit im Gepäck.

Wer den deutschen Texten der Band nichts abgewinnen kann, darf währenddessen entweder der Trash-Metal-Combo Slayer lauschen oder zu elektronischen Klängen des Ösi-DJs Left Boy tanzen.

Das Finish übernehmen Alle Farben (Electro) und das südafrikanische Duo Die Antwoord, das auch am Dienstag den Weg in die Rockhal antreten wird.

Ein Trost für alle Daheimgebliebenen: Der Sender 3Sat überträgt am Samstag (8. Juni) ab 20.15 Uhr die Highlights des Festivals live.

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