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Pussy-Riot-Aktivistin Aljochina aus Russland verschwunden
Kultur 11.05.2022
Laut ihrem Anwalt

Pussy-Riot-Aktivistin Aljochina aus Russland verschwunden

Maria Aljochina 2018 beim Interview mit dem „Luxemburger Wort“ in der Escher Kulturfabrik.
Laut ihrem Anwalt

Pussy-Riot-Aktivistin Aljochina aus Russland verschwunden

Maria Aljochina 2018 beim Interview mit dem „Luxemburger Wort“ in der Escher Kulturfabrik.
Foto: Christophe Olinger
Kultur 11.05.2022
Laut ihrem Anwalt

Pussy-Riot-Aktivistin Aljochina aus Russland verschwunden

Maria Aljochina soll sich der polizeilichen Überwachung in Verkleidung als Essens-Lieferantin entzogen haben. 2018 war sie in Luxemburg aufgetreten.

(dpa) – Die Aktivistin der Punkband Pussy Riot, Maria Aljochina, hat nach Angaben ihres Anwalts trotz polizeilicher Überwachung Russland auf noch unbekanntem Weg verlassen. Aljochina befinde sich nicht mehr auf russischem Staatsgebiet, sagte ihr Anwalt Daniil Berman am Dienstagabend nach Angaben der Agentur Interfax. Nach unbestätigten Berichten soll sie ihren Wohnort in der Uniform eines Essen-Lieferdienstes verlassen haben.


Punk, Pop und Protest gegen Putin
Marija Aljochina von den Pussy Riot und ihre Bühnenperformance in der Kulturfabrik – eine Begegnung.

Die „New York Times“ (Dienstag) berichtete, dass sich Aljochina inzwischen in Vilnius aufhalte. Sie sei von einem oder einer Bekannten mit einem Auto an die Grenze zu Belarus gebracht worden und habe dann nach etwa einer Woche Litauen erreicht. Weitere Details zum Fluchtverlauf wurden nicht genannt. „Ich bin froh, dass ich es geschafft habe“, wurde sie zitiert.

Aljochina geriet zuletzt immer wieder mit der russischen Justiz in Konflikt. Im Zusammenhang mit Aufrufen zu Demonstrationen für den inhaftierten Kremlgegner Alexej Nawalny wurde sie im September des Vorjahres zu einem Jahr Freiheitsbeschränkung verurteilt. So durfte sie ihre Wohnung nachts nicht verlassen. Seit Jahresbeginn wurde sie mehrmals von den Sicherheitsbehörden unter diversen Vorwürfen aufgegriffen.


ARCHIV - 15.08.2019, Nordrhein-Westfalen, Duisburg: Auf einem abgeernteten Weizenfeld werden die Stoppeln von der Abendsonne angeleuchtet. Bundesagrarminister Cem Özdemir setzt sich angesichts angespannter Getreidemärkte wegen des Ukraine-Krieges dafür ein, EU-Vorgaben für den Wechsel von Ackerpflanzen zu verschieben. «Damit könnten unsere Bauern mehr Weizen produzieren», sagte der Grünen-Politiker. (zu dpa: «Özdemir will mehr Weizenanbau ermöglichen - EU-Regeln verschieben») Foto: Martin Gerten/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Freigabe von Getreide aus Ukraine gefordert
Wegen der Zunahme des Hungers in der Welt fordern die Vereinten Nationen von Russland die Freigabe blockierter Getreidevorräte.

Aljochina wurde 2012 mit ihrer Bandkollegin Nadeschda Tolokonnikowa zu zwei Jahren Straflager verurteilt. Sie hatte in einer Kirche gegen Präsident Wladimir Putin protestiert.

2018 war Aljochina mit ihrer Performance „Pussy Riot Theatre“ in der Kulturfabrik aufgetreten. Einen „Stinkefinger gegen Putin“ hatte LW-Kulturredakteur Marc Thill die Performance damals genannt. 


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