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Produktionsfirma in Insolvenz: "Delux" vor dem Aus
Kultur 11 2 Min. 19.05.2014

Produktionsfirma in Insolvenz: "Delux" vor dem Aus

Ein Biopic über den 1984 verstorbenen Soulsänger Marvin Gaye wurde ihr zum Verhängnis. Am vergangenen Freitag sprach das Handelsgericht Luxemburg die Insolvenz der Produktionsgesellschaft Delux aus.

(JLS/thi) - Ein Biopic über den 1984 verstorbenen Soulsänger Marvin Gaye wurde ihr zum Verhängnis. Am vergangenen Freitag sprach das Handelsgericht Luxemburg die Insolvenz der Produktionsgesellschaft Delux aus.

In Cannes, wo in den vergangenen Jahren etliche Koproduktionen liefen, die von Delux im Großherzogtum gedreht worden war, zeigten die Vertreter der luxemburgischen Filmszene sich betroffen, wenn 
auch nicht überrascht.

Brancheninsider rechneten bereits seit Monaten damit, dass es zu dieser Entscheidung des Handelsgerichts kommen würde. Zum Problem wurde für Delux zuletzt ein einziger Film: „Sexual Healing“, ein Biopic über die letzten Monate im Leben des Soulsängers Marvin Gaye, der 1984 von seinem eigenen Vater mit zwei Revolverschüssen getötet wurde.

Die Produktion sollte mit einem US-amerikanischen Partner erfolgen, dessen Finanzierungsanteil durch Venture-Capital erbracht werden sollte. Dies war dann aber nicht der Fall. Was die Sache wesentlich dramatischer machte: Die Dreharbeiten in Luxemburg waren bereits angelaufen, Geld, was Technikern und Lieferanten geschuldet war, stand nun nicht zur Verfügung.

Zwar war das Projekt im Prinzip für die Filmförderung im Rahmen der audiovisuellen Investitionszertifikate berücksichtigt worden. „Die Ausstellung dieser Zertifikate bedingt aber, dass die 
Produktionskosten abgeschlossen worden sind, was hier nicht der Fall war, weil der Film ja mitten in den Dreharbeiten unterbrochen wurde“, erklärt Filmfund-Direktor Guy Daleiden, der sich zurzeit in Cannes aufhält.

Finanzier für den halbfertigen Streifen gesucht

Firmenchef Jimmy de Brabant gab die Hoffnung über Monate nicht auf, doch noch einen Finanzier für den halbfertigen Streifen zu finden. „Das wird mit der Zeit aber immer schwieriger, allein schon, weil die Schauspieler vielleicht nicht mehr zur Verfügung stehen“, gibt der Vorsitzende der Produzentenvereinigung ULPA, Paul Thiltges, zu bedenken. Auch er hat die Nachricht in Cannes erfahren.

Jimmy De Brabant will sich aber noch nicht geschlagen geben. „Ich werde weiterhin kämpfen“, erklärte er am Montagmorgen auf Nachfrage des „Luxemburger Wort“. Ohne genaue Angaben über die fehlenden Finanzmittel seiner Firma machen zu wollen, unter-streicht der Produzent, dass er zurzeit „Gespräche mit Partnern aus der Finanzwelt“ begonnen habe.

„Es ist jetzt an den Justizbehörden zu entscheiden, ob ich mit der Firma weiterfahren kann oder nicht“. Jimmy De Brabant wird in den nächsten Tagen den Kurator der Insolvenz, Me Marguerite Ries treffen. „Dann erst wird für die Zukunft geplant.“ Es müsse eine Lösung für die Entgeltung der Filmtechniker sowie für die geschuldeten Sozialbeiträge geben, unterstreicht er.