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Portugiesischer Filmemacher verstorben: Manoel de Oliveira ist tot
Manoel de Oliveira

Portugiesischer Filmemacher verstorben: Manoel de Oliveira ist tot

Foto: AFP
Manoel de Oliveira
Kultur 2 02.04.2015

Portugiesischer Filmemacher verstorben: Manoel de Oliveira ist tot

Der portugiesische Filmemacher Manoel de Oliveira ist am Donnerstag mit 106 Jahren gestorben. Die Stadtverwaltung von Porto ruft offiziell zu drei Tagen Trauer auf.

(dpa) -  Portugal trauert um den Filmemacher Manoel de Oliveira. Der Regisseur starb am Donnerstag im Alter von 106 Jahren. Dies meldete die staatliche Nachrichtenagentur Lusa unter Berufung auf Familienkreise. De Oliveira galt als der älteste aktive Filmregisseur der Welt und der einzige, der seine Karriere zur Zeit des Stummfilms begonnen hatte.

Nach Medienberichten erlag er in seiner Wohnung in der nordportugiesischen Hafenstadt Porto einem Herzversagen. Die Stadtverwaltung von Porto, wo der Regisseur am 11. Dezember 1908 geboren worden war, erklärte eine offizielle Trauer von drei Tagen.

De Oliveira hatte fast bis zu seinem Lebensende Filme gedreht und bis zuletzt Pläne für neue Streifen gehabt. Seinen ersten Film, die Dokumentation „Douro, faina fluvial“ (Harte Arbeit am Fluss), veröffentlichte er mit 23 Jahren.

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Seine Begeisterung für das Kino bewog ihn dazu, seine Karriere als Autorennfahrer aufzugeben. In den 50er Jahren machte er sich in Deutschland mit der Technik des Farbfilms vertraut. In dieser Zeit drehte er in Portugal wenig Filme, weil seine Werke von der Diktatur zensiert wurden.

De Oliveira hinterließ etwa 40 Filme. Zu seinen bekanntesten Werken zählt „Am Ufer des Flusses“. „Sein Werk ist so reichhaltig, dass man es in wenigen Sätzen nicht beschreiben kann“, sagte sein langjähriger Produzent Paulo Branco. „Leider sind seine Filme in Portugal nur wenig bekanntgeworden.“

Der Regisseur erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter 2004 in Venedig den „Goldenen Löwen“ für das Lebenswerk und 2007 den Ehrenpreis der Europäischen Filmakademie. Bei einer Ehrung vor vier Jahren im portugiesischen Parlament bewies der Filmemacher Humor. „In Zeiten der Krise und der Einsparungen werde ich mir große Worte ersparen“, sagte der damals 102-Jährige. „Ich danke dem Parlament für die große Ehre. Es lebe das Kino!“

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