„Pont Adolphe 1903“-Ausstellung im Musée Dräi Eechelen: Wir bauen eine Brücke
„Pont Adolphe 1903“-Ausstellung im Musée Dräi Eechelen: Wir bauen eine Brücke
von Thierry Hick
Was? Wann? Wie? Wer? Ab 1870 wurden sich in Luxemburg Gedanken über den Bau einer zweiten Brücke über das Petrusstal gemacht. Ein Projekt, das viele Fragen aufwarf.
Diese Brücke sollte auch ein Prestigeobjekt für das Land werden. Das Musée Dräi Eechelen hat dem Bau der sogenannten „Nei Bréck“ eine neue Ausstellung gewidmet.
François Reinert, Konservator und delegierter Direktor des Museums, und sein Team haben im National-, Stadt- und Straßenbauverwaltungsarchiv gestöbert und eine überraschend große Anzahl an historischen Dokumenten gefunden.
Ein starkes Symbol
Der Museumsbesucher wird gleich im Erdgeschoss mit einem starken Symbol begrüßt: ein Teil des Wappens mit dem Luxemburger Löwen, der bis 2015 die Brücke flussabwärts schmückte.
Weiter geht es im ersten Stockwerk des Musée Dräi Eechelen. Hier wird die Wichtigkeit des Bauprojekts im kleinsten Detail historisch beleuchtet.
„Die dreijährige Bauzeit wurde von Hoffotograf Charles Bernhoeft weitgehend dokumentiert“, freut sich François Reinert.
Unveröffentlichte Originalpläne
Diese reichhaltige Fotosammlung und zum Teil noch unveröffentlichte Originalpläne und Dokumente kommen in einer 18-minütigen, zwölf Meter breiten Multimedia-Projektion zur Geltung.
Der Schauspieler Fábio Godinho erklärt mit viel Spannung und Witz die Entstehungsgeschichte des Pont Adolphe. Mit Hilfe modernster Technologien wird die für die Zeit moderne und revolutionäre Bauweise des französischen Ingenieurs Paul Séjourné in Bildern dargestellt. Der Besucher erlebt hautnah die einzelnen Etappen der Bauarbeiten.
Des Weiteren wird bei der „Pont Adolphe 1903“-Ausstellung viel Wert auf die benutzten Materialien gelegt. Auf Wunsch der damaligen politischen Behörden wurde die Brücke fast ausschließlich aus Luxemburger Steinen gebaut.
Neben dem rein technischen Aspekt wird die politische und vor allem wirtschaftliche Bedeutung der Brücke in Szene gesetzt. Die „Nei Bréck“ sollte die Luxemburger Oberstadt mit dem Garer Viertel – damals in der Gemeinde Hollerich – verbinden und somit den wirtschaftlichen Aufschwung des Plateau Bourbon begleiten. Zahlreiche Dokumente und Urkunden erklären die rasante Stadtentwicklung am Ende des 19. Jahrhunderts. Die Gesamtkosten der Brücke, damals die größte Steinbogenbrücke der Welt, beliefen sich auf 1 533 406,70 Franken, heute etwa 1,2 Milliarden Euro.
Die Ausstellung ist noch bis zum 8. Mai 2017 im Musée Dräi Eechelen zu sehen. www.m3e.lu

