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Pierre Joris erhält Prix Batty Weber 2020
Kultur 1 3 Min. 02.04.2020

Pierre Joris erhält Prix Batty Weber 2020

Pierre Joris bei den Arbeiten zu "The Gulf (between you and me)" im TNL 2015.

Pierre Joris erhält Prix Batty Weber 2020

Pierre Joris bei den Arbeiten zu "The Gulf (between you and me)" im TNL 2015.
Foto: Guy Jallay
Kultur 1 3 Min. 02.04.2020

Pierre Joris erhält Prix Batty Weber 2020

Jury würdigt das Gesamtwerk des in New York lebenden Dichters und Hochschullehrers, der seine Wurzeln in Luxemburg nie vergessen hat.

Der Prix Batty Weber wird nur alle drei Jahre als nationaler Literaturpreis vergeben und ehrt das Gesamtwerk eines Autorin oder Autoren: 2020 geht die Auszeichnung an Pierre Joris

Wie die Jury in ihrer Stellungnahme zur Preisvergabe an den Dichter und Lyrikexperten, der über 50 Bücher (meist in englischer Sprache) als Autor, Herausgeber oder Übersetzer veröffentlichte, betont:

"Das poetische und essayistische Werk von Pierre Joris ist Ausdruck einer ebenso unermüdlichen wie vielfältigen Suche nach Grenzüberschreitung und Welthaltigkeit. 'Routes, not roots' ist daher als ein programmatischer Titel zu verstehen, der den Anspruch einer 'nomad poetics' unterstreicht, zwischen den Sprachen (Englisch, Französisch, Deutsch, Arabisch, Luxemburgisch), zwischen den Literaturen und zwischen den Kulturen unterwegs zu sein. In seinem poetischen Werk webt er in sprachspielerisch-experimentellen Wort(ver)suchungen ein Netz von überraschenden Zusammenführungen aus unterschiedlichen literarischen und kulturellen Texten (von der Avantgarde, der Beat Generation, Rilke, Ezra Pound, T.S. Eliot über die maghrebinische Literatur bis zur Popkultur), die es den LeserInnen ermöglicht, von den Rändern her die Welt zu ergründen, in der Diaspora zu flanieren und in ihr heimisch zu werden. 

Joris’ poetisches Werk, das Offenheit des Geistes, Beweglichkeit des Denkens und Willen zur Sprachdekonstruktion voraussetzt und einfordert, ist daher eine moderne Antwort auf alle Formen ideologischer Einschränkung und Verblendung. Joris erweist sich nicht nur als überzeugter und überzeugender literarischer Kosmopolit, er nimmt seine LeserInnen auch mit auf die Reise hin zum 'in-between', dem eigentlichen Ort des Nomaden."


Auch wenn er in Übersee lebt, hält Pierre Joris einen engen Kontakt zur Heimat Luxemburg.
TNL-"Author in Residence" Pierre Joris : Ein Luxemburger in New York
Der Luxemburger Lyriker Pierre Joris lebt in New York. Entdecken kann man sein Werk derzeit im TNL, wo er der diesjährige "Author in Residence" ist. Porträt eines Dichters und Nomaden.

"Der Wortnomade Joris ist zudem ein Botschafter der Literatur. Monumental ist die Übersetzung des Werkes von Paul Celan aus dem Deutschen ins Englische. Zudem übersetzt er aus dem Englischen ins Französische und umgekehrt und bewegt sich des Weiteren zwischen den Künsten, indem er in seinen Performances, domopoetics genannt, gemeinsam mit der Künstlerin Nicole Peyrafitte Literatur, Happening und Kunst vereint. Joris ist ein Grenzgänger, ein Denker der 'nomad art', ein Sprachkünstler und ein optimistischer Utopist, der an den Zauber der Sprache glaubt und selbige belebt – in Zeiten der zunehmenden Nationalismen hält Joris der Engstirnigkeit das Bekenntnis zum Respekt und zum Dialog entgegen", so die Jury.

Der Termin für die Preisübergabe wird noch bekanntgegeben. Die Dotierung liegt bei 10.000 Euro.

Die Jury des Batty Weber Preises 2020 setzte sich zusammen aus Claude D. Conter (Präsident, Leiter des „Centre national de littérature“), Fabienne Gilbertz (Vize-Präsidentin, promovierte Literaturwissenschaftlerin), Frank Hoffmann (Leiter des Théâtre national du Luxembourg), Anne Diderich (Präsidentin der „Fédération des libraires“), Luc Marteling (Direktor des Zenter fir d’Lëtzbuerger Sprooch), Sébastian Thiltges (promovierter wissenschaftlicher Mitarbeiter des „Institut de langue et de littératures luxembourgeoises“ der Universität Luxemburg) und Vesna Andonovic (Journalistin und Leiterin der Kulturrubrik des „Luxemburger Wort“). 

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Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel. Und Pierre Joris enspricht nicht dem gängigen Klischee des vergeistigten Lyrikers. Ganz im Gegenteil: Der Luxemburger Dichter lebt nicht in einem Elfenbeinturm, sondern steht mit beiden Füßen auf der fruchtbaren Erde des weiten Feldes der Poesie. Ein Porträt des Dichters und Nomaden.
Pierre Joris kommt immer wieder gerne nach Luxemburg zurück.
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