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Party mit der singenden Sirene
Kultur 5 1 3 Min. 30.06.2019

Party mit der singenden Sirene

Die Band Metronomy stand als einer der Headliner auf der Bühne.

Party mit der singenden Sirene

Die Band Metronomy stand als einer der Headliner auf der Bühne.
Foto: Laurent Ludwig
Kultur 5 1 3 Min. 30.06.2019

Party mit der singenden Sirene

Sophia SCHÜLKE
Sophia SCHÜLKE
Das dritte Siren's Call lockte am Samstag zahlreiche Kultur- und Musikinteressierte ins und zum Kulturzentrum Neimënster. Neben den Headlinern Cat Power, Metronomy und Grandbrothers spielten auch Claire Parsons und Uriel Barthélémi sowie C'est Karma. Zudem wurden Charleston-Workshops, britischer Elektro-Pop und mittelalterliche Mystik im modernen Gewand geboten.

Konzerte, Lesungen und Workshops: Die dritte Ausgabe des Siren's Call bot am Samstag ein vielfältiges Kultur- und Musikprogramm in und rund um Neimënster. 

Ein ganz besonderen Klangteppich boten Claire Parsons und Uriel Barthélémi schon am späten Nachmittag in der Kirche Saint Jean. Gratis stellten sie dort in insgesamt zwei Konzerten die Ergebnisse ihrer Siren's Call-Künstlerresidenz vor, in der sie sich mit den Musikwerken der mittelalterlichen Heiligen Hildegard von Bingen beschäftigt haben. 

Der Anfang mit dem lateinischen, salbungsvollen Gesang hätte auch der Beginn einer Messe sein können, mit dem Unterschied, dass eben die helle und starke Singstimme einer jungen Frau in Sommerkleidung zu hören ist. Doch nur an seinen flach geknüpften Stellen bot dieser faszinierende Klangteppich Parsons allein Stimme. An den opulenten Stellen begleitete sie sich selbst als ihr eigener Hintergrundchor, bis das Percussionsspiel von Barthélémi und dazu gemischte Geräusche, die zwischen Flüstern, Windrauschen, elektronischem Donnergrollen, Glockenspiel, Störknistern und Apparatepiepen oszillieren, die Musik zu einer kontemplativen, aber auch tranceartigen Musikerfahrung anschwellen ließen.

Sirenenklänge für die Kleinen

In der Agorahalle konnten die Besucher dann zwischen einem Konzert und einer Lesung über den kleinen Designmarkt bummeln, auf dem es unter anderem Taschen, Schmuck, Kunst für die Wand und blumigen Kopfschmuck zu kaufen gab. Es dauert natürlich nicht lange, bis man einige Mädchen mit Letzten bekranzt über den Hof laufen sah. Kinder und Erwachsene konnten zudem dem Klang der Melusine nachhören, indem sie in einem Aquarium über Kopfhörer den Klängen lauschten, die sie selbst mit klappernden Plastikschwimmtieren und Rasseln produzierten. Es war einer der Stände, an denen sich die Kleinen in Warteschlangen einfanden. 


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Musik aus der heimischen Szene spielten unter anderem auch noch Raftside, Jackie Moontan, Fonclair, Alberto Stocco und Katy de Jesus. Lesungen von Catherine Elsen und Sophie Reyer setzten inspirierende Ruhepunkte, wohingegen mehrere Ausstellungen neue Impulse gaben.   

Feiern und Falafeln

Während im Hof an den Essensständen die Schlangen immer länger wurden, stimmte die britische Band Metronomy gegen 20 Uhr die ersten Akkorde an und brachte viele der Besucher mit Indietronics und Elektropop zum Tanzen. Unterdessen wuchs die Schlange am Falafelstand noch weiter in den Hof hinein. Die Grenze zwischen hungrig Wartenden und zufriedenen Kopfnickern war nicht mehr so trennscharf wie noch am frühen Nachmittag. Das Festival war an einem Punkt, an dem alles irgendwie selbstverständlich und entspannt ineinander floß. Wer wartete, der lauschte; wer lauschte, der aß; wer aß, holte sich lauschend gleich noch ein Bier. 

Weitaus zielgerichteter wurden gut eine Stunde später im Salle Krieps die Sitzplätze angesteuert. Zum Konzert des Duos Grandbrothers hatten sich vor allem viele begeisterte Anhänger des Duos, dass auf seinen Alben zeitgenössische Klaviermusik und elektronische Klänge mischt, sichtlich gespannt und erwartungsvoll eingefunden. 

Klavier trifft Elektro

Die beiden Musiker aus Bochum brachten mit scheinbar spielerischer Leichtigkeit aus nur einem Flügel eine erstaunliche Tonvielfalt hervor. Das edle Tasteninstrument war über Kabel an ein Mischpult angeschlossen, welches wiederum über ein selbst geschriebenes Programm selbstgebaute Hämmerchen an den Saiten des Klaviers antrieb, was wiederum aufgenommen und direkt wiedergegeben wurde. 

Ein sphärisch schöner und immer wieder verblüffender Klangstrudel, der irgendwo zwischen Jazz, Klassik, Hip-Hop und elektronischer Musik in einem eigenen Universum vibrierte. Die Fans saugten diese Vibrationen begierig auf, waren hin und weg, und meldeten sich mit enthusiastischem Applaus und riefen zwischen den Stücken den Musikern immer wieder Komplimente für ihre Arbeit zu. 

Das Festival klang dann später mit dem Auftritt von Cat Power aus. Die US-amerikanische Musikern aus Atlanta bot dem Parvis alternativen Country und zauberte eine schwärmerische und romantische Stimmung in die Abendluft.  Unterdessen leuchteten die Lampions von Wiltz den Besuchern weiterhin den Weg, wenn sie sich am Ufer der Alzette abkühlten oder sich zum Closing mit Lauter Unfug zur Melusine Stage begaben.


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