„Out Of The Crowd“ 2017

Jenseits des Mainstreams

Die Shooting Stars des jungen britischen Jazz aus Manchester: Go Go Penguin.
Die Shooting Stars des jungen britischen Jazz aus Manchester: Go Go Penguin.
Foto: Emily Dennison

 Von Pol Schock

Eigentlich wollten die Organisatoren des „Out of the Crowd“-Festivals schon im vergangenen Jahr die Band Go Go Penguin für ihr Festival buchen. Die Gespräche verliefen gut, die Band willigte prinzipiell ein. Doch dann kam die Philharmonie dazwischen. Höheres Budget, bessere Rahmenbedingungen – die Band entschied sich aus nachvollziehbaren Gründen für die Philharmonie.

Und so verlief die dreizehnte Ausgabe des alternativen Festivals in der Kulturfabrik ohne die Shooting Stars des jungen britischen Jazz aus Manchester. „Damit müssen wir leben“, sagt Tom Karier, Pressekoordinator des Festivals. „Wir arbeiten mit einem begrenzten Budget und können finanziell mit den großen Konkurrenten nicht mithalten.“

In diesem Jahr soll es jedoch klappen: Go Go Penguin werden am Samstag mit ihrem modernen Jazz mit Electronica und allerlei Experimentellem die Kulturfabrik beschallen.

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Seit 2004 organisiert das heute nicht mehr ganz so junge Schalltot-Kollektiv das „Out of the Crowd“ in der Kulturfabrik. Damals gab es noch keine Rockhal, kein Rock-a-Field, kein Food For Your Senses und auch sonst genoss Luxemburger Rockmusik keinen besonderen Stellenwert. Das Schalltot-Kollektiv, darunter drei Musiker der Luxemburger Band Mutiny On The Bounty, trat damals an, um dies zu ändern. Die Idee: Rockige Underground-Musik fördern und Luxemburg eine Alternative geben. „Wir wollten Bands und Musik ,showcasen‘, die man sonst in Luxemburg nicht hörte – weder im Radio noch im Fernsehen“, so Karier.

Klasse statt Masse

Bis heute hat sich an dieser klaren Philosophie nichts verändert. Das Festival setzt weiterhin auf musikalische Klasse statt Masse. Auf Nischenbands, die zwar nicht im Radio gespielt werden – aber dafür ihr Handwerk gut beherrschen. Und zwar verdammt gut. So wie die experimentellen Jazzer Go Go Penguin, deren Konzerte nur exzellente Kritiken erhalten. „Wir sind uns bewusst, dass wir mit diesem Konzept wohl nie ein Massenpublikum ansprechen werden, aber das ist auch nicht unser Ziel.“

Bereits zum zweiten Mal nach 2009 werden die Australier von PVT auf dem Festival auftreten. Mit ihrer Mischung aus Vintage Synthesizern und prägendem Melodienzauber dürften sie ein breites Spektrum von Gitarrenliebhabern und Freunden von analogem Elektrosound ansprechen. „Das wird für mich eines der Highlights sein“, so Tom Karier, der den Auftritt der Band im Jahre 2009 leider verpasste.

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Ebenfalls aus Australien stammt das verrückte Duo „Civil Civic“, das Electro mit Indierock und einer abgefahrenen Bühnenshow kombiniert. Das „Out of the Crowd“ arbeitet wie in den vergangenen Jahren erneut mit einigen Partnern zusammen: darunter auch die Rotondes, die eine eigene Bühne programmieren.

Die Rotondes sind auch mit dafür verantwortlich, dass erneut die deutsche Post-Punk Band „Die Nerven“ in Luxemburg auftreten wird. Bereits beim vergangenen „Congés Annulés“ bestätigten die Stuttgarter, warum sie unter Kennerkreisen als Deutschlands beste Liveband gelten: Sound, Optik und Stimmung passen.

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Freunde der ambitiösen Musik dagegen werden mit True Widow und ihrem Shoegazer meets Stoner eine helle Freude haben. Und Mathrock darf beim Out of the Crowd natürlich auch nicht fehlen: The Physics House Band und Luo aus dem Vereinigten Königreich sorgen für nerdiges Gitarren-Gefricke.

In diesem Jahr sind mit der Indieband Autumn Sweater sowie den progressiven Rockern von The Kooters erneut zwei Luxemburger Bands am Start. Ein besonderes Anliegen für das Festival: „Wir wollen vor allem jungen Bands, die vielversprechend klingen, eine Plattform geben“, sagt Karier. „Auch im nächsten Jahr“.

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Das „Out Of The Crowd“-Festival findet am 22. April in der Kulturfabrik in Esch/Alzette von 16 Uhr bis 0.30 Uhr statt. Karten kosten 28 Euro im Vorverkauf. Weitere Infos zu Programm und Karten: www.ootcfestival.com