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Oscars 2021: Zwei Luxemburger Koproduktionen nominiert
Kultur 2 5 Min. 15.03.2021

Oscars 2021: Zwei Luxemburger Koproduktionen nominiert

Dreimal dürfen zwei in Luxemburg produzierte Filme zum Oscar greifen: Bester Dokumentarfilm, bester Film in ausländischer Sprache, bester Animationsfilm.

Oscars 2021: Zwei Luxemburger Koproduktionen nominiert

Dreimal dürfen zwei in Luxemburg produzierte Filme zum Oscar greifen: Bester Dokumentarfilm, bester Film in ausländischer Sprache, bester Animationsfilm.
Foto: AFP
Kultur 2 5 Min. 15.03.2021

Oscars 2021: Zwei Luxemburger Koproduktionen nominiert

Marc THILL
Marc THILL
Zwei Filme, an denen die Luxemburger Filmindustrie mitgearbeitet hat, konkurrieren bei den "Academy Awards" in drei Kategorien. Einmalig für den Filmstandort Luxemburg.

Die Entscheidung ist gefallen: Luxemburg geht am kommenden 25. April mit zwei Film-Koproduktionen bei den Academy Awards ins Rennen.  Erstmals in der Geschichte des Luxemburger Films sind also gleich zwei koproduzierte Filme dabei. Der Dokumentarfilm „Collective“, koproduziert von Samsa Film, und der Animationsfilm „Wolfwalkers“, koproduziert von Mélusine Productions. „Collective“ ist obendrauf in zwei Kategorien nominiert: „Best International Feature Film“ und „Bester Dokumentarfilm“.

Alexander Nanau (l.) Regisseur von "Collective" und sein Luxemburger Produzent Bernard Michaux von  Samsa Film. "Collective" hat 2020 beim LuxFilmFest die Trophäe für den besten Dokumentarfilm gewonnen.
Alexander Nanau (l.) Regisseur von "Collective" und sein Luxemburger Produzent Bernard Michaux von Samsa Film. "Collective" hat 2020 beim LuxFilmFest die Trophäe für den besten Dokumentarfilm gewonnen.
Foto: LuxFilmFest

Der Dokumentarfilm „Collective“ des deutsch-rumänischen Filmregisseurs Alexander Nanau konnte in den vergangenen Monaten bereits mehrere Preise einheimsen - allen voran den Europäischen Filmpreis in der Genre-Kategorie bester Dokumentarfilm des Jahres im Dezember. „Collective“ handelt von der Brandkatastrophe in einem Bukarester Musikclub im Jahr 2015, bei der mehr als 60 Menschen ums Leben kamen. Er thematisiert auch die damit verbundenen Versäumnisse der Behörden.

Eine Oscar-Nominierung ist unglaublich…zwei sind atemberaubend…uns fehlen gerade noch die Worte.

Bernard Michaux, Produzent bei Samsa

Die gesamte Samsa Familie zeigte sich am frühen Nachmittag „sehr, sehr glücklich“. „Wir danken unseren Partnern, dem Filmfund für das langjährige Vertrauen und allen, die von Anfang an an diesen Film geglaubt haben“, sagte Produzent Bernard Michaux. „Alexander Nanau hat mit diesem Film nicht nur einen dokumentarischen Meilenstein gelegt, sondern ist für uns auch zu einem guten Freund geworden. Eine Oscar-Nominierung ist unglaublich…, zwei sind atemberaubend…; uns fehlen gerade noch die Worte.“  

In der Kategorie für den besten internationalen Spielfilm, dem sogenannten Auslands-Oscar,  ist übrigens auch das Drama „Quo Vadis, Aida?“ der in Berlin lebenden Regisseurin Jasmila Žbanić nominiert, das am Wochenende den Hauptpreis beim Luxembourg City Film Festival gewonnen hat.


Alexander Nanau stellte "Collective" unter anderem 2019 bei der Biennale von Venedig vor (Foto).
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„Wolfwalkers“ vom Tomm Moore hat auch bereits etliche Festivalpreise gewonnen und war für einen „Golden Globe“ in diesem Jahr nominiert, ein Preis, der am Ende aber an den Konkurrenten Disney-Pixar und dessen Film „Soul“ ging.  

„Ich freue mich mit meinem gesamten Team“, betonte Produzent  „Es ist nur die Kirsche auf dem Kuchen, wir nehmen sie gerne entgegen, aber die Nominierung ist für den Film bereits eine große Anerkennung.“  , der vor allem auf die  gute Arbeit des Luxembourg Film Fund hinwies: „Drei Nominierungen, das ist diesmal das Besondere, und das ist auch die richtige Antwort auf all die Turbulenzen, die der Luxemburger Filmsektor vor einen guten Jahr kannte.“ 

Der Zeremonie in fünf Wochen sieht der Produzent gelassen entgegen: „Es ist nur die Kirsche auf dem Kuchen, wir nehmen sie gerne entgegen, aber die Nominierung ist für den Film bereits eine große Anerkennung.“

Drei Nominierungen, das ist diesmal das Besondere, und das ist auch die richtige Antwort auf all die Turbulenzen, die der Luxemburger Filmsektor vor einen guten Jahr kannte.

Produzent Stéphan Roelants

Mit dem irischen Regisseuren und seinem Studio Cartoon Saloon hat das Luxemburger Animationsstudio 352 von Mélusine Productions schon mehrfach erfolgreich zusammengearbeitet; unter anderem auch bei den beiden Oscar-nominierten Filmen „The Breadwinner“ (2017) und „Song of the Sea“ (2015). Für Mélusine Productions und dessen Chef Stéphan Roelants ist es bereits die vierte Oscar-Nominierung nach „Ernest et Célestine“ (2012), „Song of the Sea“ und „The Breadwinner“.

„Wolfwalkers“ und „Collective“ stehen übrigens auch im Rennen für den britischen BAFTA-Preis, der am 11. April vergeben wird.

Robyn Goodfellow und Mebh: "Wolfwalkers" erzählt eine irische Volksage, die sich in   Kilkenny im Jahr 1650, gegen Ende von Oliver Cromwells Feldzug zur Rückeroberung der Insel, abspielt.
Robyn Goodfellow und Mebh: "Wolfwalkers" erzählt eine irische Volksage, die sich in Kilkenny im Jahr 1650, gegen Ende von Oliver Cromwells Feldzug zur Rückeroberung der Insel, abspielt.

 „Deux“ nicht mehr dabei

Nicht nominiert wurde gestern „Deux“ von Regisseur Filippo Meneghetti, der am Freitag in Frankreich den César für den besten Debütfilm gewonnen hatte. Diese Koproduktion von Tarantula Luxembourg (Donato Rotunno) stand in der Kategorie bester internationaler Film auf der Shortlist. 

Bisher konnte lediglich eine Luxemburger Kopropduktion Hollywoods „Goldjungen“ erringen: Mit dem animierten Kurzfilm „Mr Hublot“ gewannen 2014 Laurent Witz and Alexander Espigares.

„Mank“ geht als Favorit ins Oscar-Rennen

Mit zehn Nominierungen ist die Filmbiografie „Mank“ der diesjährige Oscarfavorit. Das Werk von Regisseur David Fincher ist unter anderem als bester Film sowie für die beste Regie und die beste Musik nominiert, wie die Oscar-Akademie am Montag in Los Angeles bekanntgab. Außerdem wurde Gary Oldman für seine Rolle darin als bester Hauptdarsteller nominiert, Amanda Seyfried als beste Nebendarstellerin.

Dahinter reihen sich sechs Filme mit jeweils sechs Nominierungen: „The Father“, das Drama „Minari“ über eine koreanisch-amerikanische Familie, die Filmbiografie „Judas and the Black Messiah“, das Road-Movie „Nomadland“, „Sound of Metal“ und der Gerichtsthriller „The Trial of the Chicago 7“. 

Auf einen Preis als beste Hauptdarstellerin können Viola Davis („Ma Rainey’s Black Bottom“), Andra Day („The United States vs. Billie Holiday“), Vanessa Kirby („Pieces of a Woman“), Frances McDormand („Nomadland“) und Carey Mulligan („Promising Young Woman“) hoffen.

Streiten sich um Oscars: Die Regisseure von „Nomadland“, Chloe Zhao,  und „Mank“, David Fincher:

In der Kategorie für den besten Hauptdarsteller sind neben Oldman für „Mank“ noch Riz Ahmed für „Sound of Metal“, Anthony Hopkins für „The Father“, Steven Yeun für „Minari“ sowie der im vorigen August an Krebs gestorbene „Black Panther“-Star Chadwick Boseman posthum für „Ma Rainey’s Black Bottom“ nominiert.

Mit Spannung waren auch die Nominierungen für die beste Regie erwartet worden. Dort können sich nun Thomas Vinterberg mit „Druk“, David Fincher mit „Mank“, Lee Isaac Chung mit „Minari“ sowie die beiden Regisseurinnen Emerald Fennell mit „Promising Young Woman“ und Chloé Zhao mit „Nomadland“ Hoffnungen machen.


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