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opderschmelz in Düdelingen: Frauen geben den Ton an
Kultur 3 4 Min. 18.01.2018

opderschmelz in Düdelingen: Frauen geben den Ton an

Die französische Jazzsängerin Claudia Solal, Tochter des Pianisten Martial Solal. Klar, unaufgeregt, virtuos – und doch unglaublich gefühlvoll ist ihre Stimme. Am 22. März wird sie in Düdelingen sein.

opderschmelz in Düdelingen: Frauen geben den Ton an

Die französische Jazzsängerin Claudia Solal, Tochter des Pianisten Martial Solal. Klar, unaufgeregt, virtuos – und doch unglaublich gefühlvoll ist ihre Stimme. Am 22. März wird sie in Düdelingen sein.
FOTO: OPDERSCHMELZ
Kultur 3 4 Min. 18.01.2018

opderschmelz in Düdelingen: Frauen geben den Ton an

Marc THILL
Marc THILL
Es ist die feste Nische in Düdelingen: Jazz ist der Motor opderschmelz. Im Frühjahrsprogramm des Kulturzentrums werden die Frauen zu Leitfiguren in einer Männerdomäne.

von Marc Thill

Danielle Igniti sei hier die Queen, bemerkt der Kulturschöffe der Stadt Düdelingen, Loris Spina – eine Bezeichnung, die allerdings nicht so ganz zutrifft, da eine Queen bis zu ihrem Lebensende auf dem Thron bleibt. Nicht aber Danielle Igniti: Ende 2018 wird sie als Direktorin des Kulturzentrums opderschmelz in den Ruhestand treten und freut sich bereits jetzt darauf, Kultur bald anders erleben zu dürfen, als aus der Sicht einer künstlerischen und geschäftlichen Leiterin.

Danielle Igniti: Ende 2018 wird sie als Direktorin des Kulturzentrums opderschmelz in den Ruhestand treten.
Danielle Igniti: Ende 2018 wird sie als Direktorin des Kulturzentrums opderschmelz in den Ruhestand treten.
FOTO: ANOUK ANTONY

Für einige Monate aber wird es noch genau so in ihrem Büro zugehen – Bilanzen über Besucher, Gagen, Ticketverkauf ... Für das Jahr 2017 lassen sich die Zahlen sehen. An 175 Tagen war die Bühne auf dem ehemaligen Standort der Düdelinger Stahlhütte besetzt – zumeist von Musikbands.

Mit dem Jazz hat das Kulturzentrum seine eigene Nische in Luxemburg gefunden – von den 45 programmierten Konzerten waren 30 diesem Genre vorbehalten. Doch es wurden auch neun Theaterstücke aufgeführt, und fanden einige Lesungen statt.

15 000 Besucher im Jahr

Mit sechs Musikresidenzen hat das Kulturzentrum Luxemburger Komponisten und Interpreten gefördert. Hierbei entstanden neue Alben, neue Musikprojekte wurden initiiert. Für drei CDs war das Kulturhaus sogar der Geburtshelfer: Jeff Herr, Erny Hames und das Duo Benoit Martiny und Michel Pilz konnten 2017 ihre neuen Alben dank dem opderschmelz verwirklichen.

Die Südkoreanerin Youn Sun Nah ist nach 2006, 2010, 2011 und 2014 nun schon zum fünften Mal in Düdelingen zu Gast. Nicht nur die Treue des Publikums, auch die der Künstler spricht Bände ...
Die Südkoreanerin Youn Sun Nah ist nach 2006, 2010, 2011 und 2014 nun schon zum fünften Mal in Düdelingen zu Gast. Nicht nur die Treue des Publikums, auch die der Künstler spricht Bände ...
FOTO: OPDERSCHMELZ

Die Zahl der Besucher hat sich in den zehn Jahren des Bestehens der „kulturellen Schmelz“ bei rund 15 000 eingependelt. „Wir würden schon gerne die 20 000 anpeilen, aber mit unserer spezialisierten Programmierung bleibt dies wohl Wunschdenken“, meint Direktorin Igniti und verweist darauf, wie schwierig es ist, Jugendliche heranzuziehen: „Wir kämpfen mit konkurrierendem Zeitvertreib“, bedauert sie. Was sie genau damit meint, sagt sie nicht – vermutlich aber sind es die  Streamingdienste, das Internet, die sozialen Netzwerke, Videospiele und andere digitale Zerstreuungen.

Zu einem Konzert kommen im Schnitt 115 Besucher, zu den Lesungen sind es 23. Von den Gesamtausgaben in Höhe von 1,8 Millionen Euro gehen 69 Prozent als Gage an die Künstler, die Hälfte davon aus der Luxemburger Szene.

Auch 2018 wird das Kulturzentrum auf Jazzmusik setzen

Auch 2018 wird das Kulturzentrum auf Jazzmusik setzen. Neben dem Festival „Like a Jazzmachine“ sind mehrere Konzerten im ersten Halbjahr programmiert.

Morgen schon wird die amerikanische Band „Fly“ zu ihrem Höhenflug ansetzen: Mark Turner, aktuell einer der bedeutendsten Saxofonisten, sowie Larry Grenadier und Jeff Ballard orientieren sich an der Musik von John Coltrane und Wayne Shorter.

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Ein weiteres großes Jazz-Event sollte man sich für den 23. Februar vormerken. Der Luxemburger Perkussionist Niels Engel, der für das Projekt „Criss Cross Europe“ für junge Jazz-Musiker ausgewählt worden ist, wird an diesem Abend sein Können zeigen. Im zweiten Teil des Abends wird er zusammen mit der US-amerikanischen Perkussionistin Marylin Mazur, die unter anderem mit Miles Davis, Gil Evans und Wayne Shorter gespielt hat, und fünf weiteren jungen Auserwählten des Projekts „Criss Cross Europe“ auftreten.

„We love Girrrls!“

Im Monat März heißt es opderschmelz „We love Girrrls!“. Frauen werden den Ton angeben. Den Auftakt macht bei dieser Konzertreihe die französische Kontrabassistin Sarah Murcia am 6. März. Zusammen mit ihrer Band interpretiert sie das berühmte Album „Never Mind The Bollocks, Here’s the Sex Pistols“ aus dem Jahr 1977 der britischen Kultband Sex Pistols neu.

Es folgt, am 14. März, das „Marly Marques Quintett“ aus Luxemburg. Mit ihrer samtweichen, sinnlichen und puren Stimme vereint die junge Luxemburger Sängerin portugiesischer Abstammung, zusammen mit dem Schlagzeuger Paul Fox und den Jazzmusiker Jitz Jeitz, Claude Schaus und John Schlammes unkonventionelle Klangmischungen aus Jazz und Saudade mit modischem Mainstream.

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Aus Frankreich kommt die französische Jazzsängerin Claudia Solal, Tochter des Pianisten Martial Solal. Klar, unaufgeregt, virtuos – und doch unglaublich gefühlvoll ist ihre Stimme. Am 22. März stellt sie zusammen mit dem Pianisten Benjamin Moussay ihr im Oktober 2017 erschienenes Album „Butter in my Brain“ vor.

Den Abschluss bei „We love Girrrls!“ macht dann am 27. März eine der spannendsten jungen Jazzerinnen überhaupt, die Südkoreanerin Youn Sun Nah. Nach 2006, 2010, 2011 und 2014 ist sie nun schon zum fünften Mal in Düdelingen zu Gast. Nicht nur die Treue des Publikums, auch die der Künstler spricht Bände ...

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