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Nico Helminger mit dem Prix Servais 2018 ausgezeichnet
Nico Helminger

Nico Helminger mit dem Prix Servais 2018 ausgezeichnet

Foto: Anouk Antony
Nico Helminger
Kultur 23.04.2018

Nico Helminger mit dem Prix Servais 2018 ausgezeichnet

Das Buch sei ein starker und neuer Moment in der Entwicklung des postmodernen Romans in der Luxemburger Literatur, so die Begründung der Jury der Fondation Servais.

(mt) - Nico Helminger wurde für sein Buch "Kuerz Chronik vum Menn Malkowitsch sengen Deeg an der Loge" mit dem Prix Servais 2018 ausgezeichnet. Dies gab die Jury am Montag vormittag bekannt. Das Werk, in dem der Autor die gesellschaftlichen Entwicklungen in Luxemburg bis in die 2000er Jahre und die jüngste Zeit in satirisch-kritischer Weise thematisiert, sei ein starker und neuer Moment in der Entwicklung des postmodernen Romans in der Luxemburger Literatur, so die Begründung der Jury.

Nico Helminger studierte  Germanistik, Romanistik und Theaterwissenschaft in Luxemburg, Saarbrücken, Wien und Berlin
Nico Helminger studierte Germanistik, Romanistik und Theaterwissenschaft in Luxemburg, Saarbrücken, Wien und Berlin
Foto: Anouk Antony

Die kontrapunktische Erzählstruktur spiele mit literarischen Gattungen, verbinde philosophische und künstlerische Überlegungen, und dies in einer weltliterarischen und kulturtheoretischen Perspektive. Die Hauptperson  dieser Chronik werfe einen kritischen und unbequemen Blick auf Ideologien und Vorstellungen, denen das Individuum in der zeitgenössischen, globalisierten Gesellschaft ausgesetzt sei. Konsumrausch, Burn-Out, Nation Branding und Finanzskandale werden kommentiert und der Verlust einer komplexen Denkweise wird bloßgestellt.  Die Sprache sei außergewöhnlich stark und durchgehend überzeugend, sowohl im Umgang mit Humor und in der Wiedergabe von abstrakten Ideen als auch in der Beschreibung von zwischenmenschlichen Beziehungen und sexueller Lust.

Nico Helminger, geboren 1953 in Differdingen, studierte  Germanistik, Romanistik und Theaterwissenschaft in Luxemburg, Saarbrücken, Wien und Berlin. 1980 zog er nach Paris, wo er zunächst als Zeitungsverkäufer, danach als Lehrer für Deutsch und Geschichte arbeitete. 1984 ging er nach München, wo er als freier Autor lebte, dann nach Heidelberg und schließlich wieder nach Paris. 1999 kehrte er nach Luxemburg zurück, wo er seitdem als freier Schriftsteller in Esch/Alzette lebt.

Hier die Kritik des im Dezember erschienen Buchs "Kuerz Chronik vum Menn Malkowitsch sengen Deeg an der Loge" von Marcel Kieffer.