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Neuer Chefdirigent gesucht: Berliner Philharmoniker vertagen die Wahl
Gustavo Dudamel wurden bei der Wahl gute Chancen eingeräumt - als neuen Chef konnte er sich am Montag aber nicht feiern.

Neuer Chefdirigent gesucht: Berliner Philharmoniker vertagen die Wahl

Foto: Philharmonie Luxemburg
Gustavo Dudamel wurden bei der Wahl gute Chancen eingeräumt - als neuen Chef konnte er sich am Montag aber nicht feiern.
Kultur 11.05.2015

Neuer Chefdirigent gesucht: Berliner Philharmoniker vertagen die Wahl

Stundenlang wurde beraten, dann das überraschende Ergebnis: Die Berliner Philharmoniker haben keinen neuen Chefdirigenten gewählt.

(dpa) -  Die Wahl des neuen Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker ist am Montag ohne Ergebnis geblieben. Das teilte Orchestervorstand Peter Riegelbauer am Abend nach einer elfstündigen Sitzung der Orchesterversammlung in Berlin mit. Die Philharmoniker wollten nun innerhalb eines Jahres wieder zu einer Wahl für einen Nachfolger von Chefdirigent Sir Simon Rattle im Jahr 2018 zusammenkommen.

Bis dahin solle die interne Diskussion über die besten Kandidaten weitergeführt werden. Das Orchester sei zu mehreren Wahlgängen zusammengekommen, die ergebnislos geblieben seien.

Über den neuen Chefdirigenten stimmten 123 der 124 festangestellten Musiker ab. Der Posten an der Spitze des Elite-Orchesters gilt als eine der begehrtesten Aufgaben in der Welt der klassischen Musik. Zu den Wahlberechtigten gehört auch der in Esch/Alzette geborene Geiger Romano Tommasini, der dem Orchester seit 1989 angehört. (Hier ein Porträt über den Musiker.)

Rattle hatte 2014 angekündigt, dass er seinen Vertrag über das Jahr 2018 nicht verlängern wolle. Der Brite ist seit 2002 im Amt. 2017 tritt er als Chefdirigent des London Symphony Orchestra an und will dann ein Jahr lang zwischen Berlin und London pendeln.

Im Gespräch für die Leitung der Philharmoniker waren unter anderem die Dirigenten Andris Nelsons, Gustavo Dudamel, Christian Thielemann und Daniel Barenboim.

Das 1982 gegründete Orchester wird vom Land Berlin subventioniert, gilt aber in seinen Entscheidungen als weitgehend unabhängig. Das Recht auf Selbstverwaltung wurde 1952 festgeschrieben.


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