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Neue Spur im Fall des gestohlenen Van Gogh-Gemäldes
Kultur 5 2 Min. 19.06.2020

Neue Spur im Fall des gestohlenen Van Gogh-Gemäldes

Fotos der Vorder- und Rückseite des gestohlenen Gemäldes sind aufgetaucht.

Neue Spur im Fall des gestohlenen Van Gogh-Gemäldes

Fotos der Vorder- und Rückseite des gestohlenen Gemäldes sind aufgetaucht.
Foto: AFP
Kultur 5 2 Min. 19.06.2020

Neue Spur im Fall des gestohlenen Van Gogh-Gemäldes

Van Goghs Werk "Frühlingsgarten" war Ende März aus dem Singer-Laren Museum bei Amsterdam gestohlen worden. Nun tauchten erste Bilder des Gemäldes auf.

(dpa) - Im Fall des aus einem niederländischen Museum gestohlenen Gemäldes von Vincent van Gogh gibt es eine neue Spur. Von dem Bild tauchten nun Fotos auf, die die Tageszeitung "De Telegraaf" am Freitag veröffentlichte. Auf den Fotos sieht man die Vorder- und Rückseite des Gemäldes sowie die Titelseite der „New York Times“ vom 30. Mai 2020. Experten gehen davon aus, dass es sich um das Original handelt. Denn auf der Rückseite des Gemäldes befinden sich einzigartige Kennzeichen. Die Polizei untersucht die Fotos.

Das Bild "Frühlingsgarten. Der Pfarrgarten von Nuenen" aus dem Jahre 1884 war in der Nacht zum 30. März aus dem Museum Singer-Laren in der Nähe von Amsterdam gestohlen worden. Das Werk mit einem Wert von mehreren Millionen Euro war eine Leihgabe des Groninger Museums.

Die jetzt veröffentlichten Fotos waren nach dem Bericht der Zeitung zunächst dem auf Kunstdiebstähle spezialisierten Detektiv Arthur Brand zugespielt worden. "Das Bild ist leicht beschädigt, aber es sieht sonst noch gut aus", sagte Brandt dem "Telegraaf". Der Kunstdetektiv vermutet, dass die Diebe in kriminellen Kreisen einen Käufer suchten.


Gemälde von van Gogh aus Museum gestohlen
Die Einbrecher kamen in der Nacht. Sie brachen die Glastür des Museums Singer Laren bei Amsterdam auf und griffen schnell und gezielt zu.

Auf den Fotos ist auch das niederländische Buch "Meisterdieb" zu sehen, über einen spektakulären Raub von Gemälden von Vincent Van Gogh aus dem Amsterdamer Van Gogh Museum 2002. Diese Bilder waren 2016 in Italien in der Villa eines Mafia-Bosses gefunden worden.

Van Gogh (1853-1890) hatte "Frühlingsgarten" im Garten seiner Eltern in dem südniederländischen Ort Nuenen gemalt. Dort war sein Vater Pfarrer. Der Direktor des Groninger Museums, Andreas Blühm, reagierte gegenüber der Nachrichtenagentur ANP erleichtert: "Einerseits tut es weh, aber es ist auch eine Erleichterung. Das Gemälde gibt es noch."

Van Gogh Museum erwirbt "Bordell-Brief"

Während das Museum Singer-Laren in der Nähe von Amsterdam um ein Werk ärmer ist, hat das Amsterdamer Van Gogh Museum einen kunsthistorisch bedeutsamen Brief der beiden Maler Vincent van Gogh und Paul Gauguin aus dem Jahre 1888 erstanden. Auf vier Seiten beschreiben die Maler ihre intensive gemeinsame Periode im südfranzösischen Arles, darunter auch gemeinsame Bordellbesuche. Die Stiftung des Museums hatte den Brief bei einer Auktion in Paris für rund 200.000 Euro ersteigert, teilte das Museum am Mittwoch mit.


warte
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Der Brief des Niederländers van Gogh (1853-1890) und seines französischen Kollegen Gauguin (1848-1903) richtete sich an den gemeinsamen Künstlerfreund Émile Bernard. Es sei "ein Dialog der Maler", teilte das Museum mit, und das wichtigste Dokument van Goghs, das noch in Privatbesitz war. "Der Brief ist eine visionäre Darlegung ihrer künstlerischen Zusammenarbeit und die Zukunft der modernen Kunst." Er gibt nach Angaben des Museums einen Einblick in die sehr unterschiedlichen Charaktere der Maler. Gauguin und Van Gogh beschreiben auch ihre Besuche in einem Bordell, wo sie auch malen wollten. Der Brief soll ab Herbst in einer Ausstellung präsentiert werden.

Die Maler schrieben an Bernard, kurz nachdem Gauguin im November 1888 ins Gelbe Haus in Arles eingezogen war. Dort wollte van Gogh seinen Traum von einer utopischen Künstlerkolonie verwirklichen. Die Beziehung der Maler war aber äußerst schwierig und endete tragisch, als van Gogh in einem Anfall von Wahnsinn einen Teil seines Ohres abschnitt.


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