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Neil Young zieht seine Musik ab
Kultur 2 Min. 16.07.2015 Aus unserem online-Archiv
Boykott gegen Streaming-Dienste

Neil Young zieht seine Musik ab

Neil Young (hier bei einem Konzert 2010) gibt den Boykottierer.
Boykott gegen Streaming-Dienste

Neil Young zieht seine Musik ab

Neil Young (hier bei einem Konzert 2010) gibt den Boykottierer.
AP
Kultur 2 Min. 16.07.2015 Aus unserem online-Archiv
Boykott gegen Streaming-Dienste

Neil Young zieht seine Musik ab

Neil Young sorgt für neues Aufsehen mit einem Boykott von Streaming-Diensten. Auch wenn er dabei selbst seinen eigenen digitalen Musikservice in den Vordergrund rücken will.

(dpa) - Der Rocksänger Neil Young (69) entfernt seine Musik bei Streaming-Diensten wie Spotify, weil ihre Soundqualität nicht gut genug sei. „Ich kann es nicht gebrauchen, dass meine Musik von der schlechtesten Qualität in der Rundfunkgeschichte entwertet wird“, schrieb der Kanadier auf seiner Facebook-Seite. Young („Heart of Gold“) hat auch eigene geschäftliche Interessen in der seit langem geführten Diskussion über den Klang in Streaming-Diensten: Er steht hinter einem Anfang des Jahres gestarteten Download-Service für Musik in höherer Qualität.

Mit Geld habe die Entscheidung nichts zu tun, erklärte Young - „obwohl mein Anteil (wie bei allen anderen Künstlern) durch schlechte Deals, die ohne meine Zustimmung abgeschlossen wurden, dramatisch reduziert wurde.“

Eigenes Startup im Auge

Young ist Initiator und inzwischen auch Chef des Startups Pono, das ein Abspielgerät für Musik in einem verlustfreien Format mit hoher Auflösung auf den Markt brachte. Dazu gehört auch ein Download-Dienst für Musik. Young kritisiert bereits seit Jahren, dass im Internet sowohl die Musik zum Herunterladen als auch in Streaming-Diensten eine zu schlechte Qualität habe. Die Dateien werden stark komprimiert, um die Datenmenge bei der Übertragung zu drücken.

Verfechter des Kompressionsprinzips argumentieren, dass dabei für den Menschen nicht hörbare Informationen wegfielen. Experten betonen auch, dass die Qualität von Hardware wie Kopfhörer oder Lautsprecher oder Verstärker zur Signalverarbeitung genauso wichtig wie die Datenrate ist.

Kampf um den digitalen Markt

Pono war von Young über Monate groß angekündigt worden, die Aufmerksamkeit ließ nach einem Höhepunkt zum Start aber schnell nach. Zudem mühten sich einige Rezensenten in Fachmedien vergeblich, einen Unterschied zum Klang herkömmlicher Musikdateien zu entdecken. Über Geschäftszahlen von Pono wurde bisher nichts bekannt.

Es gibt auch andere Download-Dienste für unkomprimierte Musik zu höheren Preisen. Der Streaming-Service Tidal Rappers Jay Z bietet zudem auch Songs in hoher Auflösung aus dem Netz an. Dieses Abo kostet mit 20 Dollar oder Euro im Monat doppelt so viel wie andere Dienste oder die Basis-Version. Vor kurzem hatte auch der Sänger Prince (57) seine Musik von allen Musikdiensten außer Tidal entfernen lassen. Der bisherige Streaming-Marktführer Spotify betont allerdings auch, dass seine Abo-Kunden Musik mit höheren Datenraten als bei der CD erhalten könnten.


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