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Natürliche Poesie
Kultur 2 Min. 01.06.2018 Aus unserem online-Archiv

Natürliche Poesie

Die Verbindung von Komplexität des Tanzes und Einfachheit der Körpersprache: Momentaufnahme aus dem Stück "Rule of Thirds" von Sao Castro und Antonio Cabrita

Natürliche Poesie

Die Verbindung von Komplexität des Tanzes und Einfachheit der Körpersprache: Momentaufnahme aus dem Stück "Rule of Thirds" von Sao Castro und Antonio Cabrita
Susana Pereira
Kultur 2 Min. 01.06.2018 Aus unserem online-Archiv

Natürliche Poesie

Sarah ROCK
Sarah ROCK
Mit „Rule of Thirds“ gastieren Antonio Cabrita und São Castro am Samstag im Mamer Kinneksbond beim AWA-Tanzwochenende.

Ein Tanzabend und verschiedene Workshops finden am Wochenende im Kinneksbond, TROIS C-L (Bonnevoie) und Centre scolaire, sociétaire et sportiv (Luxemburg) statt. São Castro spricht im Rahmen dieses Tanzwochenendes über ihre Arbeit als Choreografin und künstlerische Leiterin der Companhia Paulo Ribeiro im portugisischen Viseu.

Frau Castro, Sie zeigen einen Tanzabend und halten Workshops. Auf was freuen Sie sich besonders?

Genauso wie mein Partner Antonio Cabrita in der Companhia Paulo Ribeiro habe auch ich ein Faible für den kreativen Prozess. Wir beide interessieren uns für die Entstehung von Bewegungsabfolgen und beobachten den Körper in diesen Momenten – die Suche nach einer neuen Form von Kommunikation mit dem Publikum. Dabei wollen wir die Menschen berühren und eine Verbindung mit ihnen herstellen. Bei den Workshops geht es darum, den Menschen Impulse zu geben, um zu einer anderen, neuen Wahrnehmung des eigenen Körpers zu gelangen.

Sie und Antonio Cabrita sind seit 2017 künstlerische Leiter der Tanzkompanie Paulo Ribeiro. Inwiefern hat sich das Ensemble in den vergangenen Jahren verändert?

Als Paulo Ribeiro, Gründer der Kompanie, zum National Ballet of Portugal ging, hat er Antonio und mir die Aufgabe der künstlerischen Leitung übergeben. Die Kompanie hat hauptsächlich mit Choreografien von Paulo Ribeiro gearbeitet – wir laden nun nationale und internationale Choreografen ein. Die Kompanie besteht seit 22 Jahren – da ist Veränderung notwendig. Das Ziel ist, sich zu öffnen und die Kreativität zu fördern.

Die Poesie des Augenblicks in "Rule of Thirds".
Die Poesie des Augenblicks in "Rule of Thirds".
Susana Pereira

In den Workshops vereinen Sie Teilnehmer verschiedenen Alters mit unterschiedlicher Tanzerfahrung. Welches Ziel verfolgen Sie dabei?

Jeder soll seine Bewegungsmöglichkeiten erforschen. Es entsteht ein neues Körpergefühl und wir können beobachten, wie die Menschen sich freier bewegen. Als Tänzer hat man bereits eine Technik und eine ausgeprägte, gefestigte Körperwahrnehmung. Interessant wird es dann, wenn ausgebildete Tänzer auf Anfänger stoßen, die eine viel einfachere, vielleicht auch natürlichere, ungeformte Herangehensweise an den Körper haben.

Die Einfachheit der Körpersprache in "Rule of Thirds"
Die Einfachheit der Körpersprache in "Rule of Thirds"
Susana Pereira

Das heißt, es ist für Sie immer noch reizvoll, Workshops für Anfänger zu geben?

Absolut! Solche Workshops werden nie langweilig. Das, was wir als professionelle Tänzer bei dieser Gelegenheit lernen, bauen wir in unsere Arbeiten ein, auch in „Rule of Thirds“. Das öffnet eine andere Dimension und verändert unsere Stücke. Außerdem lassen wir uns inspirieren. Tänzer vergessen oft, dass Körpersprache sehr einfach sein kann, deshalb ist es wichtig, dass wir immer wieder daran erinnert werden. Tanz ist nicht nur Bewegung und Technik, sondern auch Poesie. Das Verschmelzen von Einfachheit der Körpersprache einerseits und Komplexität der Bewegungen beim Tanzen andererseits ist Grundlage und Herausforderung unserer Kunst. Eigentlich wäre es wichtig, bereits kleinen Kindern durch Tanzunterricht im Alltag ein anderes Körpergefühl zu vermitteln und sie so für Kunst zu sensibilisieren.