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Nationalbibliothek in den Startlöchern
Kultur 8 01.10.2019

Nationalbibliothek in den Startlöchern

Kultur, Ouverture BnL, Bibliothèque nationale Luxembourg, Foto: Lex Kleren/Luxemburger Wort

Nationalbibliothek in den Startlöchern

Kultur, Ouverture BnL, Bibliothèque nationale Luxembourg, Foto: Lex Kleren/Luxemburger Wort
Lex Kleren
Kultur 8 01.10.2019

Nationalbibliothek in den Startlöchern

Nach der feierlichen Eröffnung der Nationalbibliothek in Kirchberg sind nun die Nutzer zugelassen.

Die neue Nationalbibliothek in Kirchberg macht den Wandel deutlich, den Luxemburg derzeit durchlebt und der auch bei der Eröffnung in allen Reden auftauchte.

Monique Kieffer, Direktorin der Nationalbibliothek, erwähnte den Paradigmenwechsel – weg von der ehemaligen Magazinbibliothek, hin zu den offenen und frei zugänglichen Bücherschränken und Regalen. Dabei betonte die Direktorin, ihre Institution mit 21 000 eingeschriebenen Nutzern sei nicht allein den Eliten vorbehalten, sie richte sich an alle Bewohner dieses multikulturellen Landes.

Die fast endlosen Debatten, die es gebraucht hat, bis der erste Spatenstich im Jahr 2014 stattfinden konnte, erklärte die Direktorin damit, dass die wertvolle und ebenso mühsame Arbeit einer Nationalbibliothek, das Sammeln, Aufbewahren, Anreichern und Anbieten von dokumentarischem Wissen, nach Außen hin nur sehr schwer vermittelbar sei. In einer Gesellschaft, die eher auf das Spektakuläre und Auffällige als auf das Tiefgründige blicke, sei es nicht einfach, die Öffentlichkeit von der Notwendigkeit solch hoher Investitionen in das Wissen zu überzeugen.

Neben Vertretern von elf Nationalbibliotheken, darunter die französische, die deutsche, die belgische, die schweizerische und die niederländische, war auch der Direktor der British Library, Roly Keating, präsent. Er ist zugleich auch Vorsitzender der „Conference of European National Librarians“ und sprach daher als Gastredner über den digitalen Wandel. „Wir leben in einer hybriden Welt, in der sich das Digitale und das Physische die Waage halten“, meinte er und fügte hinzu, „je digitaler die Welt wird, je länger wird auch die Warteschlange vor jeder Bibliothek.“


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Kulturministerin Sam Tanson betonte in ihrer Ansprache mehrmals, dass das geschriebene Wort nicht tot sei. Gerade im Zeitalter von Fake News sei eine Nationalbibliothek ein Garant für Wissen und Wahrheit. Mit der neuen Kirchberger Institution eröffne sich auch ein neues Kapitel der Luxemburger Kulturpolitik.

Bautenminister François Bausch sprach einen letzten Wandel an, jenen, den sich die Politik für den Kirchberg herbeiwünscht. „Damit endlich Leben in den Kirchberg komme“, meinte er und verwies auf das sich permanent wandelnde Stadtbild.

Die Öffnungszeiten der Nationalbibliothek: Die BnL ist dienstags bis freitags von 10 bis 20 Uhr, samstags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

www.bnl.lu


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