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Nach dem Ausraster des Mudam-Direktors: Verwaltungsrat trifft Lunghi
Das Schicksal von Mudam-Direktor Enrico Lunghi bleibt ungewiss.

Nach dem Ausraster des Mudam-Direktors: Verwaltungsrat trifft Lunghi

Foto: Pierre Matge
Das Schicksal von Mudam-Direktor Enrico Lunghi bleibt ungewiss.
Kultur 05.10.2016

Nach dem Ausraster des Mudam-Direktors: Verwaltungsrat trifft Lunghi

Maxime LEMMER
Der Mudam-Verwaltungsrat hat für Donnerstag eine Sitzung einberufen. Enrico Lunghi wird dem Gremium Rede und Antwort stehen müssen. Die Kulturszene zeigt sich teilweise solidarisch mit dem Mudam-Direktor.

(ml) - Der Vorfall zwischen Mudam-Direktor Enrico Lunghi und der RTL-Journalistin Sophie Schram wird am Donnerstag den Verwaltungsrat des Musée d'Art Moderne Grand-Duc Jean beschäftigten. Lunghi wird dem Gremium Rechenschaft ablegen. Dies bestätigte Philippe Dupont, Vizepräsident des Verwaltungsrats, dem Radio 100,7 gegenüber.

Das Gremium wolle sich ein Gesamtbild der Vorkommnisse verschaffen, heißt es weiter. Ob jedoch bereits am Donnerstag eine Entscheidung getroffen wird, steht derzeit noch nicht fest. Bereits am Dienstag wurde Lunghi vom "Comité de gestion et des finances" angehört. Welche Schlüsse dabei gezogen wurden, war nicht in Erfahrung zu bringen.

"Mudam-Bashing mit tendenziösen Berichterstattungen"

Premier- und Kulturminister Xavier Bettel hatte am Dienstag Lunghis Benehmen als "unannehmbar" bezeichnet und ein Disziplinarverfahren angekündigt. "Lunghi hat Verpflichtungen, dazu gehört auch sich zu benehmen", so Bettel. Der Mudam-Direktor hatte am 13. September während eines Interviews die Fassung verloren. Lunghi hatte versucht, der RTL-Journalistin das Mikrofon aus der Hand zu reißen und drohte ihr verbal.

Der Fall Schram kontra Lunghi ruft auch in den sozialen Medien zahlreiche Reaktionen hervor. Serge Tonnar macht sich auf Facebook lustig über die ganze Angelegenheit.

Die hiesige Kulturszene zeigt sich zum Teil solidarisch mit dem Mudam-Direktor. "Seit 20 Jahren wird auf ihn geschossen. Dabei ist Lunghi derjenige, der die zeitgenössische Kunst in Luxemburg salonfähig gemacht hat", sagte Jo Kox, Mitarbeiter des Kulturministeriums, gegenüber dem "Tageblatt". Kommentieren wolle er den Vorfall nicht.

Ainhoa Achutegui, Direktorin von "Neimënster", ist empört: "Statt die exzellente Arbeit Enrico Lunghis zu würdigen (...), findet ein regelrechtes Mudam-Bashing mit tendenziösen Berichterstattungen, Leserbriefen, Diffamierungen statt." Danielle Igniti, Direktorin des Kulturzentrums "opderschmelz" weigert sich, Stellung zu einer "RTL-Montage" zu beziehen.

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