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Mut zur Kreativität vermitteln
Kultur 1 3 Min. 27.04.2022
Zwischen Tanz und Alltagsbewegungen

Mut zur Kreativität vermitteln

Manchmal kraftvoll und manchmal im Kleinen ganz schön kreativ: Das Bühnenteam von „Sahasa“ – Lynn Jung, Isaiah Wilson und Sven Fielitz – fügen bewusst fast schon alltägliche Bewegungen zu einer Choreografie zusammen.
Zwischen Tanz und Alltagsbewegungen

Mut zur Kreativität vermitteln

Manchmal kraftvoll und manchmal im Kleinen ganz schön kreativ: Das Bühnenteam von „Sahasa“ – Lynn Jung, Isaiah Wilson und Sven Fielitz – fügen bewusst fast schon alltägliche Bewegungen zu einer Choreografie zusammen.
Foto: Noah Bach
Kultur 1 3 Min. 27.04.2022
Zwischen Tanz und Alltagsbewegungen

Mut zur Kreativität vermitteln

Daniel CONRAD
Daniel CONRAD
Wie die Produktion „Sahasa“ von Jill Crovisier nicht nur die Genregrenzen sprengt, sondern auch die Generationen verbindet.

Endlich kann die Produktion „Sahasa“ ihre Premiere feiern. Trotz der Vorbereitungen hat die Corona-Pandemie diese besondere Bühnen-Mischung für junge Zuschauerinnen und Zuschauer ausgebremst. Dabei wagt sie doch mehr als viele andere. Aber ist Akrobatik, Parcours und Kunstfertigkeit am Ball zeitgenössischer Tanz? 

Genau an dieser scheinbaren Grenzlinie experimentiert die luxemburgische Choreografin – und in diesem Fall auch die Videokünstlerin und Kostümbildnerin – Jill Crovisier zusammen mit ihren Tänzern Lynn Jung, Isaiah Wilson und Sven Fielitz. 

Foto: Noah Bach

Zur Musik von Damiano Picci und im Bühnenbild von Philip Van Ees verwandelt sich die Bühne in einen Kreativraum. Die Botschaft ganz offiziell: „Menschen jeden Alters den Mut (wieder-)zugeben, kreativ zu sein; in welcher Form auch immer das sein kann, um dem Alltag die Stirn zu bieten und das Gefühl von Lebendigkeit in dieser Zeit (wieder-) zu erleben.“

Brücken für ein Publikum mit jüngeren Zuschauern bauen

Dank der breiten Unterstützung von Kulturzentren quer durch das Land und Finanzpartnern durfte die Kompanie „JC Movement Production“ (so der Name von Crovisiers eigener Kreativschmiede) an dem Konzept feilen. Zuschauerinnen und Zuschauer ab acht Jahren dürfen nun das Endergebnis anschauen. 

Foto: Noah Bach

Ein Novum für Crovisier? „Nein, es ist ja nicht das erste Mal, dass ich etwas für ein so generationsübergreifendes Publikum mache. Natürlich geht man anders ran“, sagt sie im Gespräch über die Produktion. „Der Erzählrhythmus, die Dramaturgie, das Bühnenbild und die Performance der Künstlerinnen und Künstler auf der Bühne hat auch einen eher pädagogischen Ansatz, der zum Beispiel auch über Begleitmaterial und die Debatte danach noch zusätzlich erweitert werden kann.“

Die Idee zu dem Konzept entspringt der Federführung der Luxemburger Choreografin Jill Crovisier
Die Idee zu dem Konzept entspringt der Federführung der Luxemburger Choreografin Jill Crovisier
Foto: Guy Wolff

Dabei nimmt Crovisier ihr jüngeres Publikum ganz ernst: „Es geht nicht darum, kindisch-kitschige Welten aufzubauen. Aber wichtig ist, den Jüngeren Brücken zu bauen, damit sie sich ihre eigenen Gedanken machen können. Wir versuchen, nachvollziehbar Gefühle entstehen zu lassen; unter anderem unterstützt durch die Musik. Freiraum für, und Vertrauen auf die Interpretation der Jüngeren braucht da eine andere Balance und einen anderen Spannungsbogen. Und genau das zu entwickeln, ist auch für uns Kunstschaffende eine wundervolle Herausforderung.“ 

Foto: Noah Bach

Nun verlässt sich Crovisier nicht etwa allein auf ein zeitgenössisches Tanzvokabular. Sie geht bewusst weit darüber hinaus, in dem sie zeigt, wie viel Kreativität schon in etwas Körperbeherrschung oder kleinen Bewegungen stecken kann. „,Sahasa’ ist nepalesisch für ,Courage’. Ich will hier bewusst nicht nur Kindern und Jugendlichen zur Kreativität Mut machen, sondern auch Älteren. Es müssen nicht ausgefeilte Technik, jahrelanges Training oder Spezialausbildungen als Künstler sein, um kreativ zu sein. Und genau deswegen war es mir so wichtig, Disziplinen auf die Bühne zu bringen, die ihre Kreativität ausleben und darin etwas Schönes und Faszinierendes erschaffen.“ 

Foto: Noah Bach

„Es gilt, von dieser Kreativität in der Vielfalt zu profitieren. Und in der Choreografie lernen die drei Bühnenfiguren voneinander, erkunden den Theater- und Bühnenraum, gehen auf eine Entdeckungsreise und werden von Einzelkämpfern zu stärkeren Menschen in der Gemeinschaft.“


Aerowaves:Répétitions "The Hidden Garden".Foto:Gerry Huberty
Jill Crovisier: Ici ou ailleurs
La lauréate du «Lëtzebuerger Danzpräis» 2019 assume ses choix de vie.

Das ist dann keine Talentshow von Solisten, sondern ein Ineinanderfließen – so zumindest der Wunsch der Choreografin. Und in diesem Fluss ist gerade auch – wenn auch für die Zuschauer unbewusst – viel aus dem zeitgenössischen Tanz und seinen Konzepten enthalten. Und so letztlich auch eine Einführung in die kunstvolle Welt der Bewegung und ihrer Ästhetik.

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Für „Sahasa“ stehen gleich mehrere Spielorte und Termine an: Am 27.04. um 14.30 Uhr ist die Produktion im Düdelinger opderschmelz und am 29.04.22 im Trifolion zu sehen. Am 4., 5. und 6. Mai 2022 werden drei Schulvorstellungen in den Rotondes nachgeholt, öffentliche Vorführungen dort sind für den 24. bis 27. November vorgesehen. Im Ettelbrücker Cape ist „Sahasa“ zwischen dem 20. und 22. November zu sehen. 

Mehr Infos zu den Terminen unter: 

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