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Musée d'Art moderne Mudam: Kunst- und Kulturszene unterstützt Enrico Lunghi
Enrico Lunghi.

Musée d'Art moderne Mudam: Kunst- und Kulturszene unterstützt Enrico Lunghi

Foto: Lex Kleren
Enrico Lunghi.
Kultur 2 Min. 13.11.2016

Musée d'Art moderne Mudam: Kunst- und Kulturszene unterstützt Enrico Lunghi

Marc THILL
Marc THILL
Dass jemand öffentlich und offiziell gerichtet werde allein auf Grundlage dessen, was ein Fernsehen in die Welt setze, sei inakzeptabel und beängstigend, so ein Künstlerkollektiv, das sich für den zurückgetretenen Mudam-Direktor Enrico Lunghi einsetzt.

(mt) - In einem offenen Brief haben übers Wochenende Künstler und Kulturschaffende auf die Demission des Mudam-Direktors Enrico Lunghi reagiert. Dass ein Mensch öffentlich und ganz offiziell allein auf Grundlage dessen, was ein  Presseorgan in die Welt setze, gerichtet werden könne, finden die Unterzeichnenden dieses offenen Briefes als inakzeptabel. Dass hierauf auch niemand öffentlich reagiere sei ebenso unverständlich.

Lunghi hatte sich nach einem RTL-Fernseh-Interview, das unglücklich verlaufen war, zunächst öffentlich in einem Brief entschuldigt, um dann Wochen später von seinem Posten zurückzutreten. Er fühle sich in seiner Ehre verletzt, schrieb Lunghi in einem Brief an seinen Verwaltungsrat. Die Interview-Affäre und vor allem deren Aufarbeitung, so Lunghi, sei eine "niederträchtige, verlogene Verletzung meiner Ehre und meiner Reputation".

Als Reaktion auf diese Demission hatte sich auch bereits die Vereinigung der Kunstkritiker Luxemburgs empört gezeigt.  Auch das "Casino Luxembourg – Forum d'art contemporain" hatte in einer Stellungnahme von einem feigen Vorgehen gesprochen. Die Würde eines Menschen wäre in dieser Angelegenheit aufs Schändlichste unter die Räder gekommen.

 Nachstehend der Brief der Künstler und Kulturschaffenden:

LETTRE DE SOUTIEN À ENRICO LUNGHI

« Nous pourrions tous être la cible dʼharcèlements personnels, de manipulations médiatiques ou politiques. » En tant que citoyens lʼidée quʼune personne, Enrico Lunghi, puisse être jugée publiquement et officiellement sur base de lʼaccusation dʼun média nous consterne et elle est inacceptable.

Lʼidée quʼune personne, Enrico Lunghi, puisse être jugée publiquement et officiellement sur base de lʼaccusation dʼun média nous consterne et elle est inacceptable.

Nous sommes stupéfaits par le manque dʼesprit critique de certains journalistes et personnalités publiques. Nous comprenons le départ dʼEnrico Lunghi de la direction générale du Mudam Luxembourg. Nous en sommes attristés et nous déplorons la perte de son engagement généreux, ambitieux, sincère et libre pour lʼart contemporain au sein de lʼinstitution culturelle. Par notre signature, nous aimerions exprimer notre soutien à Enrico Lunghi dans lʼexigence et le combat pour voir son honneur et sa réputation professionnelle rétablis.

Aloyse Achten, Ainhoa Achutegui, Claudine Bechet-Metz, Fabienne Bernardini, Claude Bertemes, Geneviève Biwer, Jean-Marie Biwer, Jacques Brauch, Nicole Dahlen, Benoît Delzelle, Tullio Forgiarini, Robert Garcia, Sissy Hatzichristou, Danielle Igniti, Josée Kirps, Jo Kox, Claude Lenners, Benoît Majerus, Stephanie et Patrick Majerus, Philippe Nathan, Claudia Passeri, René Penning, Françoise Poos, Fränk Reinert, Paca Rimbau Hernández, Mariette Schiltz, Philippe Schmit, Christiane Sietzen, Guy Thewes, Gian-Maria Tore, Su-Mei Tse, Christine Walentiny, Michèle Walerich, Anouk Wies

Luxembourg, 12.11.2016.