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Mumford and Sons begeistern Fans in der Rockhal
Mumford and Sons haben am Mittwoch auf ihrer Tour in der Rockhal Halt gemacht und ihr viertes Studioalbum vorgestellt.

Mumford and Sons begeistern Fans in der Rockhal

Foto: Claude Piscitelli
Mumford and Sons haben am Mittwoch auf ihrer Tour in der Rockhal Halt gemacht und ihr viertes Studioalbum vorgestellt.
Kultur 5 4 2 Min. 09.05.2019

Mumford and Sons begeistern Fans in der Rockhal

Sophia SCHÜLKE
Sophia SCHÜLKE
Seien es alte Hits wie „I Will Wait" und „Little Lion Man" oder neuer Stoff von der jüngsten Platte „Delta": Mit Songs von vier Studioalben machte die britische Indie-Folk-Band Mumford and Sons am Mittwochabend in Luxemburg Station. Die Fans ließen sich nicht bitten und strömten in die ausverkaufte Rockhal.

Trennungslieder zum Mitsingen, Feuerzeugmomente und lebensphilosophische Balladen, darunter floss ein voller Strom aus Banjo- und Gitarrenrhythmen.

Die britische Indie-Folk-Band Mumford and Sons hat am Mittwochabend in der Rockhal ihre Fans beglückt und wurde frenetisch gefeiert, noch bevor sie zu den Instrumenten gegriffen hatte. 

Das 2007 gegründete Quartett hat mit den Vorgängerplatten „Sigh No More", „Babel" und „Wilder Mind" sowohl Verkaufserfolge als auch Kritikerlob eingeheimst und mit zahlreichen Charthits der neuen Folkmusik ganz nebenbei einen Schub verpasst.

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Leadsänger Marcus Mumford und seine Mitstreiter Ben Lovett an den schwarz-weißen Tasten, Winston Marshall am Banjo und Ted Dwane am Kontrabass hatten natürlich die Lieblingssongs ihrer Anhänger, mit denen diese regelrecht verwachsen sind, und Lieder von der neuen Platte „Delta" im Gepäck. 

Inmitten der Fans

Verstärkung auf der Bühne leisteten ihnen zeitweise bis zu sieben weitere Musiker, unter anderem an Posaune, Trompete, Keyboard und natürlich den Drums, doch dazu später. 

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Die ausverkaufte Halle bot dem Publikum mit einer Bühne in der Mitte einen heimeligen Wohnzimmereffekt, bei dem die Menge sich rings um die Band gruppieren und sie von allen Seiten feiern konnte. Leadsänger Mumford gab sich auch Mühe, alle Seiten zu spielen; mit dem Nebeneffekt, dass man sich zeitweise auch mit dem Rücken der Musiker begnügen musste. 


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Was beim Hereinkommen genial und bei Rückansicht zunächst ungewohnt wirkte, pendelte sich angesichts des eingespielten Ablaufes schnell ein. Und sowieso konnte der Großteil der Fans eh die Texte auswendig, fühlte und litt mit oder schwelgte berührt in Erinnerungen – egal, ob sie nun Mumfords Gesicht sahen oder nicht. 

Das gut anderthalbstündige Konzert strotzte vor professionellen Darbietungen der traurigen und hoffnungsgetriebenen Balladen, für die die Band bekannt ist. Bei den Chartknallern „I Will Wait“ singt die Halle hingebungsvoll mit, bei „Little Lion Man“ und „Lover of the Light“ braucht es nur ein paar Takte, um die Musik mit den johlenden Chören und Mitklatschrefrains aus der Menge anzureichern. Selbst der neue Song „Picture You“ von der aktuellen Platte wird mitgeschnippt.

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Um das Publikum für „Ditmas“ einzustimmen holte Mumford Drummer Chris Maas, der seit Jahren mit der Band tourt, bei seinem Heimspiel ins Rampenlicht. 


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Da Mumfords Versuche, die „verdammt schwere Sprache“ zu lernen, bisher noch nicht gefruchtet zu haben scheinen, bestätigt Maas „ech spillen Batterie“. So viel Understatement bleibt nicht unbejubelt, und Mumford bedankte sich noch artig bei der Familie für die Entsendung des Sohnes. 

Intim ohne Stecker

Einer der schönsten Momente aber kommt erst gegen Ende, als die Band für drei der insgesamt sieben Zugabesongs die Stecker zieht und sich nur zu viert um Mumfords Stimme und akustische Gitarre versammelt. 

Intim und heimelig singen sie „Cold Arms“, dann „White Blank Page“ von ihrer Debütplatte und den neuen Schmachtseufzer „Forever“. Das war nachdenklich, still und intim, auch weil der sich manchmal wiederholende Klangteppich luftiger war. Da blieben süße Hach-Momente fürs Herz nur bei Wenigen aus.

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Der umjubelte Auftritt am Mittwoch war bereits das dritte Konzert in Luxemburg: 2012 standen die Londoner auf der Bühne des „Rock-A-Field“, 2013 spielte die Band in der Rockhal. 

Als sie sich nach sieben Zugaben von der Bühne steigen, verabschieden sie sich auf bald und ließen ihre Fans, beseelt und gereinigt von dem poppig-folkigen Gefühlscocktail, den sie ihnen verabreicht hatten, heimwärts ziehen.  


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