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Mit dem Schraubenzieher: Unbekannter sticht auf Hitler-Bild ein
Kultur 2 2 Min. 04.10.2017 Aus unserem online-Archiv

Mit dem Schraubenzieher: Unbekannter sticht auf Hitler-Bild ein

Das namenlose Ölgemälde aus der Hand von Adolf Hitler wird zum ersten Mal öffentlich gezeigt - obwohl das Museum seinen künstlerischen Wert als "dürftig" bezeichnet.

Mit dem Schraubenzieher: Unbekannter sticht auf Hitler-Bild ein

Das namenlose Ölgemälde aus der Hand von Adolf Hitler wird zum ersten Mal öffentlich gezeigt - obwohl das Museum seinen künstlerischen Wert als "dürftig" bezeichnet.
Foto: Museo della Follia
Kultur 2 2 Min. 04.10.2017 Aus unserem online-Archiv

Mit dem Schraubenzieher: Unbekannter sticht auf Hitler-Bild ein

Tom RÜDELL
Tom RÜDELL
Mit dem Schraubenzieher gegen den "Führer": Ein Unbekannter hat in einem italienischen Museum ein von Adolf Hitler gemaltes Ölbild beschädigt. Der Mann konnte fliehen. Die Wanderausstellung heißt "Museum des Wahnsinns".

(KNA) - Ein von Adolf Hitler gemaltes Ölbild ist in einer Ausstellung in Italien von einem Unbekannten attackiert worden. Der etwa 40-jährige Täter habe offenbar gezielt nach dem Gemälde gesucht und unter Rufen wie "Scheißkerl" mit einem Schraubenzieher auf die Leinwand einzustechen versucht, sagte ein Sprecher des "Museo della Follia" in Salo am Mittwoch auf Anfrage. Ordner hätten den Mann davon abhalten können, das Bild zu zerstören; er sei anschließend geflüchtet. 

Das Bild habe nur kleine Absplitterungen der Farbe erlitten. Der Besitzer, ein privater Sammler in Deutschland, habe sich nach einer Prüfung des Schadens entschieden, auf eine Anzeige zu verzichten. Das etwa 35 mal 40 Zentimeter große titellose Gemälde zeigt in düsteren Umbra- und Rosttönen eine scheinbar endlose Raumflucht, im Vordergrund einen sitzenden Mann an einem Tisch und eine stehende Figur. Rechts unten trägt es die Signatur "Adolf Hitler". 

Es ist das erste Mal, dass das Werk des späteren "Führers" in einer öffentlichen Ausstellung gezeigt wird. Sein Entstehungsdatum ist unklar. 1907 hatte sich Hitler erfolglos an der Wiener Kunstakademie beworben. In den Jahren vor dem ersten Weltkrieg hielt er sich als Kunstmaler mit Postkartenmotiven über Wasser. In Salo ist das Hitler-Gemälde in einer thematischen Schau zu Kunst und Wahnsinn zu sehen. 

Von "dürftigem künstlerischem Wert"

Dass das Bild nicht besser gegen Angriffe geschützt war, begründete der Museumssprecher mit seinem "dürftigen künstlerischen Wert" gegenüber Werken von Francisco de Goya oder Francis Bacon, die ebenfalls Teil der Ausstellung mit rund 200 Exponaten sind. Ausstellungskurator Vittorio Sgarbi verurteilte die Attacke. Werke wie dieses seien "mit Verachtung und Distanz" zu betrachten, aber "ohne die Zensur und den Hass zu reproduzieren, den eben die Diktaturen ausdrückten", sagte er laut italienischen Medien. 

Hitlers Werk selbst nannte Sgarbi "das Bild eines Verzweifelten", das an Franz Kafka erinnere. Man sehe in ihm nichts Großes, nur "Elend". Insofern sage es viel über Hitlers Psyche. Das Begleitmaterial zur Ausstellung zitiert einen Ausspruch Hitlers gegenüber dem britischen Botschafter Nevile Henderson: "Ich bin Künstler und kein Politiker. Sobald die Polenfrage gelöst ist, möchte ich mein Leben als Künstler beenden." Die Ausstellung ist bis 16. November in Salo zu sehen. Danach wechselt sie nach Neapel.  


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