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Mister Slowhand: Eric Clapton wird 75
Kultur 1 3 Min. 30.03.2020

Mister Slowhand: Eric Clapton wird 75

"Slowhand" Eric Clapton .

Mister Slowhand: Eric Clapton wird 75

"Slowhand" Eric Clapton .
Foto: Universal Music
Kultur 1 3 Min. 30.03.2020

Mister Slowhand: Eric Clapton wird 75

Vom Rentenalter sieht sich Clapton, wie viele Musiker dieses Kalibers, offenbar weit entfernt. Trotz sseiner 75, die er an diesem Montag wird.

Die vielleicht bekannteste Ehrung machte ihn eher verlegen. „Ich bin nie davon ausgegangen, der größte Gitarrist der Welt zu sein. Ich wollte der größte Gitarrist der Welt sein, aber das ist ein Ideal“, so Clapton, als er – wieder einmal – auf das Graffiti angesprochen wurde. Ein Unbekannter hatte Ende 1965, Anfang 1966 an eine Wand im Londoner Stadtteil Islington die Worte gesprüht: „Clapton is God“. Schwarz auf weiß, schlicht und deutlich.

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Der Schriftzug, der rasch an Baustellen oder in Clubs nachgesprüht wurde, trug zum Mythos bei. Zu diesem Zeitpunkt verdingte er sich als Gitarrist bei den Yardbirds und bei John Mayall & the Bluesbreakers. Kurz darauf gründete er die erste sogenannte Supergroup der Rockmusik – eine Formation aus Künstlern, die bereits als Solisten oder aus anderen Gruppen bekannt sind. Mit Cream gelang ihm endgültig der Durchbruch. Clapton gewann insgesamt 17 Grammys und verkaufte über 70 Millionen Alben.


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Geboren im südenglischen Ort Ripley, wuchs Clapton bei seinen Großeltern auf: Sein Vater, der am Ende des Zweiten Weltkriegs als kanadischer Soldat in England stationiert gewesen war, hatte das Land bei seiner Geburt schon wieder verlassen – seine Mutter war erst 16 Jahre alt. Den jungen Eric ließ man in dem Glauben, sie sei seine Schwester. Schon als Schüler begeisterte er sich für den Blues, insbesondere für den legendären Musiker Robert Johnson. Mit 17 Jahren schloss er sich seiner ersten Band an; wenige Monate später wurde er Gitarrist bei den Yardbirds. Sein Beiname „Slowhand“ stammt aus jenen Tagen: Clapton spielte auf dünnen Gitarrensaiten, die schnell rissen. Zog er eine neue Saite auf, begann das Publikum langsam zu klatschen – und ein Produzent verpasste dem Musiker schließlich den Spitznamen.

Entgleisungen und Benefizarbeit

Ab Mitte der 1960er Jahre schrieb Clapton diverse Songs, darunter einige, die heute Klassiker sind, etwa „Layla“ (1970) oder „Wonderful Tonight“ (1977). Tragisch ist die Geschichte hinter „Tears in Heaven“ (1992): Der Musiker verarbeitet in dem Lied, das regelmäßig auf Beerdigungen gespielt wird, die Trauer um seinen tödlich verunglückten Sohn. Das vielfach ausgezeichnete Stück wurde 2005 in einer Allstars-Version neu aufgelegt, zugunsten der Opfer des Tsunamis in Südostasien. Trotz Trauer, Melancholie und Sehnsucht hat es auch eine zuversichtliche Note – die Aussicht auf den Himmel, wo es keine Tränen gibt.


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In die Kritik geriet Clapton 1976. Bei einem Auftritt beschimpfte er schwarze Menschen und nutzte einen Slogan der rechtsextremen National Front: „Keep Britain white!“ Später entschuldigte sich der Musiker, erklärte die Äußerungen mit seiner Drogenabhängigkeit. 2004 bezeichnete er indes den ultrakonservativen Politiker Enoch Powell (1912-1998) als „unfassbar mutig“. In der Folge seiner Entgleisung entstand seinerzeit die Musiker-Initiative „Rock against Racism“.

Andererseits beteiligte sich Clapton an Benefiz-Konzerten, etwa an George Harrisons „Konzert für Bangladesch“ 1971. 1997 gründete er selbst das Crossroads Center, eine Rehabilitationseinrichtung für Alkohol- und Drogenabhängige auf der karibischen Insel Antigua. In dieser Zeit stand die Musik für ihn weniger im Fokus. Bis 2013 unterstützte er die Einrichtung finanziell und durch Wohltätigkeitsveranstaltungen.


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Die eigenen Suchterfahrungen und wiederholte Entzüge brachten ihn in tieferen Kontakt mit der Religion, wie Clapton in seiner Autobiografie schreibt. Vor dieser Erfahrung habe er seinen Gott in der Musik und in der Kunst gefunden: „In gewisser Weise war mein Gott immer da, aber jetzt habe ich gelernt, mit ihm zu sprechen.“ 2016 veröffentlichte der Musiker sein vorerst letztes Album, „I Still Do“. Im kommenden Sommer gibt er Konzerte in Europa, unter anderem in München, Stuttgart und Düsseldorf.

Vom Rentenalter sieht sich Clapton, wie viele Musiker dieses Kalibers, offenbar weit entfernt. Er drehe durch, wenn er länger als zehn Tage an ein- und demselben Ort sei, bekannte er einmal: „Ich halt’s nicht aus, ich muss dann weiter.“ Heute übt er sich trotzdem, wie alle, in Geduld üben. KNA 

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