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Miniserie "The Stand" in der Kritik: Das Ende ist nah
Kultur 1 2 Min. 24.01.2021 Aus unserem online-Archiv

Miniserie "The Stand" in der Kritik: Das Ende ist nah

Die Welt steht vor dem Abgrund: Ein mutiertes Grippevirus sorgt für Milliarden Tote.

Miniserie "The Stand" in der Kritik: Das Ende ist nah

Die Welt steht vor dem Abgrund: Ein mutiertes Grippevirus sorgt für Milliarden Tote.
Foto: CBS/StarzPlay/Prime Video
Kultur 1 2 Min. 24.01.2021 Aus unserem online-Archiv

Miniserie "The Stand" in der Kritik: Das Ende ist nah

Michael JUCHMES
Michael JUCHMES
Die neunteilige Miniserie „The Stand“ entführt den Zuschauer in eine leider nicht ganz so ferne dystopische Welt.

„‚The Stand’ ist ein Produkt der Fantasie“, schreibt Stephen King im Vorwort zum gleichnamigen Roman. Doch die Fantasie ist – zumindest im Jahr 2021 – mehr Realität denn je: Die Welt kämpft gegen das Corona-Virus, einen unsichtbaren Feind, der nicht nur zahlreiche Menschenleben fordert, sondern auch den fragilen gesellschaftlichen Zusammenhalt ins Wanken bringt.

Die 1978 erschienene Buchvorlage und die gleichnamige neun-teilige Miniserie - zu sehen auf StarzPlay (Prime Video) zeigen, dass eine Pandemie auch weitaus schlimmer verlaufen könnte: Ein mutiertes Grippe-Virus – herangezüchtet im Labor – breitet sich rasend schnell aus. Die Infizierten leiden zunächst unter Erkältungsbeschwerden, ihr Zustand verändert sich rapide; ein geschwollener Hals und Unmengen an Nasensekret sind die Vorboten eines nahenden Endes. Die Sterblichkeitsrate beträgt 100 Prozent.

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Vom Sensenmann verschont bleiben nur diejenigen, die immun gegen das Virus sind – einige Tausende, die in Städten voller Leichen aufgrund steigender Kriminalität um ihr Leben fürchten müssen. Viele der Überlebenden versammeln sich in Boulder, Colorado, wo eine Gemeinschaft um Mother Abagail (Whoopi Goldberg) entstanden ist. Zu den Mitgliedern zählt auch Stu Redman (James Marsden), der als einer der ersten Menschen mit dem Virus in Kontakt kam und aufgrund seiner Immunität zunächst in Gefangenschaft gehalten wurde. In einem Traum wurde ihm, wie vielen anderen auch, aufgetragen, sich nach Colorado zu begeben, um eine neue Gesellschaft aufzubauen.


THE PROM (L to R) MERYL STREEP as DEE DEE ALLEN,JAMES CORDEN as BARRY GLICKMAN in THE PROM. Cr. MELINDA SUE GORDON/NETFLIX © 2020
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Antagonist von Mother Abagail ist Randall Flagg (schelmisch grinsend: Alexander Skarsgård), die übermächtige Personifikation des Bösen, der zunächst nur in wenigen Szenen zu sehen ist, die Handlung jedoch maßgeblich bestimmt: Durch ihn konnte das Virus aus dem Hochsicherheitslabor entkommen.

Gut gegen Böse

Der Kampf Gut gegen Böse ist die Quintessenz des Romans, was in den ersten Folgen der Serie nur langsam zutage tritt: Zunächst werden die zahlreichen Charaktere eingeführt. Rückblenden sorgen mehr für Verwirrung denn für Verständnis – ohne eine gewisse Grundkenntnis des Stoffes bleibt wohl mancher Zuschauer nach den bisher abrufbaren ersten drei Folgen ratlos zurück.

Ein Problem, dessen sich die Produzenten wohl schon im Vorfeld bewusst waren: Ursprünglich war geplant, den 1 150 Seiten starken Roman zu einem einzigen Film zusammenzufassen – eine Aufgabe, an der unter anderem der anfangs beauftragte Regisseur Ben Affleck scheiterte. Er bezeichnete die detailreiche Vorlage in einem Interview einmal als „amerikanisches ‚Herr der Ringe’“.


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Die Parallelen zur aktuellen Situation machen zum Glück manch inhaltliche Schwäche wett. Etwa die aus einem Fernseher zu vernehmende Stimme des US-Präsidenten, der von ersten Krankheitssymptomen geplagt die „heimtückische Gerüchte“ widerlegen will: Das Virus sei nicht tödlich. Ähnliches passiert schließlich auch im Hier und Jetzt: Staatschefs spielen die Gefahr des Corona-Virus herunter und zweifeln an Maßnahmen, die zur Sicherheit der Bevölkerung beitragen. Die Dystopie scheint wohl doch nicht so fern wie gedacht.

Nichts für den schwachen Magen

Wer übrigens plant, Seriengenuss und Nahrungsaufnahme zu verbinden, sollte vorsichtig sein, denn einige der Szenen schlagen empfindlich auf den Magen. Etwa die Anfangsszene, in der in Schutzanzügen gekleidete Helfer verwesende, mit Maden überzogene Leichen aus einer Kirche tragen. Auch hier ist ein Verweis auf die Gegenwart zu finden: Wegbeten lässt sich auch das Corona-Virus nicht.

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