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Luxfilmfest 2017: Kritischer Blick auf das Zeitgeschehen
Kultur 3 3 Min. 09.02.2017

Luxfilmfest 2017: Kritischer Blick auf das Zeitgeschehen

Weltpremiere in Luxemburg: Der neue Film von Terrence Malick  "Song To Song"

Luxfilmfest 2017: Kritischer Blick auf das Zeitgeschehen

Weltpremiere in Luxemburg: Der neue Film von Terrence Malick "Song To Song"
Foto: Luxfilmfest
Kultur 3 3 Min. 09.02.2017

Luxfilmfest 2017: Kritischer Blick auf das Zeitgeschehen

Pol SCHOCK
Pol SCHOCK
Kein Luxemburger Film in den Hauptwettbewerben, dafür ein Oscar-nominierter Dokumentarfilm - und Ray Liotta als Gast. Am 2. März startet die siebte Ausgabe des Luxfilmfest.

Von Pol Schock

Vor fast einem Jahr titelte das „Luxemburger Wort“: „Aller Guten Dinge sind drei“. Etwas überraschend war der (Anti-)Kriegsfilm „Land of Mine“ mit drei Preisen der große Gewinner des Luxfilmfest 2016. Es war jedoch der Beginn eines Triumphzugs des dänischen Dramas von Martin Zandvliet; „Land of Mine“ sollte weitere 26 Preise gewinnen und wurde vor kurzem gar in der Kategorie bester ausländischer Film für einen Oscar nominiert.

„Ich muss gestehen, dass es nicht mein Lieblingsfilm war“, sagt Viviane Thill. „Aber über die Oscarnominierung habe ich mich dennoch gefreut, da es letztlich auch positiv für unser Festival ist.“ Viviane Thill ist Teil der Programmkommission des Luxfilmfest. Seit etwa September des vergangenen Jahres sucht und bewertet sie Material für das Festival und berät sich gemeinsam mit ihren Kollegen. „Ich habe 65 Filme in voller Länge gesehen und noch einmal 35 nur knapp zur Hälfte. Wir haben uns zwölf Sitzungen gegeben, um über das Programm zu verhandeln.“

Die Auswahlkriterien für das Programm sind dabei klar gesteckt: „Es geht natürlich um Qualität und Originalität“, so Thill. „Aber Exklusivität gehört auch dazu.“ Sprich: Das Luxfilmfest versucht nur Filme im Programm aufzunehmen, nur Filme im Programm aufzunehmen, die in den drei Nachbarländern noch nicht im normalen Kinoprogramm laufen. Angesichts des saturierten Festivalmarkts sind das hoch gesteckte Ziele. Denn die internationale Konkurrenz ist groß und das Luxfilmfest gehört nicht zur ersten Garde. Aber es habe sich in den vergangenen Jahren einen guten Ruf erarbeitet und würde von der Relevanz in etwa auf Augenhöhe mit dem Festival von Göteborg stehen, so Thill.

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Deshalb gelingt es auch zur siebten Ausgabe, die vom 2. bis zum 12. März stattfinden wird, ein intellektuell-ansprechendes Programm mit einigen großen Namen anzubieten. Vor allem der Dokumentarwettbewerb sticht dabei hervor. Sieben Filme, die einen kritischen Blick auf schwierige Fragen des Zeitgeschehens werfen. Mit Raoul Pecks „I Am Not Your Negro“ befindet sich darunter gar ein Film, der für einen Academy Award nominiert ist. Der Film könnte also als frisch-gekrönter Oscargewinner im Wettbewerb anlaufen. „I Am Not Your Negro“ skizziert die Geschichte von James Baldwin, einem afroamerikanischen Schriftsteller und Aktivisten, der sich in den 1960er-Jahren mit seinen Texten über Rassismus und Sexualität für politische und kulturelle Gleichstellung in den Vereinigten Staaten einsetzte.

Ähnlich politisch, aber dafür eine ganz andere Thematik: „Tutti A Casa – Power To The People“. Mit kühlem und distanziertem Blick hat Lise Birk Pedersen den Aufstieg der populistischen Bewegung in Italien „Movimento 5 Stelle“ um Beppe Grillo über mehrere Monate verfolgt . Für Thill gilt der Film gar als „Geheimtipp“, da er lehrreiche Einblicke in die aktuelle Welt des Populismus bringt. Nicht minder spannend dürfte der Dokumentarfilm „Forever Pure“ von Maya Zinshtein sein. Darin geht es um den israelischen Fußballverein F.C. Jerusalem. Nachdem ein muslimischer Fußballspieler zum Verein wechseln soll, organisieren die Fans, eine rassistische Kampagne von ungeheurem Ausmaß.

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Kein Luxemburger Film in den Hauptwettbewerben

In der Hauptkategorie kämpfen wie im vergangenen Jahr zehn Filme um den begehrten Preis. Gute Chancen dürften dabei die Filme „Dark Night“ von Tim Sutton, „The lost city of Z“ von James Gray oder „The Other Side of Hope“ vom vielfach preisgekrönten finnischen Regisseur Aki Kaurismäki haben. Etwas unerwartet hat sich auch ein Horrorfilm in den Wettbewerb eingeschlichen. „Grave“ wurde gerade beim Festival in Gerardmer ausgezeichnet und erzählt die Geschichte einer Vegetarierin, die gezwungen wird, Fleisch zu essen – und daraufhin kannibalische Fantasien entwickelt...

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Luxemburger Filme sucht man in den zwei Hauptwettbewerben jedoch vergeblich. „Wir legen die gleichen Kriterien an Luxemburger wie an internationale Filme“, sagt Thill dazu. „Und es hat sich keiner aufgedrängt.“ Wer also Luxemburger Neuheiten begutachten will, muss sie unter der Kategorie „Made in/with Luxembourg“ suchen. Programmchef Alexis Juncosa spricht dabei von einem „starken Luxemburger Jahrgang“. Neben dem fiktionalen Dokumentationsfilm "Mappamundi" von Bady Minck, der gerade beim renommierten Sundance Festival gezeigt wurde, stechen noch zwei andere hervor: „Barrage“ von Laure Schroeder geht gerade bei der Berlinale an den Start ebenso wie die Samsa-Koproduktion „Es war einmal in Deutschland...“

Und natürlich sind auch wieder besondere Gäste am Start: Darunter Hollywoodstar Ray Liotta sowie Douglas Kennedy. Zusätzlich zeigt das Festival außerhalb der Wettbewerbe als "Première internationale" den neuen Terrence Malick Film "Song To Song". Das Festival beginnt am 2. März mit dem Film "Denial" im Utopolis.

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Das gesamte Programm sowie Karten und weitere Informationen :

http://www.luxfilmfest.lu

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