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Luxemburger Produktion in Venedig ausgezeichnet
Der Film "Tel Aviv on Fire" wurde größtenteils in Kehlen gedreht.

Luxemburger Produktion in Venedig ausgezeichnet

Foto: Patricia Peribáñez/Samsa Film
Der Film "Tel Aviv on Fire" wurde größtenteils in Kehlen gedreht.
Kultur 2 Min. 09.09.2018

Luxemburger Produktion in Venedig ausgezeichnet

Beim Festival in Venedig erhielt Kais Nashi für seine Rolle in der luxemburgischen Produktion "Tel Aviv on Fire" den Orizzonti-Preis des besten Schauspielers. Gleich zwei Preise gingen an Produktionen des Streaming-Anbieters Netflix - darunter der Goldene Löwe für den besten Film.

(asc/dpa) - Beim Festival in Venedig wurde der palestinensische Schauspieler Kais Nashi für seine Darbietung in der luxemburgischen Produktion "Tel Aviv on Fire" mit dem "Orizzonti"-Preis des besten Schauspielers ausgezeichnet. Der Film des palestinensischen Regisseurs Sameh Zoabi wurde größtenteils in den Filmland-Studios in Kehlen gedreht. Der Film ist eine Koproduktion von Samsa Film (Luxemburg) und TS Productions (Frankreich) mit Lama Films (Israel) und Artémis Productions (Belgien).

Zum ersten Mal in der Geschichte des Festivals Venedig hat ein Film des Streaming-Anbieters Netflix den Goldenen Löwen gewonnen. Mit der Auszeichnung für den besten Film wurde „Roma“ des Mexikaners Alfonso Cuarón geehrt. Es ist zugleich der erste Hauptpreis für einen mexikanischen Beitrag. Die US-Brüder Ethan und Joel Coen gewannen am Samstagabend die Trophäe für das beste Drehbuch für „The Ballad of Buster Scruggs“, ebenfalls eine Netflix-Produktion. Der deutsche Beitrag „Werk ohne Autor“ von Florian Henckel von Donnersmarck ging dagegen leer aus.

Der Regisseur Alfonso Cuaron (Mitte) zusammen mit Jury-Mitglied Sylvia Chang und Jury-Präsident Guillermo del Toro.
Der Regisseur Alfonso Cuaron (Mitte) zusammen mit Jury-Mitglied Sylvia Chang und Jury-Präsident Guillermo del Toro.
AFP

Cuarón, der zuvor zwei Oscars für das Weltraumdrama „Gravity“ mit George Clooney gewann, drehte „Roma“ auf Spanisch und mit schwarz-weißen Bildern. Er erzählt darin die Geschichte einer Familie im Mexiko der 70er Jahre. Der Regisseur erklärte, das Werk sei eine Hommage an sein Kindermädchen. Der Titel „Roma“ beschreibt ein Viertel von Mexiko-Stadt.

Gleich zwei Auszeichnungen vergab die Jury an „The Favourite“ des Griechen Yorgos Lanthimos: Das Drama über die Intrigen am Hof der britischen Queen Anne gewann den Großen Preis der Jury, den zweitwichtigsten Preis des Festivals. Außerdem wurde Hauptdarstellerin Olivia Colman (44) für die Rolle der Königin geehrt. Sie spielt an der Seite der beiden Oscar-Preisträgerinnen Emma Stone und Rachel Weisz.

Für die beste Regie wurde der Franzose Jacques Audiard für seinen Western „The Sisters Brothers“ mit Joaquin Phoenix, John C. Reilly und Jake Gyllenhaal ausgezeichnet. Als besten Schauspieler ehrte die Jury den US-Amerikaner Willem Dafoe. Der 63-Jährige („Spider-Man“) verkörpert in Julian Schnabels „At Eternity's Gate“ den berühmten Maler Vincent van Gogh.

Die Australierin Jennifer Kent war die einzige weibliche Filmemacherin im diesjährigen Wettbewerb. Sie stellte das Drama „The Nightingale“ über die brutale Kolonialzeit ihres Landes vor - auch dafür gab es zwei Auszeichnungen: den Spezialpreis der Jury sowie für Schauspieler Baykali Ganambarr den Marcello-Mastroianni-Preis für den besten Jungdarsteller.

In diesem Jahr konkurrierten im Wettbewerb 21 Beiträge um die Hauptpreise. Präsident der Jury war der Mexikaner Guillermo del Toro, der im vergangenen Jahr mit seinem Fantasy-Märchen „Shape of Water“ selbst den Goldenen Löwen gewann. Weitere Jurymitglieder waren die Schauspieler Christoph Waltz und Naomi Watts. Das Filmfest in Venedig ist das älteste der Welt.


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