Luxemburger Klarinettist in Malta

Max Mausen entdeckt Neuland

„Orchestermusiker zu werden, war mein Traum“

Max Mausen: Die Eingewöhnungsphase in Valletta verlief problemlos.
Max Mausen: Die Eingewöhnungsphase in Valletta verlief problemlos.
(Foto: Ian Dingle)

Von Thierry Hick 

Von Luxemburg über London nach Malta: Der junge Luxemburger Klarinettist hat seinen Traumberuf gefunden. Auf der europäischen Südinsel Malta sammelt Max Mausen seine ersten Erfahrungen als professioneller Orchestermusiker.

2014 konnte Max Mausen sein Studium an der renommierten Londoner „Guildhall School“ mit einem zweiten Preis, einer „Gold Medal“, abschließen. Ein paar Monate später unterschreibt der Klarinettist einen dreijährigen Vertrag beim „Malta Philharmonic Orchestra“.

„Mein erster Job nach der Schule“, freut sich der Luxemburger. Auch wenn der junge diplomierte Musiker sich nach anderen Anstellungen umgesehen hat, ist die Stelle in Malta ein guter Einstieg, ein perfektes Sprungbrett im Orchesterbusiness. „Ich wurde in London bestens darauf vorbereitet. Es ist schon wichtig, gleich nach dem Studium Neues zu entdecken.“

Die Eingewöhnungsphase in Valletta verlief problemlos: „Am Anfang fühlte ich mich noch wie im Urlaub. Das Orchester und seine Musiker sind allesamt sehr jung, die Stimmung ist optimal.“

Harte Arbeit

Dass der Orchesterjob in Malta oft mit harter Arbeit und Verpflichtungen verbunden ist, hat Max Mausen schnell feststellen können. „Wir haben im Durchschnitt ein Konzert pro Woche zu spielen.“ Das „Malta Philharmonic Orchestra“ hat sich auch zum Ziel gesetzt, die noch junge und neue Musikszene zu leben. „Für mich war das schon Neuland“, so der 24-jährige Mausen.

Zwischen zwei Konzerten in Malta oder beispielsweise einer Tournee in China kommt Max Mausen regelmäßig nach Luxemburg zurück.
Zwischen zwei Konzerten in Malta oder beispielsweise einer Tournee in China kommt Max Mausen regelmäßig nach Luxemburg zurück.
(Foto: Ian Dingle)

Auch wenn der Musiker während seiner Studentenzeit zu Praktika beim „Orchestre philharmonique du Luxembourg“ oder beim „London Symphony Orchestra“ eingeladen wurde, will er in Valletta erste und neue Erfahrungen sammeln.

Als erster Klarinettist des Orchesters kann der junge Luxemburger Musikern aus Malta unter die Arme greifen und zusätzlich seinen neuen Beruf erlernen.

Strebt der Klarinettist eine Stelle bei einem renommierten Weltklassenorchester an? „Solche Jobs sind mit einem enormen Druck verbunden. Die Konkurrenz zwischen Musikern ist enorm. Will ich das überhaupt?“ Die Antwort wird in den Raum gestellt, eine eindeutige Antwort scheint es zurzeit noch nicht zu geben ... Und trotzdem will der Luxemburger Musiker das Vorspielen bei anderen Orchestern nicht völlig aus seiner Agenda streichen. Nachdem er im Kindesalter die Bratsche gegen die Klarinette ausgetauscht hatte – der Großvater spielte auch dieses Instrument –, entdeckte der Jugendliche das gemeinsame Musizieren bei der Leudelinger „Harmonie“.

Profikarriere bereits mit 15 Jahren beschlossen

Dass er professioneller Musiker werden wollte, wusste Max Mausen bereits im Alter von 15 Jahren. „Die Frage habe ich mir später nicht mehr gestellt.“ Die Eltern haben den Jugendlichen stets in seinen Bemühungen unterstützt, freut sich heute der Musiker.

Zwischen zwei Konzerten in Malta oder beispielsweise einer Tournee in China kommt Max Mausen regelmäßig nach Luxemburg zurück. Nicht nur um seine Familie zu besuchen, sondern auch um seiner Leidenschaft für zeitgenössische Musik nachzugehen. Neben Exkursen im Jazz-, Rock- oder Elektrobereich spielt der Klarinettist in regelmäßigen Abständen zeitgenössische Musik mit dem Lucilin-Ensemble. „Es macht einfach nur Spaß, sein Hobby mit seinem Beruf vereinbaren zu können.“ 

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Visitenkarte

Max Mausen hat im Dezember 2014 ein erstes Album, „New Waves“, veröffentlicht. „Ein solches Portofolio soll die Facetten meiner Arbeit vorstellen. Eine solche Visitenkarte ist sehr wichtig.“ Dieses Album enthält Werke von Debussy, Strawinsky, Ivan Boumans und ein Werk von Jason Anderson, der Pianist, der ihn auf der Aufnahme begleitet. Bei diesem Werk, „Walthamstow Fall“, hat Max Mausen an der Komposition mitgewirkt.

Ob er das Musikkomponieren weiterführen wird, bleibt noch offen. „Es fehlt mir noch die nötige Geduld, um mich einfach dahinzu- setzen und zu schreiben“, gesteht der Orchestermusiker, der im kommenden Juli an der Seite von Ivan Boumans für die traditionelle Hommage an Franz Liszt im Casino – Luxembourg verpflichtet werden konnte.

www.maxmausen.com