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Luxemburg in Locarno
Kultur 11.07.2018 Aus unserem online-Archiv

Luxemburg in Locarno

Damla Sönmez, die Hauptdarstellerin aus "Sibel".

Luxemburg in Locarno

Damla Sönmez, die Hauptdarstellerin aus "Sibel".
Foto: Bidibul Productions
Kultur 11.07.2018 Aus unserem online-Archiv

Luxemburg in Locarno

Sarah ROCK
Sarah ROCK
Der Spielfilm "Sibel" ist im Rennen um den Goldenen Leoparden beim 71. Internationalen Filmfestival in Locarno.

Auch Luxemburg kann sich in diesem Jahr auf den Internationalen Filmfestspielen von Locarno präsentieren: Die Koproduktion „Sibel“, an der die Luxemburger Bidibul Productions gemeinsam mit Partner aus der Türkei, Frankreich und Deutschland beteiligt ist, konkurriert im offiziellen Wettbewerb um den Goldenen Leoparden. Die Regisseure Cagla Zencirci und Guillaume Giovanetti erzählen darin die Geschichte der jungen, taubstummen Sibel, die sich in der türkischen Dorfgemeinschaft ausgeschlossen fühlt und mit ihrer Einsamkeit kämpft. Als sie auf einen Deserteur der türkischen Armee stößt, beginnt die Frau ihre Sicht auf das Leben zu ändern. Originalsprache des Films ist Türkisch, in den Hauptrollen sind Damla Sönmez, Erkan Kolcak Kôstendil und Emin Gûrsoy zu sehen sein.

Hollywood-Retrospektive

Auch der deutsche Spielfilm „Wintermärchen“ feiert Wettbewerb der 71. Ausgabe seine Weltpremiere feiern. Das provokante Anti-Terrorismus-Drama gilt schon vorab als einer der ungewöhnlichsten Beiträge des Schweizer Festivals, das vom 1. bis 11. August stattfindet. Allgemein werden die Freiluftaufführungen in Locarno für allnächtlich etwa 8 000 Zuschauer sorgen und zählen zu den Höhepunkten des Festivals am Schweizer Ufer des Lago Maggiore. Carlo Chatrian, künstlerischer Leiter des Festivals, setzt auf Filme, die sich „auf persönliche Geschichten konzentrieren“. „Die großen Konflikte unserer Welt rücken in den Hintergrund, doch bleibt die Gegenwart ein Donnergrollen“, so Chatrian. Dem will man mit der Kraft des Lachens begegnen. So eröffnet das Festival neben dem französischen Spielfilm „Les beaux esprits“ mit der 1929 uraufgeführten Kurzfilm-Komödie „Liberty“ mit Stan Laurel und Oliver Hardy. Inszeniert hat den Film Leo McCarey. Dem Hollywood-Regiestar der 1930er-, 40er- und 50er-Jahre ist auch die diesjährige Retrospektive gewidmet. Chatrian versprach eine Festivalausgabe, „die leichter und freier sein will“. Augenscheinlich will er noch einmal beweisen, wie gut er Anspruch und Unterhaltung miteinander verknüpfen kann. Dies hat schließlich dazu beigetragen, dass ihm für die Zukunft die künstlerische Leitung der Berlinale angetragen wurde. Neben der von German Films kommenden Mariette Rissenbeek als Direktorin, wird Chatrian die Berlinale ab der Ausgabe 2020 leiten. Allerdings will er sich zuvor hundertprozentig auf sein letztes Filmfestival in Locarno konzentrieren.


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