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Lunghi und kein Ende: Affäre sorgt für Krise bei RTL
Kultur 17.11.2016

Lunghi und kein Ende: Affäre sorgt für Krise bei RTL

Er teilt nicht die Ansicht seiner Chefredaktion im Fall Lunghi: RTL-Direktor Alain Berwick

Lunghi und kein Ende: Affäre sorgt für Krise bei RTL

Er teilt nicht die Ansicht seiner Chefredaktion im Fall Lunghi: RTL-Direktor Alain Berwick
Foto: Guy Jallay
Kultur 17.11.2016

Lunghi und kein Ende: Affäre sorgt für Krise bei RTL

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Die RTL-Journalisten sind mit der Art und Weise, wie ihre Geschäftsleitung mit der Affäre Lunghi umging, überhaupt nicht einverstanden. Beweis dafür ist ein Schreiben des Personals, das uns vorliegt.

(jag) - Die Affäre Lunghi zieht weitere Kreise und sorgt mittlerweile auch für Unruhe in der Regierung und bei RTL.

Nach einer Krisensitzung mit RTL-Direktor Alain Berwick verfassten die Redaktionsvertreter von RTL Tele Lëtzebuerg eine Stellungnahme. Der Brief wurde unseren Informationen zufolge an den Leiter des Corporate Centers des Mutterkonzerns RTL Group, Elmar Heggen, sowie an die Leiter der Personalabeteilung, Francesco Costadura und Karine Nicolini, adressiert.

Die Stellungnahme der Mitarbeiter von RTL Tele Lëtzebuerg zur Berichterstattung über die Lunghi-Affäre.
Die Stellungnahme der Mitarbeiter von RTL Tele Lëtzebuerg zur Berichterstattung über die Lunghi-Affäre.

In dem Schreiben wird die Geste von Enrico Lunghi zwar noch einmal als unangebracht verurteilt, zugleich äußern die Mitarbeiter aber auch scharfe Kritik an der Art und Weise, wie die RTL-Leitung mit dieser Situation umging.

"Warum wurde ein Skandal erzwungen, obwohl der eindeutig tendenziöse Bildschnitt der Reportage zu berechtigter Kritik führt?", heißt es in dem Schreiben. Man habe sich vor diesem medialen Krieg nicht abgesichert und setze jetzt das Image der Gesellschaft aufs Spiel.

Die Chefredaktionen seien nicht in die Entscheidung, das Material zu veröffentlichen, eingebunden gewesen. Dabei hätte man sich dort für eine Lösung im Einvernehmen ausgesprochen.

Laut "Tageblatt" fanden in der Zwischenzeit mehrere Krisensitzungen zwischen den gesamten RTL-Redaktionen und der Direktion statt. Dabei habe man laut RTL-Personal keinen Konsens gefunden, viel mehr seien die gegensätzlichen Darstellungen noch einmal klar geworden. Man müsse jetzt dringend handeln, um den Ruf des Medienhauses nicht weiter zu beschädigen.

    


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