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Literaturnobelpreise für Olga Tokarczuk und Peter Handke
Kultur 10.10.2019

Literaturnobelpreise für Olga Tokarczuk und Peter Handke

Peter Handke ist nicht der einzige Literaturpreisträger aus Österreich. Vor ihm hat schon Elfriede Jelinek die höchste literarische Auszeichnung bekommen.

Literaturnobelpreise für Olga Tokarczuk und Peter Handke

Peter Handke ist nicht der einzige Literaturpreisträger aus Österreich. Vor ihm hat schon Elfriede Jelinek die höchste literarische Auszeichnung bekommen.
Foto: AFP
Kultur 10.10.2019

Literaturnobelpreise für Olga Tokarczuk und Peter Handke

Der Literaturnobelpreis für das Jahr 2018 geht an die Polin Olga Tokarczuk, für 2019 wird der Österreicher Peter Handke ausgezeichnet.

(dpa/red) - Die Polin Olga Tokarczuk und der Österreicher Peter Handke erhalten die Literaturnobelpreise für 2018 und 2019. Das gab das Nobelpreiskomitee am Donnerstag in Stockholm bekannt.

Die aktuell mit umgerechnet rund 828.000 Euro dotierte Auszeichnung gilt als der weltweit bedeutendste Preis für Literatur. Die Nobelpreise werden am 10. Dezember, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel, in Stockholm überreicht.

Erstmals seit Jahrzehnten hat die Schwedische Akademie, deren Mitglieder die Auszeichnung vergeben, damit gleich zwei Literaturnobelpreisträger bekannt geben. 


Ishiguro studierte zunächst Englisch und Philosophie an der University of Kent in Canterbury und besuchte später Malcolm Bradburys „Creative Writing Course“ an der University of East Anglia, Norwich, wo er im Jahr 1980 seinen M.A. in Literatur absolvierte.
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2018 war das Gremium durch eine Affäre um Indiskretionen, sexuelle Übergriffe und Veruntreuung handlungsunfähig und hatte keinen Preisträger ermittelt. 2017 ging der Preis an den britischen Romanautor Kazuo Ishiguro.

Das letzte Mal, als zwei Literaturnobelpreise in einem Jahr verliehen wurden, war 1950 mit William Faulkner und Bertrand Russell. 

1949 hatte die Schwedische Akademie keinen geeigneten Kandidaten gesehen und somit die Preisvergabe gemäß ihren Statuten verschoben. Bisher erhielten 13 deutschsprachige Autoren den Literaturnobelpreis.

Die 57-jährige Tokarczuk wird von den Juroren dafür ausgezeichnet, dass sie mit erzählerischer Vorstellungskraft und enzyklopädischer Leidenschaft Grenzen überschreite. Die Autorin betrachte die Wirklichkeit niemals als ein stabiles und immerwährendes Konstrukt, in ihren Romanen stünden sich oft Gegensätze gegenüber, etwa Natur und Kultur oder Mann und Frau. Ihr bislang größtes Werk ist nach Ansicht der Juroren „Ksiegi Jakubowe“ (Die Jakobsbücher) aus dem Jahr 2014.  

Handke habe sich seit seinem 1966 erschienenen Debütroman „Die Hornissen“ mit Werken in verschiedenen Genres als einer der einflussreichsten Schriftsteller der europäischen Nachkriegszeit etabliert, sagte der Vorsitzende des Nobelkomitees der Akademie, Anders Olsson, bei der Bekanntgabe. Mit seiner Arbeit habe der 76-Jährige „mit linguistischem Einfallsreichtum die Peripherie und die Spezifität der menschlichen Erfahrung erforscht“, erklärte die Akademie.  

Das Nobelkomitee der Akademie erhält jedes Jahr knapp 200 Nominierungen für den renommierten Preis. Daraus benannte das Komitee laut Olsson bis zum Sommer einen engeren Favoritenkreis von acht Kandidaten, aus dem die beiden Preisträger schließlich ausgewählt wurden.


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