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Lambert Schlechters Bibliothek zerstört: "Ce n'est pas la mort, pas encore"
Am Morgen danach. Lambert Schlechter erlitt beim Brand Verletzungen an der Hand.

Lambert Schlechters Bibliothek zerstört: "Ce n'est pas la mort, pas encore"

Foto: Facebook/Lambert Schlechter
Am Morgen danach. Lambert Schlechter erlitt beim Brand Verletzungen an der Hand.
Kultur 18.04.2015

Lambert Schlechters Bibliothek zerstört: "Ce n'est pas la mort, pas encore"

Als "Werkstatt des Alchimisten" bezeichnete Lambert Schlechter das alte Herrenhaus in Eschweiler, das in der Nacht zum Samstag bei einem Brand teilweise zerstört wurde. Der Autor wurde dabei an den Händen verletzt.

Vor acht Jahren zog Lambert Schlechter in das alte Herrenhaus in Eschweiler, wo er nach eigenem Bekunden das selbst gewählte "Leben eines Eremiten" führte: "Ich habe die Einsamkeit immer von ganzem Herzen geliebt", sagte er vor einigen Monaten in einem Porträt, das das LW in seiner Kulturbeilage "Die Warte" veröffentlicht hatte.

Bei einem Dachstuhlbrand in der Nacht auf Samstag brannte das Dach komplett ab, auch weite Teile des Hauses und die umfangreiche Bibliothek wurden zerstört.

Unerwarteter Besuch von Großherzog Henri in Eschweiler.
Unerwarteter Besuch von Großherzog Henri in Eschweiler.
Foto: Facebook/Lambert Schlechter

Lambert Schlechter kommentierte die Ereignisse am Sonntag auf seiner Facebook-Seite mit folgenden Worten: "ce n'est la mort, pas encore / donc tout va bien, ou presque..."

Mitgefühl der Ministerin

Am Samstag bedauerte Kulturministerin Maggy Nagel (DP) das Brandunglück und den Verlust der unzähligen Bücher und Manuskripte. In einem Telefongespräch sprach sie Lambert Schlechter ihr Mitgefühl aus. Am Samstagabend erhielt der Autor Besuch von Großherzog Henri, der sich vor Ort ein Bild vom Ausmaß der Zerstörung machte.

Ganz allein war der Autor, der im vergangenen Jahr mit dem Prix Batty Weber ausgezeichnet wurde, jedoch nie, er befand sich in der Gesellschaft von tausenden von Büchern, die sich vom Erdgeschoss bis in den kleinsten Winkel der Dachkammer türmten. 

Bücher vom Erdgeschoss bis zum Dachboden.
Bücher vom Erdgeschoss bis zum Dachboden.
Foto:Gerry Huberty

An prominenter Stelle fanden sich zum Beispiel die Werke des Lieblingsautors Michel de Montaigne; ein anderer Raum war chinesischen Schriftstellern gewidmet, in einem anderen Zimmer befand sich wiederum ausschließlich italienische und deutsche Literatur; ein weiterer Raum spannte den Bogen zwischen russischen und amerikanischen Autoren.

Ganz oben unter dem Dach sammelten sich die Werke von befreundeten Autoren, darunter der Dichter Jean-Claude Pirotte sowie die luxemburgischen Kollegen Anise Koltz, Guy Rewenig, Nico Helminger, Jean Portante und viele mehr.

In einer kleinen Dachkammer sammelte Schlechter seine Tagebücher der vergangenen Jahre. Dass sie dem Feuer zum Opfer fielen, dass zahlreiche andere Werke beim Brand zu Schaden kamen, muss für den Literaten sehr schmerzhaft sein.


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