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Kulturveranstalter: Noch viele Fragen zum Neustart offen
Kultur 2 Min. 27.05.2020

Kulturveranstalter: Noch viele Fragen zum Neustart offen

Archivfoto: Carole Lorang, Direktorin des Escher Theaters.

Kulturveranstalter: Noch viele Fragen zum Neustart offen

Archivfoto: Carole Lorang, Direktorin des Escher Theaters.
Foto: Guy Jallay
Kultur 2 Min. 27.05.2020

Kulturveranstalter: Noch viele Fragen zum Neustart offen

Daniel CONRAD
Daniel CONRAD
Kulturveranstalter reagieren zögerlich auf die Lockerungen beim öffentlichen Spielbetrieb.

Erst mussten sie alles schnell herunterfahren, Proben einstellen, Termine absagen und verschieben, Gäste vertrösten – und nun mit einem Mal wieder hochfahren? Das wird für die meisten Theater sehr schwer. Auch wenn nun eine erste Stufe der Lockerungen einen Spielbetrieb wieder erlaubt, heißt das noch nicht, dass wirklich etwas stattfinden kann.

Zwar hatten im Hintergrund unter anderem die Verantwortlichen der Theater, der Theaterföderation und auch des Netzwerks der regionalen Kulturzentren mit dem Kulturministerium um ein mögliches Reglement, das noch nicht veröffentlicht wurde, verhandelt, so Carole Lorang, Direktorin des Escher Theaters, und Carl Adalsteinsson, Leiter des Centre des arts pluriels in Ettelbrück (CAPE) – aber die Lockerung sei nun doch „überraschend“ gekommen, so Lorang. 


Kultur , Kleine Theaterhäuser und die Coronakrise , Covid-19 , Sars-CoV-2 , Theatre Ouvert Luxembourg , TOL ,  Bonneweg , Foto:Guy Jallay/Luxemburger Wort
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„Es ist eben ein Prozess, bei dem immer wieder neue Fragen gestellt werden – und wo sich der Rahmen ständig verschiebt“, sagt die Escher Theaterdirektorin. Was ist überhaupt noch machbar? Ein Schnellstart geht kaum. Der Fokus lag für die meisten bereits auf der neuen Saison, die ab September startet – und „da ist die Hoffnung, dass es noch stärkere Lockerungen gibt“, sagt Carl Adalsteinsson.

Stark begrenzte Möglichkeiten

Denn aktuell zwei Meter Sicherheitsabstand auf 360 Grad für jeden Zuschauer reduziert die Sitzplatzzahl. „60 von 450 Plätzen im CAPE bleiben übrig“, sagt Adalsteinsson – bei kleineren Theatern wie dem Kasemattentheater oder dem Centaure ist es dann kaum möglich, Sitzmöglichkeiten einzurichten. „Wir haben das im Netzwerk der regionalen Kulturzentren mal durchgerechnet: Das ist zum Teil lediglich ein Siebtel der Sitzplätze“, sagt der CAPE-Leiter.

Carl Adalsteinsson - Künstlerischer Direktor des CAPE (Centre d'Arts Pluriels Ettelbrück)
Carl Adalsteinsson - Künstlerischer Direktor des CAPE (Centre d'Arts Pluriels Ettelbrück)
Foto: Serge Waldbillig

Der Zwei-Meter-Abstand und die Maskenpflicht gelten auch auf der Bühne – zudem darf nach dem letzten Stand keine Chormusik, keine Musik mit Holz- und Blechbläsern stattfinden, und Tanz und Artistik sind fast unmöglich. „Details zu den ganz genauen Regelungen fehlen noch“, sagt Adalsteinsson. 


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Doch schon die bekannte Stoßrichtung schränkt die Inhalte deutlich ein: Lediglich Theater ohne Berührungen, Monodramen und Solistisches, Musik in kleinen Besetzungen, Lesungen wären problemlos. Noch konnte nichts geplant werden – wenn etwas stattfinden soll, muss es kurzfristig organisiert werden und ist quasi „Fahren auf Sicht“.

„Es wird immer Verhandlungssache sein, was geht und was nicht“, sagt Lorang. „Natürlich ist es auch wichtig, dass es wieder losgeht, eine kulturelle Perspektive für Künstler und Publikum“, sagt der CAPE-Leiter. „Maximal aber geht eben das, was mit den Beschränkungen machbar oder anpassbar wäre – und das ist nicht viel. Vielleicht bei uns eine Kinderproduktion noch in dieser Saison, mehr nicht“, sagt Carole Lorang. Aber es gibt auch Hoffnungsschimmer: „Öffentliche Treffen wie Generalversammlungen sind wieder machbar. Wir stellen das Haus aktuell auch für Aufnahmen – ob Video oder Audiomitschnitte – zur Verfügung“, sagt der CAPE-Chef. 

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