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"Kulturkuren" 2020: das Kolumnenarchiv

"Kulturkuren" 2020: das Kolumnenarchiv

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"Kulturkuren" 2020: das Kolumnenarchiv


03.04.2020

Kulturelle Freuden trotz geschlossener Bühnen und Museen, sozialer Distanzierung und Selbstisolation in der Corona-Krise

Ihnen haben unsere Kulturkuren gefallen und Sie wollen den Überblick über alle Texte und Vorschläge? Hier unser Archiv.

 


1. April: Blumenbeschriften und forschen

Die Forschung soll in Zeiten der physischen Abschottung nicht ruhen – ganz im Gegenteil. Die Nationalbibliothek und die Redaktion der „Hémecht“ haben ihre Publikationen von 1895 bis 2015 im Internet öffentlich zugänglich gemacht. Mehr als 58 000 Seiten der wichtigsten Zeitschrift der luxemburgischen Geschichte sind via das Portal www.eluxemburgensia.lu und über die Suchmaschine www.a-z.lu der Bibliotheken online abrufbar. 

Die Hémecht ist ab sofort online abrufbar.
Die Hémecht ist ab sofort online abrufbar.
Foto: BNL

Dieser wertvolle und kostenlose Zugang zu hochwertigen wissenschaftlichen Ressourcen erlaubt Forschern, Historikern, Geisteswissenschaftlern und Geschichtsliebhabern, ihre Forschungen und wissenschaftlichen Arbeiten fortzusetzen – auch wenn derzeit Schulen, Universitäten, Bibliotheken und Archive physisch geschlossen sind. Die Bände aus den Jahren 1895 bis 2015 wurden im Einvernehmen mit der Redaktion des „Hémecht“ und in Übereinstimmung mit dem Urheberrechtsgesetz von der Nationalbibliothek neu digitalisiert.  

Blumen aus dem Herbarium des Naturhistorischen Museums beschriften.
Blumen aus dem Herbarium des Naturhistorischen Museums beschriften.
Foto: MNHN

Die Quellen des Wissens lassen sich anzapfen, müssen aber auch permanent genährt werden. Wenn Freiwillige ihre Zeit für Recherchearbeit zur Verfügung stellen, nennt man das Crowdsourcing. Die Nationalbibliothek trägt derzeit alle Informationen aus dem Web über die Corona-Krise zusammen und bittet in dem Kontext um Mithilfe der Bevölkerung. Alle, die bereits vor März 2020 wichtige Informationen über das Ausbreiten des Virus aus dem Internet – auch aus den sozialen Netzwerken – gesammelt haben, können eine Liste ihrer Beiträge und Artikel für das Webarchive der Nationalbibliothek einreichen. 

Mithilfe braucht auch dasnaturhistorische Museum. Hier sind Freiwillige gefragt, um Hand anzulegen bei der Digitalisierung des Herbariums, einer Sammlung von 50 000 etikettierten, getrockneten und gepressten Pflanzen und Pilzen, die auf Papierblättern befestigt sind. Diese gesammelte Flora reicht bis ins frühe 19. Jahrhundert zurück. Bislang haben bereits 98 freiwillige Helfer über die Webseite des Museums www.mnhn.lu rund 40 Prozent dieser etwas besonderen „Hausaufgabe“ erledigt. 

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31. März: piqûre de rappel du LuxFilmFest

Alors qu’elle battait son plein et qu’elle avait déjà attiré près de 18.000 participants, l’édition du dixième anniversaire du LuxFilmFest a été arrêtée par les organisateurs dès le début de la crise du Covid-19. Une décision saluée de toutes parts, mais qui a laissé des traces. Ainsi, cette année plusieurs distinctions n’ont pas pu être décernées: le grand prix, le prix du jury presse et le prix de la critique n’ont tout simplement pas été remis. 

Un rebondissement du LuxFilmFest pendant cette période de confinement permet aux cinéphiles de voir et revoir un certain nombre de films.
Un rebondissement du LuxFilmFest pendant cette période de confinement permet aux cinéphiles de voir et revoir un certain nombre de films.
Foto: LuxFilmFest

Malgré ses déboires, le LuxFilmFest rebondit et vient de publier, hier, par voie de communiqué de presse, une nouvelle qui va sans doute réjouir bon nombre de cinéphiles. «A circonstances exceptionnelles, propositions exceptionnelles: LuxFilmFest, Film Fund Luxembourg, d’Filmakademie et VOD.lu se sont associés pour vous proposer le LuxFilmFest Home Edition» annoncent les organisateurs. Le coup d’envoi est donné aujourd'hui, mardi 31 mars sur la plate-forme de streaming www.vod.lu.

 L’heureuse initiative permet, période de confinement oblige, de visionner des films tranquillement chez soi et «à des tarifs aménagés», promettent les organisateurs. 

Et encore une bonne nouvelle: cette «Home Edition» sera accompagnée d’une vaste sélection de films à l’affiche cette année du festival et désormais diffusés gratuitement. Deux catégories seront proposées aux choix: Showcase: Shorts Made in/with Luxembourg: «Abigail» de Nicolas Debray, «Absence» de Florian Beros, «Faleminderit» de Nicolas Neuhold, «Glow» de Fred Neuen & Mik Muhlen, «Halligalli» de Govinda van Maele, «If We Smarten Up» de Larisa Faber, «Lupus» de Laurent Prim et «Westwand» de Philip Krieps. (Co)Productions luxembourgeoises, sélectionnées pour le Made in/with Luxembourg: «Dreamland» de Bruce McDonald, «Jumbo», de Zoé Wittock, «Norie» de Yuki Kawamura, «Raconte-moi, le fleuve» de Julie Schroell, «Tune into the Future» d’Eric Schockmel (photo). D’autres films, en cours de négociation, viendront s’ajouter prochainement à la liste. Egalement, des productions présentées lors des éditions précédentes du LuxFilmFest. (thi)

28./29. März: Corona-Virus macht Kunst lebendig

Wenigstens der Kreativität kann das Corona-Virus nichts anhaben. Ganz im Gegenteil, gerade durch eine seiner vielen unangenehmen Nebenwirkungen, dem notwendigen doch zugegeben unangenehmen Zwangshausarrest, beflügelt er diese sogar. So auch in Irland. 

Gustav Klimt’s The Kiss plus Molly O’Cathain’s restaging.
Gustav Klimt’s The Kiss plus Molly O’Cathain’s restaging.
DeAgostini/Getty/Molly O’Cathain

Zufällig war dort die Kostüm- und Bühnenbildnerin Molly O’Cathain, die das Malaprop Theater-Kollektiv mitbegründet hat, zu Besuch bei den Eltern im heimischen Dublin, als auch sie von der Lahmlegung des öffentlichen Lebens überrascht wurde. Doch was für die meisten wie der Albtraum schlechthin anmutet – wieder der Teenager im Hause der Eltern zu sein – entpuppte sich für Molly als kreativer Sechser im Lotto. Denn mit Mutter und Vater unter der Hand hatte sie plötzlich das perfekte Material um Kunstwerke wie Klimts „Der Kuss“ per Tweet lebendig werden zu lassen. 

Das Resultat ist einfach herzerfrischend. Ich hoffe doch, dass im Sinne der Stärkung unserer nationalen Identität, wir Luxemburger diese Herausforderung nicht einfach so auf uns sitzen lassen und den künstlerischen Fehdehandschuh aufheben werden, oder nicht?! Ich warte demnach schon ganz ungeduldig auf Ihre digitalen Zusendungen, liebe Leser: Lassen auch Sie Kunst lebendig werden! (vac)


27. März: Auf Spurensuche mit André Jung

Warum musste der Obdachlose sterben und – vor allem – wer ist der Mörder? Im Stadtpark, ganz in der Nähe des Bürgerhauses, wo sich gerade die Debatte der Einwohner mit den Mitgliedern der Bürgerinitiative für das bedingungslose Grundeinkommen im Saarland hochschaukelte, wird der Mann aufgefunden. Kommissar Paquet ist gleich zur Stelle – und rügt seine junge Kollegin Amelie Gentner, die wegen ihres klapprigen Autos erst spät am Tatort ankommt. Die Kabbeleien zwischen den beiden ungleichen Kollegen gehören für die Zuhörer des saarländischen „ARD Radio Tatorts“ schon zum gewohnten Klangbild dieses Duos aus zwei Generationen. 

Februar 2019: André Jung und Brigitte Urhausen nehmen die Sendung im  Kölner ARD-Studio auf.
Februar 2019: André Jung und Brigitte Urhausen nehmen die Sendung im Kölner ARD-Studio auf.
Foto: Christophe Olinger

Hinter den Stimmen der Ermittler stecken aber keine echten Saarländer: die beiden Luxemburger Schauspieler André Jung und Brigitte Urhausen gehen seit 2013 beim „Radio-Tatort“ gemeinsam auf hörbare Tätersuche. Genau wie beim bekannten „Tatort“-Krimi im Fernsehen arbeiten die Landes-Rundfunkanstalten in der „Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland“ (ARD) zusammen und liefern Folgen zu. 


"Radio-Tatort": Luxemburger auf Mörderjagd
Am Sonntag, dem 19. Mai 2019, machen sich die Luxemburger Schauspieler André Jung und Brigitte Urhausen für den "ARD Radio-Tatort" auf die Suche nach einem Mörder.

Pro Jahr steuert der Saarländische Rundfunk einen neuen Teil bei. „Wetterleuchten“ ist der neuste und damit dreizehnte Fall der fiktiven Mordkommission in Saarlouis seit dem Start im Jahr 2008.   

Während André Jung als grantelnder Paquet von Anfang an der saarländischen „Tatorte“ mit dabei ist, stieg Urhausen vor sieben Jahren als neue Partnerin ein. „Paquet hat Ähnlichkeiten mit einem Luxemburger: Er ist gemütlich, er ist aufbrausend; er ist aber auch gutmütig und halt immer an der Sache dran. Und er ,drénkt gär e Pättchen‘. Er ist eine Provinzseele“, sagt Jung.


Brigitte Urhausen spielte unter anderem in „Doudege Wénkel" mit.
Luxemburger Talent im Saar-"Tatort"
Von der Thrillerserie „Bad Banks“ zum deutschen Krimiklassiker „Tatort": Die Luxemburgerin Brigitte Urhausen wird bald als Hauptkommissarin in der saarländischen Variante der beliebten Kultserie mitspielen.

Im neuen Fall rücken zwei Jugendliche in den Fokus – und ihre Väter, die sich einst gut verstanden und sich heute politisch gegenüberstehen. Und natürlich gibt es dabei auch immer etwas über das Saarland zu entdecken. Verfügbar ist dieser und frühere Radio-Tatorte auf den Podcastplattformen und in der ARD Audiothek (auch als App). (dco)

Alle Infos: https://bit.ly/39etMss

26. März: à gogo et gratos

Les salles obscures restent bien obscures ces jours-ci et les cinéphiles sont en manque. Pour parer à cette pénurie de films, toutes les initiatives sont les bienvenues. Le site éducatif openculture.com – qui a pour but de promouvoir et de diffuser des contenus culturels –, propose désormais 1.150 films, le plus souvent (très) anciens, mais tous en libre accès. Contrairement aux services de streaming en ligne (Netflix et autres), l’accès à ce gargantuesque trésor est donc entièrement gratuit. De quoi se régaler sans modération lors des longues journées de confinement. 

A découvrir dans ce vaste catalogue, une vingtaine de films de Buster Keaton.
A découvrir dans ce vaste catalogue, une vingtaine de films de Buster Keaton.
Photo: archives LW

Un exemple de la richesse du fond ouvert au grand public. Pour le seul réalisateur Buster Keaton, pas moins de vingt films sont disponibles. L’interminable liste de ces grands moments qui ont fait l’histoire du septième art est divisée en plusieurs chapitres: comédies et drames / films noirs, horreurs, Hitchcock / westerns / arts martiaux / films muets / documentaires / animations / films oscarisés... (thi)

Tous les films sont à retrouver sur: www.openculture.com 

25. März: Il est permis de buller

Tout un village de Gaulois est en deuil. Le dernier de leurs deux pères, Albert Uderzo, vient de décéder. Raison de plus de plonger ces jours-ci dans le Neuvième Art et de se faire une bonne cure de bulles. 

Car la BD a un regard vif porté vers l’avenir. D’ailleurs, les héritiers d’Uderzo et de Goscinny, le tandem Jean-Yves Ferri et Didier Conrad, n’ont-ils pas déjà imaginé dans leur album «Astérix et la Transitalique» paru en 2017 ce nouvel ennemi des irréductibles Gaulois portant le nom de Coronavirus?

Il y a trois ans déjà, le Coronavirus menaçait déjà les irréductibles Gaulois.
Il y a trois ans déjà, le Coronavirus menaçait déjà les irréductibles Gaulois.

Allons, respirons un bon coup avant que nous ne choppions ce vilain virus et une fois que nous aurons lu et relu nos albums préférés alignés dans nos bibliothèques comme une phalange romaine du camp retranché de Babaorum, regardons du côté de la toile et scrutons les réseaux pour dénicher de nouvelles bulles.

Riad Sattouf, le créateur de «L’Arabe du futur», fait raconter à l’héroïne de son autre grand succès éditorial «Esther» son confiment sur Instagram. 

Lewis Trondheim a lancé sur Twitter son #jeulapinot, du nom de l’un de ses personnages. Il invite chaque jour à 14 heures pile à dessiner la dernière case d’un nouveau strip qu’il a concocté la veille. Le premier qui trouve ce que le dessinateur a imaginé, reçoit une carte postale.

Joann Sfar offre à ses fans un album à lire en ligne, il fait découvrir son prochain album «Aspirine» sur Instagram.

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11 #lesvampiresaussi#Aspirine

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Également sur Instagram, visitez le compte administré par les étudiants de l’atelier de Joann Sfar aux Beaux-Arts de Paris. Le dessinateur y donne des cours. L’école étant fermée, il a invité ses étudiants à raconter leur confinement sur les réseaux sociaux. Vraiment, il y a de belles trouvailles d’artistes prometteurs qui font rire et dont les œuvres sont remplies de finesse et de douceur.  

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Jour 6 @jossaif

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Pénélope Bagieu, l’artiste qui a lancé avec grand succès la série «Les Culottés», a initié sur Twitter le hashtag #coronamaison avec lequel elle invite tout le monde, professionnels et amateurs, à dessiner sa maison idéale de confinement. 

Voilà, c’est tout pour cette fois-ci, sortez vos papiers, taillez vos crayons, le grand festin peut désormais commencer, et cette fois-ci, s’il vous plaît, avec le barde, Assurancetourix, car c’est lui l’artiste (mt)

24. März: Neugierigkeit

Lobo ist einfach neugierig: „,Firwat ass den Himmel haut net Blo?‘, ,Wéi vill Stécker Schockela sinn am Schockelasbotter?‘ De Lobo gëtt keng Rou: Hie wëll ëmmer alles wëssen an huet ëmmer Froen.“ Bis er plötzlich verstummt. Was ist passiert? Wird seine Nachbarin Lola ihm helfen können? Die 2019 mit dem Buchpräis in der Kategorie „Kinder- und Jugendbuch“ ausgezeichnete Geschichte von Christiane Kremer – und demnächst weitere –, kommt nun in einem besonderen Format zu den Schülern nach Hause: als Lesung auf YouTube.  


Die Kinderbuchautorin  Christiane Kremer meldet sich auf YouTube.
Die Kinderbuchautorin Christiane Kremer meldet sich auf YouTube.
Foto: Guy Jallay

Auch das Literaturarchiv Mersch hat in Zeiten der Krise umgestellt, will seine Vermittlerrolle wahrnehmen und tastet sich selbst neugierig in neue Formen dafür vor. Mehr Infos hier

Für den Leiter Claude Conter und sein Team war der Weg dazu klar: Erstens sollten die Kinder und Jugendlichen ein Angebot bekommen, „Wir wollten auch bewusst keinen Livestream anbieten, um den Kindern den Alltag nicht vorzustrukturieren oder zu unterbrechen, wenn zum Beispiel Hausaufgaben gemacht werden sollen. Wir haben uns für YouTube entschieden, weil nicht jeder – und schon gar nicht die jüngere Generation – Facebook nutzt“, so Conter, der eine möglichst unabhängige Breite erreichen will. 

Und zweitens sollte – wenn möglich – die gesamte Literaturszene vom Autor über Verlag bis Handel einbezogen werden, so Conter.

Die Autoren und Verlage werden für ihre Lesungen und auch für die Nutzungsrechte bezahlt. „So kann sich die Luxemburger Literaturszene unter einem Dachmantel versammeln – und sich so ganz komplementär zu anderen Angeboten wie Serge Tonnars ,Live aus der Stuff‘ einfügen, aber sich doch auch fokussieren“, sagt Conter. 

Zusätzlich werden dann auch Angaben zu den Luxemburger Verlagen und zum Handel gemacht. „Was viele vergessen, ist, dass die Luxemburger Buchhandlungen kostenlos Bücher versenden. Das galt schon vor der Krise und ist sicher jetzt für viele eine Erleichterung, wenn es darum geht, nicht selbst zum Einkaufen vor Ort zu können“, sagt der Literaturarchiv-Leiter und wirbt damit auch für die lokale Branche jenseits des internationalen Onlinehandels, die es sicher in der Krise auch nicht einfach haben wird. Vier Lesungen sollen es in dieser Woche werden. Es bleibt also spannend. (dco)

 Mehr auf: cnl.public.lu/

23. März: 324.622 Kunstwerke daheim bestaunen

Seien wir ehrlich: Die meisten unserer Zeitgenossen besuchen Museen meist im Urlaub. Leider. Denn so wissen sie eigentlich auch nicht, was sie so alles verpassen. Eine Ausnahme zu dieser Regel gibt es dennoch: Hoch im Kurs stehen Museumsbesuche bei Städtetrips. Scheinbar will niemand in Erklärungsnot geraten, wenn er gefragt wird, warum er bei seinem Abstecher in Paris keinen Fuß in den Louvre gesetzt hat ... 

Dank der digitalisierten Sammlungen kann man im Petit Palais stöbern.
Dank der digitalisierten Sammlungen kann man im Petit Palais stöbern.
Foto: Archiv LW

Da uns im Moment die Corona-Pandemie kurzzeitig zwangshausarrestiert, musste aber so manch einer derartige Kurzurlaubspläne vorerst auf Eis legen. Zumindest wer die Ville Lumière besuchen sollte, kann sich jedoch digital trösten: Nämlich ganze 324 622 Kunstwerke gibt es mit nur ein paar Clicks frei Haus geliefert – und zwar hoch aufgelöst. 

Gemütlich von der Couch aus kann man so durch die Sammlungen von 14 Pariser Museen wie dem Musée Bourdelle oder dem Petit Palais stöbern, und dabei gezielt nach Künstlern und Werken suchen oder sich thematisch einfach überraschen lassen. Und zwar so ganz ohne Schlangestehen und hinderliche Selfiejäger und -sammler! (vac)

21. März: „Zaubersteng“ und der Egoismus

De Pit an de Wuppes fannen eng geheimnisvoll Këscht voller Steng. De Butzemännchen erkläert hinnen, firwat se gutt sinn: Et sinn Zaubersteng an domat kann een sech e Wonsch erfëllen! Mee op eis Kolleegen domat glécklech ginn? – Schon die Frage im kurzen Einleitungstext zum Puppentheaterstück „Zaubersteng“ von Pit Vinandy, der längst zu den bekanntesten Gesichtern des Genres im Land zählt, weist schon darauf hin, dass es wohl eben nicht ganz so wunderbar laufen wird, wenn sich jeder völlig egoistische Wünsche erfüllt. 

Vielleicht ist ja gerade dann, wenn sogar in einigen Supermärkten um Toilettenpapier Tumult ausbricht, ein Stück um das Auseinanderbrechen von Zusammenhalt wichtiger denn je. Pit Vinandy will seinen künstlerischen Beitrag dann eben auch in Krisenzeiten leisten. Wobei er selbst ja oft gar nicht so sehr im Vordergrund steht, sondern seine Handpuppen und Marionetten. 

Und er ist nicht allein: Die Puppenspieler verschiedener Kompanien rund um das Figurentheaterhaus Poppespënnchen in Lasauvage haben sich zusammengetan: „Wir haben uns am Beispiel von Serge Tonnar und Maskénada mit ,Live aus der Stuff‘ orientiert, haben beim Kulturministerium Unterstützung bekommen und können nun sechs Produktionen zeigen“, sagt Vinandy, der mit seinen Produktionen des Bimbo- Theaters und des Poppentheater Hoplabum an den insgesamt sechs bisher geplanten Streams teilnimmt. 

Den Auftakt macht er aus seinem eigens eingerichteten Studio. „Wir brauchten Platz und haben extra einen Raum leergeräumt. Das Handpuppentheater braucht eben etwas mehr Aufwand und wir wollten für den Videostream (Sonntag, 15.30 Uhr über die Facebook-Seite des ,Figurentheaterhaus Poppespënnchen‘) auch wenn möglich beste Bedingungen schaffen.“ Schon am 29. März soll die nächste Social-Media-Aufführung folgen; dann in deutscher Sprache. (dco)  


20. März: Un anticafard

Les amoureux qui s’bécotent sur les bancs publics / bancs publics, bancs publics / en s’foutant pas mal du regard oblique des passants honnêtes / les amoureux qui s’bécotent sur les bancs publics / bancs publics, bancs publics / en s’disant des ,je t’aime‘ pathétiques / ont des petites gueules bien sympathiques»: le bien connu refrain des «Amoureux des bancs publics» de Georges Brassens, en ce temps de crise sanitaire, refait surface et devient: «En tentant de tenir la boutique / avec nos chanson-nettes / on a pu faire notre concert mais sans public /sans public, sans public / en disant des ,ça va?‘ pathétiques /dans une salle vide sans acoustique...». 

Sa guitare à la main, le chanteur, la ressemblance avec Brassens n’est pas fortuite, a le trait grave, ses musiciens qui l’entourent aussi. Mais pas pour très longtemps. Car «Sans public, sans public», un clip de l’émission «120 minutes» est à déguster au second degré. «Un véritable antivirus, anticafard», s’enthousiasme un internaute helvète après avoir découvert cette émission de la Radio Télévision Suisse qui «revisite l’actualité, sur le terrain comme en studio, avec de vrais comme de faux invités.» 

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«Sans public, sans public» débute dans une salle de concert évidemment vide, évoque ensuite une soirée festive avortée et un match de hockey sur glace calamiteux. Pour finalement, faire un détour par une église, là où, avec ou sans coronavirus, «il y a de moins en moins de public». Jusque-là, l’heure est à la rigolade, la bonne humeur et à l’autodérision. La dernière séquence, qui ne sera pas dévoilée ici, lorsqu’elle évoque la question d’un virus toujours pas trouvé, sonne le glas et revoie à la sombre réalité.

«Sans public, sans public»: combien d’artistes doivent aujourd’hui composer avec cette nouvelle donne. Sans concert, pièce de théâtre, cinéma ou exposition, les journées sont longues. Une lueur d’espoir persiste: l’ordinateur, la tablette ou le smartphone peuvent avoir des vertus salvatrices pour tous les gourmands de culture. Les initiatives de tous poils sortent de terre comme des champignons. Heureusement. (thi)

19. März: Langer Abend für kurze Filme

Heute etwas für den gemeinsamen Familienalltag: Zeichentrickfilme im Netz, alle frei verfügbar, aber nicht die, die wir und vor allem unsere Kinder in- und auswendig kennen. 

Es sind kleine Perlen, voller Poesie, oftmals auch Studienarbeiten von Zeichentrickfilmern, die für ihre späteren Werke ausgezeichnet wurden. Zunächst geht’s nach China, in das Land, über das wir zuletzt nur aus dem Blickwinkel der Pandemie berichtet haben. 

„Every Star“ von Yaen Zheng ist ein Kurzfilm über einen Jungen, der Sterne sammelt, um sie an Kinder zu verschicken, die in grauen und monotonen Städten wohnen. Der Sternensammler erleuchtet auch die Herzen der Zuschauer.

„The Song for Rain“, ebenfalls von Yaen Zheng, erzählt derweil von einem Fuchs, der Regentropfen auffängt, und auch bei diesem Film wird es jedem ganz bestimmt warm ums Herz.

Eléa Gobbé-Mévellec, Regisseurin in der Melusine-Koproduktion „Les hirondelles de Kaboul“, stellt auf ihrem Vimeo-Channel den Kurzfilm „Escale“ zur Verfügung, den sie vor zehn Jahren produziert hat. Darin erzählt sie von der unerfüllten Liebe zwischen einem Schiffsmatrosen und einer jungen Frau. 

Sehr beeindruckend – das auch wegen der Technik – sind die beiden Werke, die die Russin Svetlana Andrianova in mühseliger Kleinarbeit im Scherenschnitt zusammengebastelt hat. In „Two Trams“ zieht eine junge Tram gemeinsam mit einer älteren durch das Straßennetz, bis eines Tages der Lehrmeister unauffindbar ist.   

In „A Little Star“ lädt die Filmemacherin derweil ein zu einer Reise nach Russland. Dort verirrt sich ein Stern in der Neujahrsnacht.  

Doch das beste zu allerletzt: Florentine Grelier schildert in ihrem mehrfach ausgezeichneten Film „My Juke Box“ über einen echten Lebenskünstler, vom Hippie zum Verkäufer von Jukeboxen.     

Noch einer – sehr, sehr kurz und sehr witzig: „Tête dans le guidon“ von Bruno Collet. (mt)

18.März: Zwei alte Bekannte melden sich zurück

Sie erinnern sich bestimmt, wie ganz früher einmal, also im heutzutage Lichtjahre entfernt analog anmutenden, letzten Jahrhundert das Langzeitparken von Kindern vor laufenden Fernsehern als pädagogisch wertvolle Freizeitbeschäftigung verstanden wurde. 

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Doch dann kam der digitale Wandel – und statt besser, wurde alles, wie könnte es auch anders sein, noch viel schlimmer: Heute werden Erwachsene – zugegebenermaßen absolut zurecht – als förmlich nicht erziehungsberechtigt eingestuft, wenn sie die lieben Kleinen mit einem Bildschirm im handlichen Taschenformat ruhigstellen, meist, um selbst die Muße zu haben, in den unendlichen Weiten des Internet herumzusurfen. All das war vor Corona. 

Die Maus und der Elefant gehören seit Jahrzehnten bei Kindern zum Fernsehprogramm.
Die Maus und der Elefant gehören seit Jahrzehnten bei Kindern zum Fernsehprogramm.
Foto: WDR/Trickstudio Lutterbeck

Und mit dem Virus ist es alles anders geworden. #StayHome so das Motto, das sich nun als lebensrettend erweisen kann. Doch was tun, mit all der Zeit? Zum Glück eilt da die Flimmerkiste, frisch gestylt nach intensiver Schlankheitskur, zu Hilfe. Das gute, alte Lagerfeuerfernsehen im Familienkreis meldet sich zurück – mit zwei Bekannten: die Maus (die mit der Sendung!) und ihr kleiner Freund, der Elefanten. 


Viola, colors.
Das Geheimnis des kleinen Elefanten
Keine andere Farbe birgt so viele Widersprüche und Konflikte - und doch hat Lila unterschiedliche Künstler aus mehreren Epochen zu bekannten Werken inspiriert.

Mit ihren Lach- und Sachgeschichten vergeht die Zeit nicht nur wie im Fluge, Klein und Groß werden gemeinsam auch noch schlauer dabei – nicht nur wie gewohnt mittwochs, sondern ab heute täglich um 11.30 Uhr im WDR und der Maus-App. Und das Beste an der ganzen Sache: Eltern können ihre Kinder auch weiterhin ganz schamlos als Alibi benutzen, um sich selbst eine Freude zu bereiten und ganz egoistisch in der Zeit zu schwelgen, als die Welt noch in Ordnung war ... (vac)

Mehr auf der Webpräsenz der Sendung.

17. März: Kleopatras Klage

Sie ist meine persönliche Entdeckung des letzten Wochenendes: Als ich von den Corona-Berichterstattungen der Nachrichtensender zum sonntäglichen Frühstück etwas entspannendere Untermalung suchte und das TV-Programm nach etwas Musik durchzappte, bezauberte mich ihre Stimme sofort. Die Arie aus Händels Oper „Giulio Cesare in Egitto“ war schon im Ansatz unglaublich vielschichtig. 


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Zapping: Alles, was man auf dem Bildschirm haben sollte
Hier sind alle Serienfans richtig - mit unserer wöchentlichen "Zapping"-Rubkrik bleiben sie stets informiert, was man sehen sollte, und was nicht.

Die eigentlich für Kastraten geschriebene flehentliche Gefangenenklage der Kleopatra, „E pur cosi in un giorno ... Piangeró la sorte mia“, drang dank ihrer Interpretation und Abstimmung im Ausdruck durch alle Stimmbereiche besonders ins Ohr. Doch wer sang da auf der Mattscheibe? Viel war nicht auszumachen, keine Namenseinblendung, nur diese Stimme. „Junge Opernstars 2020“ war im Videotext als Titel der Sendung zu sehen. Aber nicht mehr. Es dauerte dann doch noch, bis ich den Namen dieser Sopranistin im roten Kleid unter den Teilnehmerinnen dieses Wettbewerbskonzerts ausgemacht hatte: Theresa Pilsl.

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Zum Glück lässt sich nämlich das Konzert aktuell noch auf der Website des Südwestrundfunks aufrufen. Das regte meine Neugier. Gibt es mehr von ihr, die da so wunderbar singt? Erst mal überrascht bei längerem Durchstöbern nach ihren Lehrstationen, dass Pilsl nicht nur ein Gesangsstudium gemeistert hat, sondern auch noch parallel zu ihrer Karriere Humanmedizin an der Charité Universitätsmedizin-Berlin studiert. 

Theresa Pilsl
Theresa Pilsl
Agentur Seifert

Vielleicht erklärt sich ja der Preisregen, der in den letzten Jahren über die in Passau geborene, in Berlin lebende Künstlerin herniederging, dadurch, dass die Experten sie nicht der Ärzteschaft überlassen wollten und ihr Talent für mehr als bühnenwürdig würdigten. 

Wer weiß, vielleicht steht sie ja schon demnächst auf der Luxemburger Bühne, wenn die Philharmonie oder das Grand Théâtre wieder ihren Spielbetrieb aufnehmen dürfen. Bis dahin sei ihnen der YouTube-Kanal mit ihren Videos ausdrücklich ans Herz gelegt. (dco)


16. März: Kopfkino - Krimi fürs Ohr

Soviel wie möglich in den eigenen vier Wänden zu bleiben, ist die Gelegenheit, sich an Hörspiele und Podcasts heranzuwagen. Damit der erste Schritt in die Welt des Kopfkinos gelingt, gibt es nichts besseres als ein gutes, altes Kriminalhörspiel. Wie in den Zeiten, als es noch keine Flimmerkisten gab, kann man sich bequem vor dem Radio beisammensetzen und sich in eine fremde Welt entführen lassen. Man denke nur an das US-amerikanische Radiodrama „The War of the Worlds“, das von Orson Welles an Halloween 1938 vorgetragen wurde und die Zuhörer in Angst und Schrecken versetzte.

Foto: Deutschlandfunk Kultur

Aktuell ist im Deutschlandfunk Kultur das Hörspiel „Hoffnung ist Gift“ zu hören, nach dem Roman von Iain Levison. Ein Krimi, der auf einer wahren Geschichte beruht. Als eines Morgens die Polizei vor Jeff Suttons Tür steht, kann der Taxifahrer nicht fassen, was man ihm vorwirft: Er soll ein zwölfjähriges Mädchen entführt und vergewaltigt haben. Der Beweis: Fingerabdrücke im Haus der Familie. Jeff Sutton wird in Untersuchungshaft genommen; dort glaubt nur einer an seine Unschuld.  (mim)

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