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Kulturkur: eine gesunde Portion Kunst

Kulturkur: eine gesunde Portion Kunst

Kulturkur: eine gesunde Portion Kunst

Kulturkur: eine gesunde Portion Kunst


13.07.2020

Bianca Gavrilas modelhe two items. AFP PHOTO / ADRIAN DENNISFoto: Adrian Dennis

Der tägliche LW-Tipp für kulturelle Freuden trotz vorgezeichneter Museumsrundgänge und sozialer Distanzierung.

13. Juli: Kopfhörer auf und genau hinhören

Das klingt wie auf der Hollywoodschaukel auf unserem Balkon früher – wenn Wind aufkam und die Schnüre von Schirmen und Sonnenschutz gegen die Metallrohre schlugen. Zumindest war das mein Gedanke, als ich in eine der hörbaren Auszüge der Ausstellung „SOUND“ hineingehört habe. Wie für Sinneseindrücke wie Gerüche oder Geschmäcker haben wir eben auch ein besonderes Klangerinnerungsreservoir. Oft sind wir uns diesem Sinnesschatz vielleicht gar nicht so bewusst. 

Foto: Shutterstock

Aber zum Beispiel bestimmte Geräusche in unserem Umfeld schaffen eine besondere, einzigartige Vertrautheit, die unser Zuhause ausmacht: Wie klingt die Kaffeemaschine, die Uhr, der Backofen oder auch die Umgebung, wenn wir das Fenster öffnen? Hören Sie doch mal bewusst auf ihre Klanglandschaft, die sie umgibt. Und genau an dieses Erinnerungsreservoir schließt eben die Schau „SOUND“ des Neuen Kunstvereins Aschaffenburg an. 

Sieben international arbeitende Künstlerinnen und Künstler hat der Verein zusammen mit den Kuratoren Lasse-Marc Riek und Eckhard Kuchenbecker beauftragt, eine Erlebniswelt rund um das Thema Klang, Geräusch und auditive Wahrnehmung zu gestalten. Wegen der Corona-Pandemie wurde das Projekt als „SOUND virtuell“ zumindest teilweise als virtueller Online-Rundgang erarbeitet – und die Ohren treffen auf ungewohnte Klangmixturen. Und typische Luxemburger Sounds? 

Ja, die gibt es selbstverständlich auch. 2012 fing der Künstler Fabio Orsi mit Schülern der damaligen F-Sektion des Diekircher Lycée in der Hauptstadt markante Klänge und Klanglandschaften ein. Heraus kam das Projekt „Postcards from Luxembourg – a Sound Map of the City“. Findige Klangfans können vielleicht noch die ein oder andere Kopie des auf CD herausgebrachten Projekts beim Mudam oder über die Design Friends ergattern. Wenn nicht, zumindest den online zur Verfügung gestellten Ausstellungsrundgang „SOUND virtuell“ des Aschaffenburger Kunstvereins gibt es unter: www.kunstlanding.de (dco)

11. Juli: Die Wächter wachen

Oft haben wir in dieser Kulturkur kostenfrei Kultur-Streams angepriesen, nun ist es an der Zeit zu zeigen, wie es in der menschlichen Seele ganz ohne Kultur aussieht: nämlich leer ... Es ist eine bizarre Mischung aus Faszination und Entsetzen, die einen befällt, wenn man sich die Fotografien von Joanna Vestey ansieht. Leere Zuschauerräume, endlos scheinende Reihen roter und schwarzer, verwaister Sessel. Diese Stille brüllt einen förmlich an.

London Globe-Theater
London Globe-Theater
Foto: Shutterstock

Die Pandemie hat in London die Royal Albert Hall, das Roundhouse, The Globe oder das Battersea Arts Centre ihrer Seele beraubt: Keine Zuschauer flößen ihnen Leben ein. Doch bei genauem Hinsehen entdeckt der Betrachter eine einsame Figur, die die Stellung hält: der Wächter, der nicht aufgibt, jetzt und in Zukunft nicht. Doch die „Custodians for Covid“ brauchen jede Hilfe, die sie bekommen können. Für 200 Pfund kann sich jeder Theaterfreund einen der auf 250 Stück limitierten Abzüge der Aufnahmen bestellen – mit dem Erlös wird das betreffende Haus unterstützt, ja vielleicht gerettet.  (vac)

10. Juli:  Cinéma du Sud: anders sehen

Das „Cinéma du Sud“, das jedes Jahr von luxemburgischen NGOs organisiert wird, findet diesmal als Online-Festival statt. Ab heute wird an jedem Freitagabend im Juli ein Film gestreamt. Den Auftakt macht „The Journey of the Others“ über das „Freedom Theater“ im palästinensischen Flüchtlingslager Dschenin, das der arabisch-jüdische Künstler Juliano Mer-Khamis einst gegründet hat: „Ich möchte den Kindern von Dschenin einen Ort ermöglichen, wo sie frei sind, frei vom prügelnden Soldaten, frei von der Unterdrückung um sie herum.“ Mer-Khamis war ein Grenzgänger zwischen Völkern und Religionen und wurde 2011 von Fanatikern ermordet. 

„The Journey of the Others“ des Chilenen Jaime Villareal begleitet eine Gruppe mutiger Schauspieler, die mit ihrem Stück ihr Leben riskieren, um sich einen Traum zu erfüllen, den sie nicht aufgeben wollen: dieses Stück auf der Bühne des Theaters der Universität von New York uraufzuführen. Das ganze Programm des Festivals findet man auf deren Webseite. cinemadusud.wordpress.com mt

9. Juli: Leidenschaftliche  Liebschaft

Hester Collyer will sich das Leben nehmen, doch der Gaszähler läuft ab, ehe sie den Selbstmord begehen kann. Zu dieser Verzweiflungstat getrieben hat sie ihr junger Liebhaber Freddie Page, ein ehemaliger RAF-Pilot, für den Hester ihren Ehemann, den Richter Sir William Collyer verlassen hat. 

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Freddie kann sich nicht an das Leben nach dem Krieg gewöhnen und ist auch nicht imstande, Hesters Gefühle und Leidenschaft zu erwidern. Sie ist gefangen zwischen einer verbotenen Liebe und der Angst vor dem Alleinsein, zwischen dem Teufel und dem tiefen blauen Meer. 

„The Deep Blue Sea“ ist ein Theaterstück aus der Feder von Terence Rattigan, das im London des Jahres 1952 spielt. Er schrieb es als Reaktion auf das repressive soziale Klima der 1950er-Jahre. Das Stück ist ab heute Abend 20 Uhr bis den 16. Juli in der Reihe „National Theatre at Home“ im Streaming auf YouTube zu sehen. (mim)

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7. Juli:  Historisches in drei Klicks

Urlaub steht vor der Tür, und wenn Corona uns gnädig sein wird, dann werden wir diesmal wohl auch verreisen dürfen. Natürlich etwas in Luxemburg, man hat uns ja gnädigerweise mit Gutscheinen gut eingedeckt, aber auch in die Nachbarländer, die wir nicht außer Acht lassen sollten – um unseren Horizont zu erweitern. Rechtzeitig zum Sommer sind alle Sehenswürdigkeiten nun wieder zugänglich. 

Chambord, ein Stück französischer Renaissance.
Chambord, ein Stück französischer Renaissance.
Foto: Teddy Jaans

Das Virtuelle, das während des Lockdowns unverzichtbar geworden war, erlaubt es nun, Reisen vorzubereiten und vielleicht die richtige Auswahl zu treffen. Drei kulturelle Highlights in Frankreich in nur drei Klicks – willkommen auf einer virtuellen Kulturrundreise!

 Angefangen mit der Kathedrale in Saint-Denis, ein Meisterwerk der frühen Gotik, zugleich auch die Grabeskirche der französischen Könige und seit 1996 zudem Weltkulturerbe.  Unter www.basilique360.fr kann man diese Kathedrale virtuell im Gleitflug bereisen. Schriftliche und sonore Dokumente bereichern das Ganze, zudem ist die wertvolle Orgel im Bild bis ins Detail zu entdecken, etwas, was Touristen vor Ort nicht möglich ist. 

Von der Ruhestätte französischer Könige weiter nach Paris ins Panthéon. Von den 74 dort ruhenden verdienstvollen Persönlichkeiten Frankreichs sind nur vier Frauen: Simone Veil, die Resistenzlerinnen Germaine Tillion und Geneviève de Gaulle-Anthonioz, sowie Marie Curie, deren Grabmal mit einem bleiernen Mantel überzogen ist, da ihre sterblichen Reste immer noch radioaktiv strahlen. 

Die 360-Grad-Reise erlaubt zwar nicht Einblick in die Grabstätte, dafür aber schöne Ausblicke auf die Fassade dieser Ruhmeshalle, die als Kirche gebaut und später von den Revolutionsführern zu einer säkularen Gedenkstätte umgewidmet wurde. Auf der Webseite www.paris-pantheon.fr findet man die virtuelle Reise unter der Rubrik „Explorer“. 

Weiter nach Chambord, in das Schloss, das der König François Ier zu seinem Ruhm errichten ließ, ein Stück französischer Renaissance. In den 32 Jahren seiner Regentschaft soll der König allerdings insgesamt nur zehn Tage in Chambord verbracht haben. 

Auch hier erlaubt die 360-Grad-Fotografie weiträumige Blicke über Dächer und Terrassen – eine einmalige Entdeckungsreise quer durch die Schlossanlage mitten in den sumpfigen Wiesen der Sologne. Der Weg dahin führt über die Webadresse www.podibus.com/Chambord_VR    (mt)

6. Juli: Monströse Mode

Die heutige Kulturkur ist buchstäblich eine Radikalkur. Sie riskiert nämlich, für so manchen in einer panischen Fluchtaktion zu enden. Das wäre natürlich überaus schade, denn wer sich tapfer zeigt und sie durchsteht, entdeckt und lernt nicht nur etwas hinzu, sondern könnte ein klein wenig von genau dieser Angst befreit werden. 

Wie es da wohl dem Modell Bianca Gavrilas unter ihrem goldgelb leuchtenden Umhang geht?
Wie es da wohl dem Modell Bianca Gavrilas unter ihrem goldgelb leuchtenden Umhang geht?
Foto: AFP

Denn bei einem ganz bestimmten Anblick allein läuft es schon den meisten Menschen kalt den Rücken runter und die unsichtbar-feinen Härchen, mit denen unsere Haut übersäht ist, richten sich alarmiert auf: nämlich dem der Spinne. 

 Wissenschaftlich nennt sich die panische Angst vor den kleinen – bis hin zu riesengroßen behaarten – Viechern Arachnophobie – übrigens auch eine durchaus unterhaltsame Horrorkomödie gleichen Namens aus dem Jahr 1990. 

Da hilft auch meist kein Argumentieren um den Nutzen der krabbelnden Mehrbeinern – für viele Zeitgenossen sind sie hässlich anzuschauen und man mag sie einfach nicht. 

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Wie es da wohl dem Modell Bianca Gavrilas unter ihrem goldgelb leuchtenden Umhang geht? Denn am modisch-feschen Seiden-Teil, das scheinbar schwerelos und schmeichelhaft ihren Körper umgibt, arbeiteten sage und schreibe 1,2 Millionen kleiner Helferinnen aus Madagaskar. Und zwar nicht mit ihren kleinen flinken Händen, sondern ... Beinen! Denn das ungewöhnliche Teil wurde mit dem Faden der Nephilia, der Goldenen Radnetzspinne, gefertigt. 

Dank eines meiner Lieblingsmuseen (und zwar nicht nur, weil wir uns die Initialen teilen!) dem Victoria and Albert Museum, kurz V&A in London habe ich etwas entdeckt, das sogar ich als eingefleischter Fan unnützen Wissens, noch nie zuvor gehört hatte: Spinnen können Mode machen. 

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Vielleicht waren Ihnen ja auch schon, wie mir, die aus Byssus, dem Sekret der Seidenmuschel, gefertigten Handschuhe ein Begriff, doch was es in zwei YouTube-Videos zu sehen gibt, wird Sie sicher überraschen. Wer weiß, am Ende lässt dieses Wissen manchem die kleinen Krabbelmonster vielleicht etwas sympathischer erscheinen – oder es provoziert ihre endgültige Abkehr von modischen Trends ... (vac)

4. Juli: Museen für neue Generationen

Mit einer klassischen Dauerausstellung – im schlimmsten Fall sichtbar seit Jahren nicht mehr bewegte Ausstellungsobjekte ohne Beschreibung und Narration – lockt man kaum mehr junge Leute in ein Museum. Oder ist das alles nur ein Trugschluss? 

Foto: Shutterstock

Gehen Jugendliche nur auf Druck von Schule und Elternhaus in eine Ausstellung? Wie empfinden sie einen Besuch? Und hat nicht vielleicht sogar die Wiedereröffnung der Museen und Ausstellungszentren nach dem völligen Lockdown im letzten Mai nicht sogar das Interesse neu beflügelt? Was muss man in einer Wissensgesellschaft, in der jede Information verfügbar scheint, die Museumspädagogik völlig überdenken? Alle diese Fragen stehen im Raum, wenn die Luxemburger Sektion des „International Council of Museums“ (Icom), der als Zusammenschluss von Museen weltweit unter anderem um die Zukunftsfragen der Museen berät und Expertisen dazu sammelt, ein Online-Seminar unter dem eher sperrigen Titel „Muechtverhältnisser am Musée. Wéi jonk Leit zu Lëtzebuerg Muséeë gesinn an erliewen“ am kommenden Dienstag um 15 Uhr abhält.

Viele mögliche Antworten stecken in der Forschungen von Laurence Brasseur, deren Doktorarbeit Basis für dieses Seminar ist. Brasseur hat in Luxemburger Jugendhäusern nachgehört, wie die Jugendlichen ihr Kulturerleben – eben wie schon der Titel sagt – selbst einschätzen und bewerten. Und vielleicht ist diese Feldstudie damit auch von großer Bedeutung für die generelle Einschätzung von Kulturangeboten für Jugendliche aller Art im Großherzogtum.

Insofern ist dieses Online-Seminar spannend nicht nur für die breite Öffentlichkeit, sondern besonders Verantwortliche in Schulen und pädagogischen Einrichtungen oder auch die zuständigen Kräfte für die Jugend- und Kulturarbeit der Gemeinden, die sich für die Teilnahme über die Website des hauptstädtischen Naturmuseums unter www.mnhn.lu melden können. Denn die Fragen um die zukünftige Ausgestaltung der Kulturangebote hat durch die Erfahrungen aus der Coronazeit sicher zudem an Relevanz gewonnen. (dco)

3. Juli: Mehr als nur Jazz 

Es gab kein Showbusiness um Rory herum – er machte sich keine Gedanken um Aussehen, Kleider, Image, seine geschundene Stratocaster sagte der Welt alles, was er zu sagen hatte.“ Dies waren die Worte von Roger Glover, Bassist und Produzent von Deep Purple, zum Tod des irischen Blues-Gitarristen Rory Gallagher im Jahr 1995. 

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Einer der spektakulären Live-Auftritte des hochtalentierten Gitarristen ist am Dienstag, den 7. Juli, ab 20.30 Uhr, auf dem YouTube-Kanal des Montreux Jazz Festival zu sehen. Vom 3. bis 18. Juli, die Zeit in der die 54. Ausgabe des Events hätte stattfinden sollen, überträgt das Montreux Jazz Festival jeden Abend ein legendäres Konzert aus seinen Archiven.

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 Den Anfang macht heute Abend John Lee Hooker mit seinem Konzert aus dem Jahr 1983. Im Programm des «54th Summer of Music» sind des Weiteren Carlos Santana (9.7.), Angelique Kidjo (11.7.), Nina Simone (12.7.), Rag’n’Bone Man und Marvin Gaye (18.7.). mim 

www.montreuxjazzfestival.com

2 juillet: Danser et voter 

Le Trois C-L (Centre de création chorégraphique luxembourgeois) est encore fermé au public, la Banannefabrik n’a pas encore ouvert ses portes. C’est pour cette raison – qu’en plus du traditionnel rendez-vous du 3 du Trois, le prochain rendez-vous online a lieu demain vendredi à 19 heures (www.danse.lu) – que le centre de danse de Bonnevoie a imaginé un autre rendez-vous original avec son public, sous la forme d’un concours vidéo-danse. 

Foto: Alice Brazzit

Le principe est simple: un chorégraphe présente une nouvelle création d’une durée de dix minutes maximum et enregistrée dans les conditions strictes du confinement. Les propositions sont ensuite diffusées sur «KulturKanal fir Lëtzebuerg» (www.kuk.lu) et le public est invité à voter pour l’une ou l’autre vidéo. Le coup d’envoi est donné ce samedi 4 juillet, les votes sont ouverts jusqu’au 14 juillet. Un prix du public de 2.000 euro (décerné par l’Œuvre nationale de Secours Grande-Duchesse Charlotte et de l’asbl Unit Control) et un prix du jury de 2.500 euros (remis par le Trois C-L) seront annoncés les 16 juillet à 19 heures. Danser et voter: avis aux amateurs. (thi)

1. Juli: Odyssee 

Die französische Fotografin Aglaé Bory wurde für ihre Bilderserie „Odyssées“ mit dem „Prix Caritas de la photo sociale“ ausgezeichnet. Die Serie ist eine Auftragsarbeit des Literaturfestivals „Le Goût des autres“ der Stadt Le Havre, die sich Fotos über die in der Hafenstadt gestrandeten Flüchtlinge gewünscht hat. Es sind Porträts von Menschen, die festsitzen, die weder weiter- noch zurückgelangen können, denen man ihre Hoffnung auf ein Asylrecht ansieht, aber auch ihre Angst davor. Sie haben Sehnsucht nach einem Zuhause, so wie bei Homer auch Odysseus, dessen Irrfahrt endlos lange dauert. 


Auf der Suche nach dem versteckten Leben während der Quarantäne
Etienne Grimée hat Menschen während der Abschottung vor Covid-19 an der Haustür fotografiert.

Die Fotos kann man sich auf der Website der Künstlerin anschauen, wo es auch noch andere, sehr einfühlsame und ergreifende Porträtserien der Fotografin zu entdecken gibt – unter anderem von Jungs aus Pariser Vorstadtsiedlungen oder von jungen Mädchen aus Medellín. Auch der Instagram-Account der Fotografin ist Freunden der Fotografie nur zu empfehlen. 

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Je suis très heureuse d’être la lauréate de la première édition du Prix Caritas de la Photo Sociale avec mon travail Odyssées! Merci aux membres du jury et au @prixcaritasphotosociale Le Prix Caritas Photo Sociale est organisé par le Réseau Caritas France (alliance de 12 organisations, initiée par le Secours Catholique-Caritas France, la Fondation Caritas France, Cités Caritas, etc.). En partenariat avec @la_fab_officiel (fonds de dotation agnès b.), @polkamagazine, @pictofr, @filigranes_ et le collectif Fetart / @festival_circulations. Le jury était présidé par agnès b. 👉 la composition du jury. . . . . Les finalistes sont : Myr Muratet pour « Chapelle » et Julie Joubert pour « MIDO ». Le jury a choisi de distinguer par ailleurs le travail de Pierre Faure intitulé « France Périphérique ». 👉 En savoir plus : https://www.reseaucaritasfrance.org/prix-caritas-photo-sociale . #LaFab #Polka #PictoFoundation #FiligranesEditions #Fetart #FestivalCirculations #FondationCaritasFrance #SecoursCatholique #CaritasFrance #CitesCaritas #PrixCaritasPhotoSociale #photosociale #pauvrete #solidarite . @CaritasFrance @PrixCaritasPhotoSociale @agnesb_officiel @agnes_b_senga @sylviehugues @dimitribeck @dimitribeckpro @aglaebory @pierre_faure_hl @juliejoubertphotography

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30. Juni: Blaumachen bildet

Ist das schon 34 Jahre her? Wirklich? Das kann doch nicht wahr sein ... Mir scheint es nämlich wie vorgestern, als ich meinen Eltern zu erklären versuchte, dass Blaumachen nicht nur gar nicht so schlimm ist, sondern es zur Charakterbildung maßgeblich beiträgt, ja geradezu notwendig und unausweichlich ist. 

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Damals, 1986 im zarten Alter, das Billy Idol ein Jahr später so wunderbar besang, hatte ich hierfür ein leuchtendes Vorbild: Ferris Bueller. Mit seinem Kultfilm „Ferris Bueller’s Day Off“, in dem Matthew Broderick den obercoolen Blaumacher Ferris porträtiert, prägte Regisseur John Hughes Generationen von Freigeistern. Heute noch kann ich – im Gegensatz zu den damals gelernten Mathe-Theoremen – jede Dialogzeile nachsprechen (ich sage nur Cameron, das Stück Kohle und der Diamant!). Wie groß war da meine Freude, dass Josh Gad mir nun online ein unverhofftes Wiedersehen mit den Helden meiner Jugend bescherte. Und sie sind nicht die Einzigen, die er mit der „Reunited Apart“-YouTube-Reihe vereinte – auch Sigourney Weaver, Bill Murray und Dan Aykroyd trafen sich erneut. Und jetzt raten Sie mal schön in welchem Film die drei mitspielten ... (vac)

29 juin: Fidèle au poste 

On a tous nos radios fétiches, des voix et des émissions qui nous accompagnent dans la voiture sur nos chemins habituels. Au travail le matin, puis au retour à la maison le soir, mais aussi pendant les vacances, lorsque les horaires de conduite de l’automobile sont différents et les destinations plus aléatoires. Cloîtré à la maison depuis le 15 mars, j’ai dû délaisser toutes ces voix et je dois avouer qu’elles me manquent. 

Mais que sont devenus ces timbres doux, sensuels et graves? Où sont les paroles bien lancées, les génériques envoûtants et les virgules sonores tranchantes? C’est tout un programme qui est resté confiné et loin de mes oreilles. Pas de voiture, pas d’embouteillage, pas non plus de radio... Mes stations préférées sont françaises – de la bonne radio publique qui se décline en musique, en culture et en informations. Depuis aujourd’hui, elles sont passées en mode vacances. Ce sont donc des émissions d’été, plus éclectiques, plus musicales et plus vagabondes, qui seront au menu de la trêve estivale. 

Alors, je me suis dit que c’est peut-être le bon moment de refaire une bonne cure de radio et d’être à nouveau fidèle au poste, même si ma voiture ne fait toujours pas – et heureusement d’ailleurs – son sempiternel auto-boulot-dodo, moment privilégié pour l’écoute radio. Je me dirigerai cette fois-ci vers les podcasts, et pour cette chronique, je vous présente trois émissions qui seront dans ma propre «play-list». A vous de choisir sous quelle forme vous voudriez les écouter – en direct, par internet ou par podcast!

Dans «Un été avec Rimbaud», la radio France Inter se met dans les pas du grand poète. L’écrivain-voyageur Sylvain Tesson revisitera chaque jour l’œuvre de Rimbaud. 

L'écrivaine américaine Toni Morrison
L'écrivaine américaine Toni Morrison
Photo: AFP

Sur France Culture je vous conseille la série «Avoir raison avec... les penseurs américains». A quelques mois de l’élection américaine, la radio se penche sur huit grandes figures de la pensée américaine, dont l’écrivaine Toni Morrison, l’architecte Frank Lloyd Wright et la photographe Susan Sontag. 

Après tant de politique, un peu de divertissement: Dans la grille d’été de France Musique, je vous propose une émission estivale devenue tradition et qui à mes yeux rime avec douceur et légèreté. Chaque jour entre 18 et 20 heures l’émission «Retour de Plage» propose aux vacanciers une vague non pas maritime mais sonore, de la bonne musique au pluriel parcourant de vastes territoires – du jazz, des musiques latines et africaines, du blues, de la pop et des chansons. (mt)

27. Juni: Fragen Sie Mr Cave 

Ich hab’s nicht so mit Fanattitüden. Kreischende Gefühlsausbrüche, vor Aufregung feuchte Handflächen oder gar emotionale Erregung bis zur Ohnmacht sind mir zugegeben fremd. Das heißt aber noch lange nicht, dass ich nicht so manchen Künstler bewundere. Zum Beispiel Nick Cave. 

Nick Cave, lein feiner Mensch so ganz ohne Starallüren!
Nick Cave, lein feiner Mensch so ganz ohne Starallüren!
Foto: Claude Piscitelli

 Ganz gebannt folge ich „The Red Hand Files“ des Australiers. Deren Prämisse ist ganz einfach: „You can ask me anything. There will be no moderator. This will be between you and me. Let’s see what happens. Much love, Nick.“ 

So einfach lautet der Beginn einer ganz großen, gemeinsamen Geschichte. Denn Nick Cave antwortet – selbst und ohne Filter, auf Glaubens- und Inspirationsfragen und sogar welche zum Unfalltod seines 16-jährigen Sohnes. Nummer 89 fragt übrigens: „Was machen wir jetzt?“. Na, neugierig was ein Weltstar so ganz privat dazu zu sagen hat? Lesen Sie doch rein! Danke Mr. Cave – für die Zeit, die Aufmerksamkeit und die Ehrlichkeit, die Sie Ihren Fans weltweit zurückgeben. Früher fand ich Sie ja als Musiker und Schriftsteller brillant, nun weiß ich auch warum: Weil Sie ein richtig feiner Mensch sind – so ganz ohne Starallüren!  (vac)

 www.theredhandfiles.com 

26. Juni: Sprudelnde Kunst dank Covid-19

Mit seinem Leitmotto „Nemo enim potest personam diu ferre“ ist das „SODA“-Onlinefestival gestartet. „Unser Leitspruch stammt vom stoischen Philosophen Seneca und bedeutet: ,Niemand kann auf Dauer eine Maske tragen‘“, so die Macher um den Saarbrücker Künstler Eugen Georg und das Kollektiv „AR Arrival Room“, das unter der Federführung Georgs in der Independentszene im Saarland aktiv ist.

Das „SODA-Festival“ ist eines der Kollektivprojekte: „Diese Website wurde speziell entwickelt, um die Vielzahl von Kunstwerken zu zeigen, die während der Covid-19-Krise entstanden sind. Künstler aus über 20 Ländern haben an unserem offenen Aufruf teilgenommen und sind hier vertreten. Wir sind uns bewusst, dass die Bewegung der ,Social Distancing Art‘ (SODA) noch in den Kinderschuhen steckt. Gleichzeitig präsentieren wir die ausgewählten Kunstwerke als Dokumentation der gegenwärtigen ,ungeahnten‘ Zeit. Ohne Zweifel werden die Beiträge Wochen, Monate und Jahre überdauern und als historische Aussage an Relevanz gewinnen.“ 

Foto: Xiaofeng Chen

Zentrale Fragen markieren den Rahmen der Werke, die gezeigt werden: „Was macht es mit dem Menschen? Was passiert mit dem öffentlichen Raum ohne die übliche Dynamik? Was für Auswirkungen hat es auf unser kulturelles Verhalten? Wie verlagert sich diese Dynamik ins Private? Wie verändert es zwischenmenschliche Beziehungen, wenn soziale Distanzierung zum Alltag wird? Leben wir derzeit in Fernbeziehungen? Geht die Reise eher nach innen? Was ist mit dem Traum von Freiheit während der Shutdown-Phase von Covid-19 passiert? Wir hoffen, dass ihr beim Durchstöbern unserer Website Antworten finden könnt.“ Eine Sicht schildert zum Beispiel Xiaofeng Chen, der das Mittel der Posterfotografie nutzt, um die „Schichten der Isolation“ aufzuzeigen, die sich in den gesellschaftlichen Alltag eingeschlichen haben. „Jeder versteckt sein Gesicht beim Gehen.“ Sobald es wieder möglich und machbar sei, soll das Projekt in einem ganz realen Ausstellungsraum gezeigt werden.

25. Juni: Das Gegenteil von Hast

Jeden Tag ein Foto – ein emotional ruhiges Abbild des Confinement, das nicht nur die persönliche Gefühlslage in Farben, Formen, Licht und Schatten darstellt, sondern diesen sonderbaren Zustand der Gesellschaft hinterfragen will; so zumindest lässt sich das Projekt „Hast, pressé, on hurry“ von Gery Oth deuten. 

Foto: Gery Oth

Der Luxemburger Fotograf, der sich über die Jahre selbst vorgebildet hat, liebt noch die klassisch-analoge Fotografie und das Handwerk jenseits von schneller Nachbearbeitung am Computer. Nicht umsonst nennt er sich dann auch „Manufacteur de photographies“ auf seiner Website und in seinen Anschreiben als Künstler. 

Foto: Gery Oth

Einmal mehr macht er sich auf die Spuren eines Seelenzustands. Von März bis Mai hat er im Lockdown den Rahmen seines eigenen, eng beschränkten Umfelds als künstlerisches Forschungsfeld gewählt: „Nous sommes pressés, on nous presse, nous nous pressons tout au long d’une journée, de la semaine, nous menons une vie pressée. J’ai décidé d’entreprendre un voyage immobile, dans un périmètre confiné et restreint, en faisant une prise de vue par jour. La vraie raison et le défi de ce projet, lié aux différents aspects du temps aperçu et remarqué, était la découverte lente et progressive de mouvements de lumière, des jeux d’ombres et des silhouettes mouvantes pendant une période restreinte et un endroit confiné.“

Foto: Gery Oth

Und genau in dieser Spannungslage tastet sich der Fotograf vor. Es sind auf den ersten Blick oft ganz kleine Momentaufnahmen – manchmal geradezu banale Dinge, die aber plötzlich ins Auge springen; scheinbar nicht inszenierte Augenblicke vielschichtig eingefangen. Eine Reise zu und in der Ruhe, die plötzlich herrschen muss. Auf Wunsch fertigt Oth Abzüge dieser Arbeiten auf Papier mit hoher Grammatur, sicher auch, um die Wertigkeit des Handwerks Fotografie auf diese Weise noch einmal oben drauf und eindrücklich zu betonen. Einblicke in die entstandenen Arbeiten und in das Projekt gewährt Oth auf seiner Homepage. (dco)

24. Juni: Cinema Quarantino-Blockbuster

Die meisten kennen ihn als den Dino-Experten, Pardon den Paläontologen Dr. Alan Grant in der „Jurassic Park“-Filmreihe, doch Schauspieler Sam Neill, der unter anderem 1993 im Oscar preisgekröntem Film „The Piano“ seiner neuseeländischen Landsfrau Jane Campion sein darstellerisches Können im ernsten Fach unter Beweis stellte, hat noch weitaus mehr auf dem Kerbholz.

Seit seinem siebten Lebensjahr lebte der gebürtige Ire im fernen Neuseeland – und hat sich dort während des „confinment“, das ihn genau wie den Rest der Welt in den Hausarrest zwang, ein neues Hobby zugelegt: Er dreht Cinema-Quarantino-Blockbuster, kurz Hausmacher-Filme mit seinen Schauspielkumpels am anderen Ende der Welt – „Das Fone Hell“ mit Helena Bonham-Carter, „Das Konversazion“ mit Stephen Fry oder noch „Das Künster Shchreclicke“ mit Timothy Spall. 

Und Eintrittstickets braucht es keine, denn zu sehen sind die absolut amateurhaft aufgenommenen, aber meisterlich gespielten, wunderbaren Kleinode des Absurden auf Twitter unter@twopaddocks. vac

22 juin: L’éloge de la lenteur

En écrivant en 1987 sa pièce pour orgue «As Slow As Possible», le compositeur américain John Cage omettait un détail de taille: sur la partition ne figurait aucune indication de tempo à respecter. D’habitude l’exécution de cette composition de huit pages seulement dure de 20 à 70 minutes. Et pourtant, un groupe de musiciens et philosophes allemands a eu l’idée – saugrenue diront certains – d’exploiter à l’extrême cet oubli – volontaire – de John Cage. Il s’emparèrent de la composition pour se lancer dans un projet fou. Le 5 septembre 2001, après moult discussions que l’on imagine mouvementées, l’orgue de l’église Sankt Burchardi de Haberstadt dans le land de Saxe-Anhalt en Allemagne – inaugurée 639 ans plus tôt – entonna les premières notes de la partition de John Cage. Fut ainsi donné le coup d’envoi d’un marathon musical qui doit durer en tout et pour tout... 639 ans, donc jusqu’en 2640. 

Pour les promoteurs de l’initiative, il s’agit, le plus sérieusement du monde, de mettre en musique cette éloge de la lenteur voulue par John Cage et défendue entre autres par Rainer O. Neugebauer, professeur de sciences sociales, mais avant tout passionné par l’œuvre de John Cage, un musicien excentrique, innovateur et jamais en manque d’idées expérimentales. 

 

John Cage.
John Cage.

En cette période de reprise et en attendant le probable retour à la course effrénée de nos activités, un moment de retenue est plus que bienfaiteur. Jusqu’en 2640 donc, maintenant que les frontières sont à nouveau ouvertes, il devrait être possible de trouver un créneau de libre dans nos agendas pour prévoir un séjour à Haberstadt – il reste encore 620 années. Et pourquoi pas assister à un événement récurrent? L’orgue ne jouant à chaque fois que quelques notes – grâce à des sacs de sables accrochés aux touches et pédales, évitant ainsi aux organistes d'interminables séances de jeu – tout changement d'accord est fêté dignement. Les préparatifs pour l’abandon du re#-la# mi (en poste depuis le 5 octobre 2013 tout de même) et l’arrivée prochaine du sol#-mi prévue le 5 septembre prochain battent leur plein. L’événement est public et les places étant plus que rares, mieux vaut réserver. Sinon, il faudra patienter jusqu’au 5 février 2022 ou 2024... www.aslsp.org 


20. Juni:  Que viva la música 

 Die „Fête de la musique“ geht anders über die Bühne – ganz abgesagt ist sie dennoch nicht. Sie ist zum Teil ins Radio geflüchtet, findet aber auch quer durchs Land sehr sporadisch statt und damit ganz im Geist ihrer Gründer – spontan und ohne viel Schnickschnack. 

Fête de la musique
Fête de la musique

Alle Radiosender machen bei der offiziellen „Journée de la musique“ am Sonntag mit, auch die lokalen und regionalen – Grund demnach, auch die mal einzuschalten. Die UGDA-Musikschulen haben ihr Fest derweil diesmal in „Faites de la musique“ umgetauft und – Nomen est Omen – rufen ihre Schüler und Lehrer dazu auf, an diesem Sonntag ein speziell für das Fest komponiertes Stück, „Beyond the Clouds“ von Mathias Börgmann, einem Musiklehrer der UGDA, aufzuführen: solo, in kleinen Gruppen oder online, zu Hause, in der Familie oder auf der Straße. Partituren und Begleitmusik im mp3-Format sind auf der UGDA-Website abrufbar. Der Dachverband der Musik- und Gesangsvereine organisiert zusätzlich einen Flashmob in Hesperingen, der über ihre Facebook-Seite um 11.30 Uhr live übertragen wird. (mt)

 www.ugda.lu

 www.fetedelamusique.lu  

19 juin: Des compositeurs à cœur ouvert 


Catherine Kontz est la deuxième invitée de la série de portraits.
Catherine Kontz est la deuxième invitée de la série de portraits.
Photo: Lucilin

«L ’enjeu est de réaffirmer la place du discours et des idées portées par les artistes dans la création contemporaine», affirme l’ensemble de musique contemporaine Lucilin en préambule de «Profiles», une nouvelle série d’interviews- portraits réalisée par Jean Huot pour Skilllab et coproduite avec le Centre national de l’audiovisuel.  

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 Après Toshio Hosokawa, c’est au tour de de la compositrice Catherine Kontz de se plier au jeu des questions-réponses. Philippe Manoury et Camille Kerger leur emboîteront le pas. Ces quatre premiers invités – d’autres sont prévus – ont tous eu l’occasion de travailler à un moment donné de leurs carrières avec Lucilin. Au cours de leurs interviews, entrecoupées d’extraits sonores de leurs œuvres, les compositeurs se livrent à cœur ouvert, expliquent leurs travaux, leurs motivations et leurs sources d’inspirations. Une belle manière de découvrir des personnalités, souvent méconnues et que l’on entrevoit au concert souvent au seul regard de leurs partitions. (thi) 

18. Juni: Realitätsschock

Alexander kehrt der Provinz den Rücken und macht sich auf nach Sankt Petersburg. Dort will der junge Dichter und Träumer sein Glück versuchen. Doch auf den Idealisten wartet die banale und harte Realität. Desillusioniert gibt er seine künstlerischen Ambitionen auf und auch aus der Liebe seines Lebens wird nix. Er wandelt sich zum Zyniker, der am Lauf der Welt zugrunde geht. 1847 erschien „Eine alltägliche Geschichte“, das Erstlingswerk von Iwan Gontscharow (1812–1891), das von Alexander Adujews Enttäuschung und Verbitterung erzählt. 

 Kirill Serebrennikov ist künstlerischer Leiter des Gogol-Center Moskau.
Kirill Serebrennikov ist künstlerischer Leiter des Gogol-Center Moskau.
Foto: AFP

Das Deutsche Theater Berlin zeigt am Freitag, den 19. Juni, von 20 bis 22.40 Uhr die Inszenierung dieses Romans unter der Regie von Kirill Serebrennikov im Livestream.

Der russische Regisseur stand fast 20 Monate lang unter Hausarrest und er darf Russland immer noch nicht verlassen. Ihm wird vorgeworfen, Fördergelder unterschlagen zu haben. Die Verhandlungen vor Gericht ergaben allerdings nichts. 

Vom 19. bis 21. Juni lädt das Deutsche Theater Berlin ein zum 3D-Theaterfestival „Radar Ost Digital“. Geboten wird Theaterkunst aus Osteuropa und Russland, bei freiem Eintritt und mit englischen und deutschen Untertiteln. 

Am Samstag, den 20 Juni, steht von 20 bis 21.30 Uhr „Im Herzen der Gewalt“ auf dem Programm, ein Werk des Franzosen Édouard Louis, das 2016 erschien. Unter der Regie von Ewelina Marciniak spielt das Fredro Theatre Gniezno aus Polen. Die Theaterkritikerin Marcelina Obarska schrieb dazu: „Marciniak erinnert uns daran, dass das Theater die Welt von Grund auf neu erschaffen kann; dass auch diese zerrissene, vielstimmige Geschichte auf sprachlich und visuell atemberaubende Weise präsentiert werden kann.“ 

Am Sonntag, den 21. Juni, von 20 bis 22.20 Uhr wird die Aufführung von „Onegin“ nach Alexander Puschkin unter der Regie von Timofej Kuljabin gestreamt, gespielt vom Theater Rote Fackel, Nowosibirsk/Russland. 

Gestreamt werden auch Lectures wie zum Beispiel der performative Vortrag von Ada Mukhina und Olga Shilyaeva aus Russland mit dem Titel: „Worüber man nur hinter geschlossenen Türen spricht“. (mim)

 www.deutschestheater.de 

www.radarost.digital

16. Juni:  Film ab in Annecy

Gestern hat das Festival du Film d’Animation d’Annecy begonnen – wegen der sanitären Krise natürlich nur online. Während zwei Wochen können daher Fans des Animationsfilms mit einem Festivalpass zum Preis von nur 15 Euro viele neue Langspiel- und Kurzfilme aus der Ferne entdecken.

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 In verschiedenen Kategorien konkurrieren etliche Produktionen, darunter im Hauptwettbewerb „Petit Vampire“ von Joann Sfar und „Calamity, une enfance de Martha Jane Cannary“ von Rémi Chayés. In der Nebenkategorie „Contrechamps“ machen Filme mit engagiertem Inhalt auf sich aufmerksam, etwa „My Favorite War“, eine lettische Produktion über den Kalten Krieg. 

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In der Jury dieser Sparte sind übrigens die Gebrüder Nicolas Blies und Stéphane Hueber-Blies, Produzenten der Luxemburger Filmgesellschaft a_Bahn. Beide werden auch am kommenden Montag in einer Masterclass über ihre Produktion „Zero Impunity“ Auskunft geben. In der Sparte „Work in Progress“ werden dafür bereits am Freitag erste Szenen des von Melusine Productions koproduzierten Animationsfilms „The Summit of the Gods“ gezeigt. (mt)

15. Juni:  Smarte Bilder 

Es mögen vielleicht nicht die Hits der Museen sein, aber sie laden dazu ein, sich auf ungewöhnliche Art mit Kunst zu beschäftigen – nämlich auf dem Smartphone. Die Artpaper App, die im Apple-Appstore für iOS-Systeme verfügbar ist, stellt für 5,49 Euro urheberrechtsfreie Bilder aus den Museen dieser Welt zur Verfügung – per Zufall hintereinandergeschaltet – und eröffnet die Möglichkeit, Ausschnitte als Hintergrund für den Home- und Sperrbildschirm auszuwählen. 

Wer einfach nur ein paar schön anzusehende Hintergründe braucht, für den ist diese App nichts. Sie ist vielmehr etwas für Menschen, die sich auch ein wenig mit den Bildern aus allen Sparten beschäftigen wollen, sich neuen, weniger bekannten Künstlern widmen, die sich von den Motiven überraschen lassen und die auch einen Wechsel zwischen einem Barockmaler zum Graffiti in der Urban Art nicht scheuen. Denn bei der Suche nach dem richtigen Ausschnitt für den Smartphone-Hintergrund taucht man – auf Wunsch täglich erinnert – in die Motive ein. Und das auf dem Gerät, das ständig im Alltag präsent ist. (dco)

13. Juni: Die letzte „Home Edition“ 

Die Zeit der Abschottung, in der sich jeder wie ein einsames Polarlicht in seinem trauten, aber vielleicht doch um so traurigen Heim verschanzt hat und die liebe Kultur nur über Äther und Glasfiber dorthin gelangen konnte, geht zur Neige. Man merkt es daran, dass das LuxFilmFest nun seine allerletzte wöchentliche „Home Edition“ auf der Streaming-Plattform vod.lu freigeschaltet hat mit erneut 15 Filmen, die das Festival geprägt haben – drei davon gratis: 

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„Baby(a)lone“ (2015) von Donato Rotunno, die Verfilmung des Buchs „Amok – eng Lëtzebuerger Liebeschronik“ von Tullio Forgiarini, „Foreign Affairs“ (2016) von Pasha Rafiy, ein filmisches Porträt des Außenministers Jean Asselborn, und „Eldorado“ (2016) von Rui Eduardo Abreu, Thierry Besseling und Loïc Tanson, einen Dokumentarfilm über portugiesische Emigranten in Luxemburg. (mt)  

12. Juni: Allein, nicht einsam 

Wie schön, dass der Volksmund mit seinem „Loin des yeux, loin du cœur“ auch mal irrt! So erhellte kürzlich ein hochgeschätzter ehemaliger Kollege – aus seinem wohlverdienten Ruhestand heraus – meine triste Homeoffice-Einsiedelei mit einer E-Mail. Darin enthalten: „Le Piazze (In)visibili“ ein E-Book, dass der von der Corona-Pandemie besonders gebeutelte italienische Staat zum 74. Bestehen seiner Republik herausgegeben hat. 

Die Piazza San Marco in Venedig.
Die Piazza San Marco in Venedig.
Foto: AFP

Mochten die menschenleer gefegten touristischen Hotspots in Nachrichten geradezu gespenstisch wirken, so bieten sie hier einen wunderbaren (Frei-) Raum der Muße, um der Stimme eines Autors zu lauschen. Nicht nur über die weltberühmte Piazza San Marco meines geliebten Venedigs konnte ich so im Geiste schlendern, sondern auch die traurige Berühmtheit der von der Zeit weggefegten Piazza Scossacavalli in Rom entdecken. Lieben Dank für diesen wundervollen Beweis, dass wer alleine ist, längst nicht einsam sein muss! (vac)

11. Juni: „Film ist nix - Désastre“ 

„Wir bitten um Genehmigung eines Bezugscheines für 3 Anzüge“, steht in dem Brief, den Curd Jürgens, damals Direktor der Münchner Gastspielbühne, am 18. Juli 1946 an das Wirtschaftsamt, Abteilung Textil schickt. „Herr Curd Jürgens versichert an Eidesstatt, dass er nicht im Besitze auch nur eines einzigen kompletten Anzuges ist, geschweige denn eines solchen, den er als Berufskleidung in seiner Eigenschaft als Schauspieler auf der Bühne tragen kann.“ 

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Jürgens, einer der bekanntesten und gefragtesten Schauspieler des westdeutschen Nachkriegsfilms (er ist in mehr als 150 Kino- und Fernsehfilmen zu sehen), war als Flüchtling aus Österreich in seine Vaterstadt München zurückgekehrt. Auf dem Rücktransport verlor er seine gesamte Garderobe. 1951 schreibt er an seine Mutter Marie-Albertine: „Ich kann Dich, Motschilein, jetzt nicht holen, ich verdiene nur meine läppische Burgtheatergage von der ich selbst nicht leben kann. Film ist nix. Désastre.“ Aus erster Hand zu erfahren, wie mühsam und unsicher das Künstlerleben sein kann, hinterlässt einen besonderen Eindruck. 

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Das Deutsche Filminstitut und Filmmuseum (DFF) in Frankfurt am Main, das jetzt seine Türen wieder für die Besucher geöffnet hat, bietet auch einige virtuelle Ausstellungen. Eine davon ist der Nachlass von Curd Jürgens. Eine andere die Sammlung Volker Schlöndorff. Hier erzählt er unter anderem von dem ersten Film, bei dem er Regie geführt hat, „Der junge Törless“, nach einem Buch von Robert Musil, und vom Skandal, den dieses Drama bei den Filmfestspielen in Cannes ausgelöst hatte. „Der deutsche Kulturattaché ist bei einer dieser Folterszenen (...) aufgestanden und hat sich förmlich und lautstark, mitten im Kino in Cannes, von dem Film distanziert. Dies sei kein deutscher Film. Und türeschlagend hat er den Saal verlassen. Das war ein kleiner Skandal, der dem Film sicher nicht geschadet hat.“  Diesen Eklat hat Schlöndorff selber allerdings nicht mitbekommen, er war während der Vorführung mit Louis Malle einen trinken. (mim)


10. Juni: Filme online 

Das Filmfestival Champs-Elysées aus Frankreich ist noch ein junges Festival – gestern Abend hat die neunte Auflage begonnen, natürlich nur online. Das Festival hat sich zum Ziel gesetzt, unabhängige Filmproduktionen aus Frankreich und den USA zu fördern. Und auch wenn Corona den geplanten Ablauf bei diesem Festival unmöglich gemacht hat, so hielt die Festivalleitung trotzdem an einer Online-Ausgabe fest, um so das Band, das etliche seit einigen Jahren zu diesem Festival verbindet, nicht brechen zu müssen. Sämtliche Produktionen, Kurz- und Langspielfilme, werden in verschiedenen Kategorien täglich online gestellt, wobei jeweils 500 virtuelle Plätze vergeben werden. Man muss sich wohl beim Festival einschreiben, man braucht aber nicht für die Vorführungen zu zahlen. 

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Eröffnungsfilm gestern Abend war übrigens eine Luxemburger Koproduktion, „Jumbo“, der Debütfilm der belgischen Regisseurin Zoé Wittock, der von der Luxemburger Filmgesellschaft Les Films Fauves koproduziert und bereits bei wichtigen Festivals in Sundance, Berlin und Gérardmer vorgestellt wurde. Der Streifen ist übrigens für kommenden 1. Juli in Frankreich in den Kinos programmiert. Erzählt wird eine unkonventionelle Liebes- und Coming-Out-Geschichte zwischen einer jungen Frau und einem Jahrmarktsfahrgeschäft. 

Ehrengast des Festivals ist derweil der britische Filmregisseur Stephen Frears („Victoria & Abdul“ „The Queen“, „Hi-Lo Country“), der auch für eine Masterclass zur Verfügung steht, die heute um 18 Uhr auf der Webseite und der Facebook-Seite des Festivals live ausgestrahlt wird, die man sich später aber auch im Replay anschauen kann. 

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Zehn Langspielfilme stehen bei diesem Festival im Wettbewerb, darunter „Retiens Johnny“, ein Dokumentarfilm von Simon Depardon, Baptiste Drouillac und Arthur Verret. Die Filmemacher haben über längere Zeit Fans der im Dezember 2017 verstorbenen französischen Musiklegende Johnny Hallyday begleitet, die sich jeden Monat einmal in der Eglise de la Madeleine in Paris treffen, um dort den Tod ihres Idols zu beweinen. Am 15. Juni wird diese Produktion um 18 Uhr freigeschaltet. 

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Ein weiterer Dokumentarfilm als Tipp: „Grève ou crève“, der Debütfilm von Jonathan Rescigno, der in Berlin in der Sparte Forum gezeigt wurde, ein Porträt der krisengeschüttelten Stadt Forbach in Lothringen.  (mt)

9. Juni: Beethoven gestern und heute

Mein Redaktionskollege Thierry Hick durfte sie noch ganz ohne Sicherheitsbeschränkungen sehen und schrieb im vergangenen Januar von seiner Reise in die Beethoven-Stadt Bonn – in der selbst die Ampeln die Züge des Komponisten zieren – begeistert: „Die Bundeskunsthalle leistet mit ihrer imposanten Schau ,Beethoven – Welt. Bürger. Musik‘ einen vielseitigen und überraschenden Beitrag zu diesem Festjahr.“ 

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Die reale Ausstellung musste inzwischen leider abgebaut werden – auch wenn das Beethoven-Jahr 2020 noch im Gange ist und Lösungen gesucht und gefunden werden müssen, um die Feiern zum 250. Geburtstag des Musikgenies nicht ganz ad acta zu legen. Denn auch trotz Covid-19 bleibt der Komponist, seine Werke und sein Leben weiterhin anziehend und bewegend.

Foto: Bundesstadt Bonn

So sollte auch die Ausstellung der Bundeskunsthalle wirken: „Die Schau zeichnet die wichtigsten Lebensstationen Beethovens nach und verschränkt diese mit seinem musikalischen Werk. Sie gliedert sich in Themenkreise wie ,Beethovens Sicht auf sich selbst‘, ,Freundschaften‘ und ,Geschäftliche Strategien‘, denen jeweils musikalische Schlüsselwerke zugeordnet sind.“

Diese neugierig machende Herangehensweise, die Objektpräsentation, ihre Einordnung und auch die Verknüpfung zu Musikstücken war offenbar auch eine Steilvorlage, die reale Ausstellung nun virtuell erlebbar aufzubearbeiten. Das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) – immer schon sehr aktiv in Online-Bereich – hat in Kooperation mit der Bundeskunsthalle für seine „Digitale Kunsthalle“ die Materialien neu zusammengestellt und in fünf virtuelle Räume aufgeteilt. 

Foto: Screenshot ZDF Digitale Kunsthalle

Auch wenn die Nutzung auf dem Tablet möglich ist, empfiehlt sich doch die Ansicht mit Maus – und auch damit braucht es etwas Übung, um durch die virtuellen Säle und zu allen Quellen und Hördateien zu gelangen.

Screenshot ZDF Digitale Kunsthalle

Ein Tipp: Wenn Ihnen das Hin und Her zu bunt wird, klicken Sie auf das I-Symbol neben der Raumangabe am unteren Bildschirmrand. Inhaltlich dagegen ist das ein herrliches Erlebnis und Eintauchen in das Leben und die Zeit Beethovens.

8. Juni:  Brüder im Geiste und in der Musik

Es gab das Projekt schon vor der Corona-Pandemie, doch Bruder Stefan Ansinger und Bruder Alexandre Frezzato verzeichneten in den letzten Wochen nochmals Tausende Klicks auf die wöchentlichen Videos ihres YouTube-Kanals „OPChant“. Die beiden Dominikanermönche aus dem Konvent Saint Hyacinthe im Schweizer Ort Fribourg haben sich überlegt, die traditionellen gregorianischen Gesänge ihres Ordens in den Kapellen der Kirchen und Klöster der Umgebung auf Video aufzunehmen und sie damit wieder neu in den Fokus zu rücken. Etwas Ausrüstung und Zeit brauchte es – große Proben scheinen nicht nötig.

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Zuerst dachten sie, mit ihrem Gesang lediglich ein paar wenige Interessierte am Genre zu erreichen. Dass das Duo aber solch einen Zuspruch erhalten würde, war schon für die zwei Initiatoren unglaublich. Zumal das in diesem Fall auch kein beatunterstützter Popmusikverschnitt traditioneller Klänge ist oder mit großen Showeinlagen unterlegt wird. In der Musikgeschichte gab es durchaus immer mal wieder Wellen, in denen der Gregorianische Gesang oder seine Elemente nach vorne gespült wurden; und dann sogar Aufnahmen in den weltlichen Charts landeten.

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Man erinnere sich nur an die Zisterziensermönche des Stiftes Heiligkreuz, die 2008 mit dem Album „Chant“ die Musikwelt aufmischten. Das Duo betont aber stark seinen geistlichen Auftrag – ähnlich wie es auch die Veranstalter der Konzertreihe rund um den gregorianischen Gesang, „Les Dimanches du Chant Grégorien“, der Abtei von Clerf immer wieder auch ganz bewusst in den Vordergrund rückten. „Gregorianischer Gesang ist zum Beten gedacht. Er ist schon selbst an sich ein Gebet“, sagt Bruder Stefan Ansinger in der Präsentation des Projekts auf YouTube. 

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„Wir haben im Orden eine Traditionslinie von 800 Jahren“, sagt Bruder Alexandre Frezzato – und in deren Dienst stellen sich die beiden und geben sie über ihre Videos weiter. Vielleicht ist es ja gerade diese Beständigkeit und Ruhe ausstrahlende Musik, die dann in Corona-Zeiten Halt vermittelt. Denn schon ein Blick in die Kommentare ihrer Videos machen schnell deutlich, wie stark manche Menschen auf den Gesang reagieren.

6. Juni: Mitten im Leben auf Arte 

Auch wenn die Covid-19-Krise im Sommer 2020 weiterhin das aktuelle Geschehen bestimmen wird, so gibt es noch viele andere Themen, die unseren Alltag prägen. Am 17. Juni startet deshalb der deutsch-französische Fernsehsender Arte seine traditionelle Dokumentarfilmreihe für den Sommer, die wiedermal zur Debatte anregen und vor allem starke Gefühle vermitteln will. Die geplanten Filme haben zwar alle feste Rendezvous im Programm, werden aber zum größten Teil auf der Website des Senders gestreamt – manche sogar bereits vor dem Sendetermin im Fernsehen. 

So zum Beispiel der Film „Dick und nun“ von Gabriel Deydier, der das Verhältnis von Frauen zu ihrem Körper thematisiert, wenn dieser einmal nicht der Norm oder dem gängigen Schönheitsideal entspricht. 

Ein wichtiger Dokumentarfilm in dieser Reihe ist aber ganz bestimmt auch „Adoptiert – Die Frage nach dem Warum“, die Geschichte der jungen Filmemacherin Sun Hee Engelstoft, die adoptiert wurde, und sich nun fragt, warum ihre Mutter sie damals zur Adoption freigegeben hat.

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Ein sehr zu Herzen gehender Streifen ist derweil „Kinderhandel“ von Olivier Ballande, der eine Problematik behandelt, die in Europa noch immer aktuell ist. 

Absolut zu empfehlen ist ebenfalls „Selfie – Tod mit 16 in Neapel“, ein Film, der den Luxemburgern durchaus bereits bekannt sein könnte, er wurde nämlich beim Luxembourg City Film Festival 2019 mit dem Preis für den besten Dokumentarfilm bedacht. Der Filmemacher Agostino Ferrente bat zwei neapolitanische Jugendliche, ihr Wohnviertel und ihren Alltag mit einem Smartphone im Selfie-Modus zu filmen. Ihre Interviews und Monologe zeigen, wie schwer es für jeden Einzelnen in den heruntergekommenen Vorstädten Neapels ist, nicht Teil der Camorra zu werden.

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„Renault 12“ stellt die Frage nach der Identität und nach der Beziehung zwischen Frankreich und Nordafrika und ist der Film eines trauernden Sohnes: Mit dokumentarischen Mitteln erzählt Regisseur Mohamed El Khatik, wie er seiner verstorbenen Mutter von Frankreich nach Tanger folgt. 

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In einem alten Renault 12, in den 1970er-Jahren das Transportmittel vieler Marokkaner, durchquert der Regisseur Frankreich und Spanien, um in Marokko sein Erbe anzutreten. Es ist ein bewegtes und bewegendes Roadmovie eines Mannes auf der Suche nach seinen Wurzeln und nach sich selbst.  mt

5 juin: La Résistance en ligne de mire 

Le fait est assez rare pour qu’il mérite d’être souligné. Le Musée national de la Résistance d’Esch/Alzette vient de créer sa propre chaîne YouTube. Une manière intéressante de combler le vide dû à la crise sanitaire. Deux premiers reportages viennent alimenter la nouvelle chaîne. «Wat bedeit Resistenz?»: le directeur du Musée national de la Résistance, Frank Schroeder, explique les différentes significations possibles du terme «Résistance». Dans le document «D’Reserve-Policebataillioun 101 an d'Juddejuegd», l’historien du musée eschois Jérôme Courtoy revient sur l’engagement de réservistes luxembourgeois durant l’Holocauste. 

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Ces premiers épisodes s’articulent autour d’interviews des deux spécialistes et permettent de mieux comprendre les sujets abordés – même si l’ensemble reste assez statique et mériterait d’être documenté par d’autres éléments visuels. Le musée de la place de la Résistance d’Esch/Alzette à depuis le 11 mai réouvert ses portes, le nombre maximum de visiteurs autorisés à visiter le musée simultanément est limité à huit. (thi)

www.musee-resistance.lu

4. Juni: Als könne man sie anfassen 

Wer sich im British Museum in London den Rosetta Stone anschauen möchte, der muss Geduld und Zeit mitbringen, denn er gehört zu den berühmtesten Ausstellungsstücken des Museums und dementsprechend scharen sich jeden Tag eine Unmenge von Besuchern um ihn. Doch nun hat man die Gelegenheit, dieses und andere wertvolle Objekte von zu Hause aus genauestens und in aller Ruhe unter die Lupe zu nehmen.

 Auf seiner Homepage (www.britishmuseum.org) lädt das derzeit noch geschlossene Museum dazu ein, Objekte aus seinen Sammlungen dreidimensional zu entdecken. Wer auf die Rubrik „Objects in 3D“ klickt, wird zu sketchfab.com weitergeleitet, wo man sich entweder die Highlights (Summary) der 3D-Modelle anschauen kann, oder die gesamte Liste der 257 für das Museum erstellten Modelle. 

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Der Rosetta Stone ist ein Bruchstück aus einer Steintafel, auf der ein Dekret von Ptolemaios V. (210-180 v. Chr.) in drei verschiedenen Schriften eingraviert ist. Durch ihn konnten Wissenschaftler die ägyptischen Hieroglyphen entziffern. Auf dem dreidimensionalen Modell kann man sich die drei Schriften – Hieroglyphen, Demotisch und Altgriechisch) im Detail ansehen, besser als im Museum.

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Unter den 3D-Objekten befinden sich auch Schachfiguren aus dem „Lewis Chess Set“. Die mehr als 800 Jahre alten Figuren, an sich schon berühmt genug, gelangten sozusagen zu Weltruhm durch den Film „Harry Potter and the Philosopher’s Stone“. Harry und Ron spielen mit einer Kopie davon „Wizard’s Chess“. Die Figuren sind detailreich aus Walrosselfenbein geschnitzt, eine Reihe davon ist rötlich gefärbt. 

Sie sind Teil eines großen Fundes, der in einer Sanddüne in der Uig Bay auf der Insel Lewis in Schottland gemacht wurde. Man vermutet, dass sie einem Händler gehörten, der zwischen 1150 und 1200 von Norwegen aus in Richtung Irland unterwegs war, um die Figuren und andere Objekte dort zu verkaufen. Gefunden wurden sie irgendwann vor dem 11. April 1831, denn an dem Tag wurden sie in Edinburgh ausgestellt. (mim)

3. Juni: Klänge aus alten Tagen

Anne-Sophie Mutter ist der Unmut anzumerken. In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erschien am Pfingstwochenende ein Interview mit der Violinistin, die selbst an Covid-19 erkrankt war. Sie warnt vor den Folgen der Krise: „Jeder Graphiker hat allein mit dem Equipment schon ein Vermögen von 60 000 Euro. Jeder Streicher hat zwangsweise wegen des Instruments mehr. Da frage ich mich: Sollen wir unsere Instrumente verhökern, um davon erst mal die Miete zu bezahlen? Vieles ist da nicht zu Ende gedacht und ganz offensichtlich weiß man als Politiker da auch zu wenig“, ist da zu lesen.

Das zeigt einerseits die Schwierigkeiten der Branche, aber andererseits auch den Wert, den die wichtigsten Hilfsmittel der Musiker haben. Es sind eben nicht nur irgendwelche Instrumente, mit denen die Profimusiker spielen. Oft sind es Spezialanfertigungen, die auf den Musiker, seinen Körper, sein Klangempfinden, seine Interpretationsmöglichkeiten und sein bevorzugtes Repertoire zugeschnitten sind. 

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Und so ist es kaum verwunderlich, dass ein Instrument nicht nur sehr teuer, sondern auch quasi ein symbiotischer Lebenspartner wird. Aber eine Geige ist doch einfach eine Geige – alle gleich gebaut? Das stimmt eben nicht. Letztlich ist der Instrumentenbau ein sich stetig veränderndes Handwerk.

Strohgeige
Strohgeige
Foto: Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

Bach hatte nicht etwa ein heute übliches Klavier oder die Klangfülle einer heutigen Trompete zum Komponieren – weswegen einige Interpreten auch nach diesem historischen Klangbild suchen und sich dem annähern wollen. Entscheidend sind dann Sammlungen historischer Instrumente, die darüber Aufschluss geben, wie einst ein Cembalo wohl geklungen haben mag. 

Die kostenlose multimediale Katalog-App „MKG Musikinstrumente“ (für Apple und Android-Geräte) stellt zum Beispiel einhundert Highlights der weltbekannten Sammlung des Museums für Kunst und Gewerbe Hamburg vor. Hochauflösende Fotos von Instrumenten wie der Stroh-Geige (Foto) werden erklärt, zum Teil werden die Jahrhunderte alten Schätze sogar gespielt – und damit ihr einzigartiger Klang wieder hörbar. (dco)

2. Juni: Der ewige Streiter 

Heute wäre er 100 Jahre alt geworden, Marcel Reich-Ranicki, Literaturpapst und ewiger Streiter. Er glaubte „an Shakespeare, an Mozart, an Beethoven, an Goethe“, aber nicht an Gott. Seine ganze Liebe galt der deutschen Literatur; für sie lebte und stritt er mit Leidenschaft. Geboren wurde er am 2. Juni 1920, sein Vater David war polnischer Jude, seine Mutter Helene eine deutsche Jüdin. Sie führte ihn früh ans Lesen heran. 

Der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki.
Der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki.
Oliver Berg/dpa

„Ich nörgele über die meisten Bücher, die gelesen werden. Ich kann nicht anders: Ich muss nörgeln“, sagte er einmal. Im Internet findet sich natürlich vieles über seine Verrisse vor laufender Kamera. Stattdessen sei aber an dieser Stelle eine Sonderfolge aus dem Bücher-Podcast der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ über Reich-Ranickis langjährige Sekretärin Monika Kunz empfohlen. „Meiner ärgsten Feindin in großer Herzlichkeit“, hatte er ihr 1976 als Widmung in eines seiner Bücher geschrieben, zwölf Jahre später in ein anderes: „Meiner allerliebsten Monika mit Gruß und Kuss, einer Umarmung und einer Verbeugung“. Monika Kunz erinnert sich an ihren Chef.

30 mai: Notre patrimoine mis à rude épreuve

En cette période de crise sanitaire, le patrimoine immatériel du Luxembourg a la vie dure. Après l’Émaischen et l’Octave et bientôt la Schueberfouer, c’est ce lundi au tour de la Sprangprozessioun d’Echternach d’être annulée. C’est pourquoi le ministère de la Culture et la Commission luxembourgeoise pour la coopération avec l’Unesco misent cette année sur les techniques digitales pour perpétuer toutes ces traditions, donc aussi ce rendez-vous epternacien, inscrit au patrimoine culturel immatériel de l’humanité. 

Photo: Lex Kleren

Sur le site du patrimoine culturel immatériel du Grand-Duché www. iki.lu sont d’ores et déjà disponibles des photos, vidéos, visites guidées virtuelles et informations diverses tout autour de la procession dansante d’Echternach. Une véritable mine de trésors. Pour mieux renforcer l’aspect interactif de cette initiative, les visiteurs virtuels sont invités à partager – avec les hashtags #DigitalIKI et #Digital-Sprangprëssessioun – leurs souvenirs et photos de ce rendez-vous qui chaque année accueille dans la cité abbatiale des milliers de visiteurs ou pèlerins. www.iki.lu

29. Mai: Gemeinschaft im Gesang

Chöre haben es im Moment nicht einfach: Die Corona-Pandemie lässt einerseits ein gemeinsames Proben kaum zu. Und dann sind da auch noch die Fragen ungeklärt, ob wegen des vielen Ein- und Ausatmens mögliche Risiken bestehen. Es gibt Berichte über sogenannte Ansteckungscluster, sprich unter Chorsängern oder in Proben und Konzerten habe es ein höheres Infektionsrisiko und sogar Todesfälle gegeben. Zehn Sänger aus dem Chor des Bayerischen Rundfunks lassen aktuell eine Studie über sich ergehen, bei der ihre Atemluft untersucht wird. Alles nur, um vielleicht doch einen Weg zu finden, wie Chorsingen in nächster Zeit wieder möglich werden kann. 

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Die seit heute gültige Öffnung im Spielbetrieb bei den Luxemburger Bühnen gilt eben nicht für Ensemble-Sänger. Wer aber mal in einem Chor gesungen hat, weiß, dass selbst so etwas wie eine Pandemie echte Sängerinnen und Sänger nicht wirklich aufhalten kann. Da werden virtuell Proben auf die Beine gestellt und so gut es geht Kontakt gehalten. Denn ein Chor ist eben nicht nur eine musikalische Gemeinschaft, sondern meist auch so etwas wie eine große Familie. Und die lässt sich nicht so einfach auf Eis legen. Wenn sie sich schon zurückziehen müssen, senden die Luxemburger Chöre mindestens Lebenszeichen aus: als virtuelle Chöre. 

„Physesch Distanz verhënnert net de soziale Kontakt“ schreibt das Luxemburger Institut européen de chant choral (Inecc) unter anderem dazu auf seiner Facebookseite. Der Dirigent nimmt ein Video seiner Gesten und vielleicht auch die Begleitung auf, schickt sie an die Sänger, die proben für sich und nehmen dann ihre einzelne Stimme auf. Dank der Technik und Geschick von versierten Ton- und Videohelfern werden diese Stimmaufnahmen übereinandergeschichtet. 

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In den letzten Wochen kamen einige solcher virtuellen Lebenszeichen der Chorszene für die eigenen Fans und die Freunde zusammen – ob vom Chor Voices International, dem Ensemble Vocal du Luxembourg, dem Chor der F-Sektion des Lycée classique de Diekirch oder den Luxembourg Jazz Voices. Und diese Lebenszeichen sprühen nur so von Leidenschaft und Kraft – eine echte Kulturkur.

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28. Mai:  „Koll on Air“ 

Das Festival „Koll an Aktioun“, eines der traditionellen ersten Sommerfestivals jedes Jahr, findet am Samstag digital und interaktiv statt. Zusammen mit Radio 100,7 organisiert die Kollibri Asbl von 14 bis 18 Uhr ein Festival der etwas besonderen Art: „Koll an Aktioun on Air“ für die ganze Familie. Trotz Pandemie wollen die Veranstalter auch 2020 mit ihrem Festival Menschen miteinander verbinden.

Das Programm besticht traditionsgemäß durch ein einzigartiges Zusammenspiel von vier Eckpfeilern: Musik, Kultur, Kulinarik und Familienfreundlichkeit. Zwei virtuelle Bühnen bieten ein abwechslungsreiches Programm. Über Radio 100,7 bekommen Zuhörer neben Live-Konzerten u. a. auch spannende Beiträge, eine Kinderlesung, Interviews und Hintergrundinformationen zum Festival geboten. Auf einer zweiten „Bühne“ gibt es einen Live-Stream, der über die Facebookseiten von „Koll an Aktioun“ und Radio 100, 7 sowie über die Internetseite www.kollanaktioun.lu gezeigt wird.

27. Mai: Schön schräg

Wie schafft man es, dass Kinder vor der Kamera stillhalten? Vor allem in den Anfangsjahren der Fotografie betrug die erforderliche Belichtungszeit noch Minuten, was zu den steifen Körperhaltungen und ernsten Gesichtern bei den Menschen führte, die sich ab Mitte des 19. Jahrhunderts fotografieren ließen. Damals wie heute war die beste Methode, um einen Zappelphilipp zu beruhigen, die Arme seiner Mutter oder seines Vaters. Zu der Zeit schon nahmen die Eltern ihre Kinder für ein Foto auf den Schoss oder hielten ihnen einfach nur die Hand, damit sie sich nicht bewegten und das Foto scharf wurde. Da es aber um ein Porträt des Kindes ging, ließ man, so gut es ging, die Eltern aus dem Bild verschwinden. Man warf der Mutter einfach ein dekoratives Stück Stoff über den Kopf oder brachte den Vater dazu, hinter dem Stuhl zu kauern, auf dem das Kind saß. Diese skurrilen Fotos und andere Kuriositäten findet man im „Museum of Ridiculously Interesting Things“. 

Dieses imaginäre Museum existiert nur im Internet und ist eine Fundgrube für Freunde des Absonderlichen. Dort findet man zum Beispiel den Schuh, den Marie-Antoinette am 16. Oktober 1793 verlor, als sie auf dem Weg zur Guillotine stolperte. Oder das bizarre Foto eines Mannes, das zwischen 1864 und 1866 geschossen wurde und ihn mit einer Puppe auf dem Arm zeigt, die er mit dem Löffel füttert. Welche Bedeutung hat dieses Foto? Diese Frage stellten die Betreiber der Internetseite ihren Followern auf Instagram. Eine der Theorien: Es ist ein humorvolles Foto, das der Mann für seine kleine Tochter machen ließ, ehe er auf Reisen ging. Zu sehen sind des Weiteren Furcht einflößende Kaugummiautomaten, eine Flasche mit dem Geist einer Hexe, ein verkohlter Brotlaib mit Namensstempel aus Pompeji und Crash Test Dummies mit denen Fallschirme im Zweiten Weltkrieg getestet wurden. Da das virtuelle Museum abgedrehte Dinge zusammenträgt, die bereits woanders im Netz veröffentlicht wurden, ist es ein vielversprechender Start für einen Abstieg in den Kaninchenbau. (mim

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26. Mai: Feste feiern in Gemeinschaft

Ich gebe es gerne zu: Noch an Ostern war ich eigentlich ganz froh darüber, dass der Familienstress wegen den Corona-Beschränkungen komplett ausgefallen ist. Es ging dann alles eine Nummer kleiner – kein opulentes Mehrgang-Menü, das vorbereitet werden musste, kein Extrem-Frühjahrsputz, um ein heimeliges, vorzeigbares Zuhause vorweisen zu können, kein Kirchgang, kein Eierfärben und -bemalen oder „Nesterbau“ mit allerlei Leckereien für die Lieben. Und im Nachhinein fehlt mir das irgendwie – weil es eben doch so lange ich denken kann immer so war. Dieses Bei- und Miteinander ist zwar oft anstrengend, aber erfüllt mich zumindest mit diesem besonderen Aufgehobensein und der Freude an den gemeinsam geteilten Momenten; in diesem Fall in der Familie. 

Lokales, Springprozession 2019 Echternach,
Foto: Lex Kleren/Luxemburger Wort

Wie wichtig Feste und Zusammenkünfte auch jenseits der Familie sein können und in der Bevölkerung verankert sind, zeigte sich auch in der Debatte um die Echternacher Springprozession – und die ist außerdem nicht ohne Grund Unesco-Welterbe. Feste, Brauchtum, Feiern stiften Identität, verankern uns in der Gemeinschaft und schaffen ein „Wir-Gefühl“. Das betonen auch die Kuratoren der englischsprachigen Online-Ausstellung „Celebrations in Europe – Seasonal traditions and customs“ der europäischen Kulturplattform Europeana: „Feste, Traditionen und Bräuche sind Teil unseres gemeinsamen kulturellen Erbes in Europa. Sie verbinden uns über Grenzen hinweg, strukturieren unsere Jahreszeiten und unser Leben und spiegeln oft Themen wider, die mit Identität, Religion und Natur zu tun haben. [...] Wir laden Sie ein, Geschichten, die von Menschen aus ganz Europa zusammengetragen wurden, zu lesen und Objekte von Kulturerbe-Institutionen und Menschen in Europa und darüber hinaus zu entdecken.“ 

Düstere Bräuche wie der „Krampus“ sind darunter oder die Feuer zur Walpurgisnacht, die in Osteuropa stark verbreitet sind. Auch wenn es das Buergbrennen, das Stréimännchen oder eben die Springprozession nicht in die Ausstellung geschafft haben – spannend sind diese Geschichten der Feste allemal. (dco)

www.europeana.eu/de/exhibitions/celebrations-in-europe 

25 Mai:  Voir Michel Piccoli en «Roi Lear»

Michel Piccoli, qui vient de décéder la semaine dernière, aimait se frotter aux rôles extrêmes, aussi bien devant la caméra que sur scène. On a d’ailleurs beaucoup parlé de cinéma, mais peut-être un peu oublié que sa vraie satisfaction a toujours été plus le théâtre que le cinéma. 

Oui, la scène a été pour Michel Piccoli une source existentielle à laquelle il devait régulièrement s’abreuver et y retrouver des forces pour redevenir le comédien et laisser pour un peu l’acteur. Au cinéma, à la télévision, il devait s’incliner devant une grosse machinerie, au théâtre par contre, il était plus responsable, physiquement et moralement. «Je ne peux pas rester des années sans remonter sur scène, le théâtre, c’est mon premier métier», écrit-il dans son autobiographie «J’ai vécu dans mes rêves». Et encore: «Petit garçon, je ne voyais pas de films, le premier choc fut théâtral». 

Alors, regardons du côté de la toile ce que la scène nous offre à partir de ses archives à défaut de pouvoir ouvrir ses salles! Le Théâtre des Bouffes du Nord diffuse encore jusqu’au 1er juin «La Cerisaie» de Tchékov dans une mise en scène de Peter Brook de 1981 dans laquelle Michel Piccoli joue Léonid, un rôle dans lequel le comédien se révèle à la fois bouleversé et bouleversant.

Ce rôle, il le porte d’ailleurs à un niveau d’émotion qui fera toujours frissonner le spectateur – même si celui-ci doit regarder la pièce en ligne et sur petit écran. D’autres grands noms de comédiens comme Niels Arestrup et Catherine Frot s’affichent à côté de celui de Piccoli. 

Du côté du Théâtre de l’Odéon on peut admirer un Michel Piccoli jouant en 2006 «Le Roi Lear» de Shakespeare, un rôle qui couronne évidemment la carrière de tout acteur. Mise en scène par André Engel et produite par l’Odéon-Théâtre de l’Europe, cette pièce a été montée aux Ateliers Berthiers, l’entrepôt de décors de spectacle construit en 1895 pour l’Opéra de Paris et qui correspond parfaitement au monde industriel, dans lequel André Engel a projeté son «Roi Lear», un roi devenu vieil industriel des années 1930 .

 Cet enregistrement d’Arte-France est encore en accès libre jusqu’au 30 mai.

23. Mai: Schulterschluss der besonderen Art

Es gilt, in Zeiten der Not zusammenzuhalten. An vielen Stellen zeigt sich seit den Beschränkungen der Brückenschlag unter den Künstlerinnen und Künstlern oder im Verbund mit den Funktionären des Landes. Einzelkämpfermentalität geht und lohnt sich in einem Fall wie Corona einfach nicht – und mancher, der sonst wenig für die Gemeinschaftlichkeit der Szene tut, drückt auch mal ein Auge zu und hilft mit, um die Zunft zu unterstützen. Dass das sogar spartenübergreifend passiert, ist auch längst nicht selbstverständlich. Gerade dann, wenn es um Engagierte wie das Team des Kulturcafés geht, tun sichtbare Schulterschlüsse gut. 

Denn der Club in der hauptstädtischen Rue de St. Esprit braucht Unterstützung, um weiter seinen Betrieb aufrechtzuerhalten. „Die Künstlerin Sarah Mandres kam auf die Idee, über den Verkauf eines ihrer Werke den Club finanziell zu unterstützen. Und dieser Idee haben sich 29 weitere Künstlerinnen und Künstler angeschlossen – und daraus entstand eine Online-Auktion mit insgesamt 57 Werken“, sagt Luka Heindrichs, Mastermind des Gudde Wëllen. Seit gestern konnte geboten werden – die letzten Gebote werden am 5. Juni um 20 Uhr entgegengenommen. Unter anderem sind Daniel Wagener, Eric Mangen, Filip Markiewicz, Patricia Lippert, Sandra Lieners, Trixi Weis oder Irina Moons, die den Club selbst zum Thema ihres beigesteuerten Werks gemacht hat, mit dabei. 

Foto: de Gudde Wëllen Irina Moons

„Alle sind auf die eine oder andere Weise mit dem Gudde Wëllen verbunden. Einige sind Freunde, andere haben den Club im Laufe der Jahre mitgestaltet, andere sind Stammgäste der Konzerte oder der Partys.“ Damit nicht genug: Heindrichs betont, dass der Erlös eben nicht nur dem Gudde Wëllen, sondern beiden Seiten zugute kommen soll. Es gehe darum, möglichst den zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern Sichtbarkeit für ihre Arbeit zu schaffen und den Erlös solidarisch aufzuteilen. Die Webpräsentation der insgesamt zwei Wochen laufenden Auktion soll ihren Teil dazu beitragen.

www.auction.deguddewellen.lu

22  mai: Les théâtres hors les murs 

Les maisons culturelles s’impatientent de pouvoir reprendre leurs services. Le Grand théâtre de Luxembourg et le Théâtre des Capucins aussi. En attendant de reprendre sous certaines conditions leur travail à l’automne, les Théâtres de la Ville de Luxembourg n’entendent pas rester les bras croisés et lancent leur propre chaîne YouTube, afin de garder le contact avec les spectateurs et leur permettre de découvrir ou redécouvrir quelques-uns des moments qui ont marqué ces dernières saisons, explique l’équipe du directeur Tom Leick-Burns. Chaque week-end sera publiée sur le site et sur la page Facebook des deux théâtres une production qui sera ensuite disponible pour une durée de sept jours. Cette semaine, l’on peut ainsi découvrir la chorégraphie «Zeitgeist», d’Anne Teresa De Keersmaker, Nam Le Van Ho, Alain Franco et Rosas. La pièce aurait dû être présentée au Grand théâtre le 16 juin. A partir du samedi 23 mai, le streaming proposera «To Create The World», d’Andrea Miller. www.theatres.lu  

20 mai:  Dessinez des arbres avec Francis Hallé 

La Fondation Cartier de Paris publie régulièrement des cahiers de coloriage d’artistes en rapport avec les expositions qu’elle accompagne. Une occasion unique de découvrir de nouveaux univers graphiques tout en faisant appel à l’imagination et à la créativité. 

Des arbres aux silhouettes étonnantes.
Des arbres aux silhouettes étonnantes.
Photo: Fondation Cartier


Dans son cahier «Coloriages en Forêt», téléchargeable sur le site de la Fondation et publié l’année dernière à l’occasion de l’exposition «Nous les Arbres», le célèbre botaniste Francis Hallé a assemblé une sélection de ses merveilleux dessins effectués en forêt tropicale. Ce cahier est une découverte de dessins d’arbres aux silhouettes étonnantes. A chacun de colorier cette luxure végétale d’après ses propres goûts. D’autres cahiers, en rapport avec d’autres expositions, sont évidemment toujours disponibles, comme ceux de l’artiste brésilienne Adriana Varejão, de l’architecte Jean Nouvel et du peintre congolais Chéri Samba. (mt)

 www.fondationcartier.com 


19. Mai: Ach du Sch ...

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Wer, wie, was – wieso, weshalb, warum – wer nicht fragt, bleibt dumm“, feuerte ab dem 8. Januar 1973 die „Sesamstraße“ Millionen kleiner Zuschauer an, die Welt zu hinterfragen und so zu entdecken. Auch das hiesige natur musée macht dies mit seinem #MamMuseeAnDNatur: Während sich Erwachsene weltweit gerade fragen, wer ihnen nun nach Leben und Freiheit trachtet – ob die 5G oder Bill Gates’ Corona-Impfung –, haben die 6-jährige Sara und ihre 9-jährige Schwester Yana eine ganz praktische Frage, die einer noch dringenderen Antwort bedarf: Was passiert eigentlich mit dem Kaka der kleinen Blaumeisenbrut, die das Nest noch nicht verlassen kann? Wie gut, dass ihr Papa Patrick Biologe beim natur musée ist und so nicht nur dem eigenen Nachwuchs, sondern allen Neugierigen eine Antwort auf diese akute Frage geben kann – dank Video-Directfeed aus dem Vogelhäuschen! (vac)


18. Mai: Licht und Schatten

Die Arbeit hinter der Glaswand geht weiter. Im Sommer vergangenen Jahres begann die „Operation Nachtwache“ im Rijksmuseum in Amsterdam: Rembrandt van Rijns berühmtestes Gemälde „Die Nachtwache“ wird vor den Augen des Publikums zuerst untersucht, dann restauriert. 

Foto: Rijksmuseum

Nach der wochenlangen Schließung der Museen als Maßnahme zur Bekämpfung der Corona-Pandemie soll das Rijksmuseum seine Türen am 1. Juni wieder öffnen. Besucher werden dann wieder, in stark reduzierter Anzahl, den Experten im Glaskasten bei ihrer von modernster Technik unterstützten Arbeit über die Schulter schauen können.

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Auf Instagram findet man die Live Updates der „Operation Night Watch“. Wer jedoch einen genaueren Blick auf die Art werfen will, wie Rembrandt mit Licht und Schatten gearbeitet hat, der kann sich ein 44-Gigapixel-Foto des Gemäldes ansehen. Das Bild, auf das man über die Homepage des Museums gelangt, ermöglicht einen Einblick bis ins allerkleinste Detail, man kann in Pinselstriche, Farbrisse und -pigmente regelrecht hineinzoomen. Die Schützen der Amsterdamer Bürgerwehr lösen sich dabei in Farbpunkte auf.  (mim)

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"Kulturkuren" 2020: das Kolumenarchiv (Teil 2)
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