Kulturhauptstadt 2022: Interesse aus dem Süden
(L.E.) - Nachdem vergangene Woche bekannt wurde, dass Luxemburg einen Kandidaten für die Kulturhauptstadt 2022 vorschlagen soll, regt sich Interesse im Süden des Landes.
Vor Kurzem gab der Bürgermeister von Differdingen, Roberto Traversini (Déi Gréng) zu verstehen, dass seine Stadt interessiert sei, gemeinsam mit anderen Städten aus dem Süden des Landes dieser Herausforderung entgegen zu treten.
Im Gespräch mit dem LW betont Traversini, es müsse nicht unbedingt als selbstverständlich angesehen werden, dass ein solches Ereignis erneut in der Hauptstadt stattfinde. In der Region gäbe es zahlreiche Infrastrukturen und kulturelle Kleinode, die es Wert seien, hervorgehoben zu werden. So könne er sich eine gemeinsame Kandidatur Differdingens mit Esch/Alzette, Düdelingen und anderen Südgemeinden vorstellen.
Esch/Alzette nicht abgeneigt
Vom LW auf Traversinis Pläne angesprochen gab sich die Escher Bürgermeisterin Vera Spautz (LSAP) am Freitagmorgen überrascht, aber keineswegs abgeneigt. Auch Spautz teilt Traversinis Einschätzungen prinzipiell.
Es müsse jedoch zunächst geprüft werden, welche Konsequenzen, auch finanzieller Natur, mit solch einer Kandidatur verbunden wären. Turnusgemäß und nach einer europäischen Entscheidung im vergangenen Jahr muss das Großherzogtum eine Stadt oder einen Stadtverband, als „Europäische Kulturhauptstadt 2022“ vorschlagen.
Ab Juli wird zu Kandidaturen aufgerufen. Schon vergangene Woche hatte ein Regierungssprecher klargestellt, dass nicht zwingend die Hauptstadt Kandidat für die Bewerbung sein müsse. Luxemburg war bereits 1995 und 2007 europäische Kulturhauptstadt gewesen.