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Künstler Christo stirbt mit 84 Jahren in New York
Kultur 8 3 Min. 31.05.2020

Künstler Christo stirbt mit 84 Jahren in New York

„Es ist total irrational und sinnlos“, sagte der bulgarisch-amerikanischer Verpackungskünstler über seine Arbeiten. Doch die Schönheit seiner in abstrakte Objekte verwandelten Gebäude und Landschaften faszinierte Millionen.

Künstler Christo stirbt mit 84 Jahren in New York

„Es ist total irrational und sinnlos“, sagte der bulgarisch-amerikanischer Verpackungskünstler über seine Arbeiten. Doch die Schönheit seiner in abstrakte Objekte verwandelten Gebäude und Landschaften faszinierte Millionen.
Foto: AFP
Kultur 8 3 Min. 31.05.2020

Künstler Christo stirbt mit 84 Jahren in New York

„Christo lebte in vollen Zügen“, teilten seine Mitarbeiter mit. „Er träumte nicht nur von Dingen, die unmöglich schienen, sondern verwirklichte sie auch.“

Im kommenden Jahr wollte er sein nächstes großes Projekt angehen: die Verhüllung des Pariser Arc de Triomphe. Doch am Sonntag ist der Künstler Christo im Alter von 84 Jahren in seiner New Yorker Wohnung gestorben, wie es auf seiner Website hieß . 

Der in Bulgarien geborene Amerikaner, der ein Atelier im Süden Manhattans besaß, hatte die Verpackung des Pariser Wahrzeichens eigentlich für diesen Herbst geplant, wegen der Corona-Epidemie aber auf September 2021 verschoben. Das Projekt werde trotz Christos Tod weitergeführt, versicherte sein Büro. Zudem soll es ab Juli dieses Jahres eine große Ausstellung zum Schaffen des Künstlers im Pariser Centre Pompidou geben.

In Deutschland wurden Christo und seine 2009 gestorbene Partnerin Jeanne-Claude vor allem durch die Verhüllung des Reichstages in Berlin bekannt. 1995 verdeckten sie das Gebäude mit 100.000 Quadratmetern Spezialstoff. Die Aktion lockte fünf Millionen Besucher an und gilt bis heute als eines ihrer Meisterwerke.

Zu anderen berühmten Projekten des Künstlerpaares zählten die safranfarbenen Tore im New Yorker Central Park („The Gates“), die schwimmende, mit Nylongewebe bezogenen Stege auf dem Wasser des Iseosees in der Lombardei („Floating Piers“) sowie die verpackte Brücke Pont Neuf in Paris.

Wer glaubte, dass Christo in seinem silbern verpackten Berliner Reichstag oder seinen leuchtend gelben, schwimmenden Stegen auf einem See in Italien irgendeine tiefere Bedeutung sah, der irrte. „Es ist total irrational und sinnlos“, sagte der bulgarisch-amerikanischer Verpackungskünstler 2014 über seine Arbeiten. Doch die Schönheit seiner in abstrakte Objekte verwandelten Gebäude und Landschaften faszinierte Millionen


Bulgarian artist Christo poses in front of the monumental "Mastaba" art work at the Maeght Foundation (Fondation Maeght) on the opening day of the exibition on June 4, 2016 in Saint-Paul, southeastern France. 
The exibition takes place from June 6 to November 27, 2016.   / AFP PHOTO / VALERY HACHE / RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY MENTION OF THE ARTIST UPON PUBLICATION - TO ILLUSTRATE THE EVENT AS SPECIFIED IN THE CAPTION
Rencontre avec Christo: «Je ne joue pas avec l’abstrait, mais avec le concret»
A la Fondation Maeght à Saint-Paul-de-Vence, le Mastaba de Christo a investi la cour Giacometti. 1.076 barils y ont été assemblés en un peu plus de trois semaines pour créer un «Stairway to Heaven». En marge de l'exposition, l'artiste s'est confié à la "Warte".

Stets war es ein Spiel aus Form und Farbe, wenn der am 13. Juni 1935 als Christo Vladimiroff Javacheff im bulgarischen Gabrovo geborene Künstler wieder ein Stück Welt mit Kunststoffbahnen überzog.     

Die Vergänglichkeit der temporären Großinstallationen erinnerte stets auch an die Flüchtigkeit des Lebens selbst. „Es ist irgendwie naiv und arrogant, zu glauben, dass dieses Ding für immer bleibt, für die Ewigkeit“, bemerkte Christo zur Zeit der Reichstagsverhüllung.


Die „Floating Piers" erfreuen sich überwältigender Beliebtheit.
Christos „Floating Piers": Opfer ihres Erfolgs
Christos schwimmende Stege im norditalienischen Iseo-See werden ab sofort nachts für Besucher geschlossen. Der Riesenandrang auf die Installation habe diese Entscheidung nötig gemacht.

Leuchtende Kunststoffflächen, Bauwerke und Landstriche, wie zu überdimensionalen Geschenken oder Paketsendungen verpackt - faszinierende Bilder werden von Christos Arbeit in Erinnerung bleiben. Das heute fast keine mehr davon zu sehen ist, dürfte ihre Pracht nur verstärkt haben. „All diese Projekte haben eine starke Dimension des Fehlens, der Zurückhaltung“, sagte Christo zur Reichstagsverhüllung. „Sie werden verschwinden, wie unsere Kindheit, unser Leben.“ Erst das mache die Erfahrung so intensiv.    

2021 letzte Verpackung in Paris

Auch nach dem Tod des Künstlers Christo hält Frankreich an der geplanten Verpackung des Triumphbogens in Paris fest. Die Aktion im Herbst kommenden Jahres werde wie „ein letztes Geschenk dieses Künstlers an diese Stadt“ sein, teilte das Amt von Staatschef Emmanuel Macron am Montag mit. Der 42-Jährige und seine Frau Brigitte würdigten das Werk des Künstlers, der am Sonntag im Alter von 84 Jahren in New York gestorben war.

Die geplante Verpackung des Arc de Triomphe durch Christo war wegen der Coronavirus-Pandemie um ein Jahr verschoben worden. Sie soll nach bisherigen Planungen zwischen dem 18. September und 3. Oktober 2021 stattfinden. 


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