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Kriegstagebuch Albert Schergen - 12. August 1914: „Ich trete meinen Samariterdienst an“
Albert Schergen. Dieses Bild wurde vermutlich kurz vor seinem Tod aufgenommen.

Kriegstagebuch Albert Schergen - 12. August 1914: „Ich trete meinen Samariterdienst an“

FOTO: PRIVAT
Albert Schergen. Dieses Bild wurde vermutlich kurz vor seinem Tod aufgenommen.
Kultur 12.08.2014

Kriegstagebuch Albert Schergen - 12. August 1914: „Ich trete meinen Samariterdienst an“

Die Nacht verlief ruhig. Man hörte vereinzelten Kanonendonner- Auch der heutige Tag brachte nichts Neues. Außer den Ambulanciers gibt’s jetzt nicht mehr viel Soldaten hier.

„Die Nacht verlief ruhig. Man hörte vereinzelten Kanonendonner- Auch der heutige Tag brachte nichts Neues. Außer den Ambulanciers gibt’s jetzt nicht mehr viel Soldaten hier.

Am bischöflichen Konvikt liegen an 20 kranke Soldaten, welche teilweise vom Hitzeschlag getroffen wurden. Die rote Kreuz-Organisation dehnt sich täglich weiter aus, bei vielen ist es jedoch nur ein krankhaftes Interesse, dabei sein zu können. An praktischer Hilfeleistung mangelt es noch.Der Rest des XVIII. Armeekorps ist heute Abend gegen 5 Uhr angekommen. Ich sah 2 Klassen, welche die Grenze abgeritten und 150 Kilometer hinter sich hatten, eine kolossale Leistung für kriegsmarschmäßig ausgerüstete Soldaten. Heute Abend erhielt ich eine Aufforderung von Herrn Dr. Richard, morgen früh gegen 10 Uhr in der Klinik der Elisabetherinnen meinen Samariterdienst anzutreten.“

Mit diesem Tagebuch führen wir unsere Leser hundert Jahre zurück in die Geschichte, und zwar in die ersten Tage des Ersten Weltkrieges. Dazu haben wir in unseren eigenen Zeitungsarchiven gestöbert, uns liegt aber auch ein Tagebuch von damals vor, in dem der Schreiber, Albert Schergen, Tag für Tag die Ereignisse von damals akribisch festgehalten hat.