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Klares Zeichen für Selbstbestimmung
Kultur 2 Min. 16.11.2022
Iranischer Star

Klares Zeichen für Selbstbestimmung

Setzte mit ihrem Instagram-Post ein klares Zeichen für Frauenrechte: Taraneh Alidoosti.
Iranischer Star

Klares Zeichen für Selbstbestimmung

Setzte mit ihrem Instagram-Post ein klares Zeichen für Frauenrechte: Taraneh Alidoosti.
Foto: www.instagram.com/taraneh_alidoosti
Kultur 2 Min. 16.11.2022
Iranischer Star

Klares Zeichen für Selbstbestimmung

Die im Iran lebende Schauspielerin Taraneh Alidoosti hat öffentlich ihr Kopftuch abgelegt und damit ein Statement gesetzt, das um die Welt ging.

(avt) - Im Mittelpunkt des Film-Dramas „Leila’s Brothers“ von Saeed Roustayi, aktuell in Luxemburg im Cine Utopia zu sehen, steht mit Taraneh Alidoosti eine starke Frau.

Sie schmeißt die Geschicke der Familie und will ihnen aus der wirtschaftlichen Misere helfen. Ein eindrucksvoller Film, der in Cannes Premiere feierte – ohne vorab vom iranischen Kulturministerium genehmigt worden zu sein. Zudem äußerten sich einige der Darsteller in Cannes kritisch über die iranische Regierung, sodass der Film im Iran offiziell verboten wurde.

Nun hat sich Alidoosti auf dem Social-Media-Kanal Instagram klar mit den Protesten im Iran solidarisiert. Vor wenigen Tagen sorgte eine Stellungnahme der Schauspielerin für Aufsehen, auf der sie sich ohne Kopftuch zeigte.

Klare Solidarisierung mit den Protestierenden

In einem Beitrag postete die 38-Jährige ein Foto von sich ohne Kopfbedeckung. In die Kamera hält sie ein Plakat mit dem kurdischen Protestslogan „Jin, Jiyan, Azadi“ (Frau, Leben, Freiheit). Alidoostis’ Post dürfte hohe Wellen schlagen und zahlreiche Menschen erreichen, hat sie doch auf Instagram fast acht Millionen Follower.

Taraneh Alidoosti gilt als eine der wichtigsten Schauspielerinnen ihres Landes. Sie spielt die Hauptrolle in dem Film „The Salesman“ (2016) von Ashgar Farhadi, der 2017 als bester fremdsprachiger Film mit dem Oscar prämiert wurde. Zu den bekanntesten Filmrollen der 38-Jährigen gehören neben „The Salesman“, die Filme „Alles über Elly“ und „Feuerzauber“.


„Leila’s Brothers“ zeigt eine starke Frau in einer misogynen Männergesellschaft.
Allein unter Taugenichtsen
Der iranische Film „Leila’s Brothers’“ ist eine Wucht: Saaed Roustayi komponiert ein vielschichtiges Familientableau.

Frauen im Iran verbrennen dieser Tage ihre Schleier und schneiden ihre Haare in der Öffentlichkeit ab oder filmen dies symbolisch und posten ihre Videos auf Social-Media-Kanälen, um gegen das iranische Regime zu protestieren und so ihren Wunsch nach Selbstbestimmung auszudrücken. 

Für Aufsehen sorgte auch ein Video, in dem sich Frauen zur Melodie des Partisanenlieds „Bella Ciao“ und in Solidarität mit Mahsa Amini die Haare abschneiden. 

Aminis einziges „Vergehen“ bestand darin, dass ihr Kopftuch nicht richtig saß und eine Strähne heraushing, infolge der Festnahme durch iranische Sittenwächter war sie zu Tode gekommen.

Seit Beginn der Proteste in der Folge des mutmaßlich durch Misshandlungen verursachten Todes von Amini (die Regierung beteuert, dass sie an einem Herzinfarkt gestorben sei, während Autopsie-Berichte darauf hindeuten, dass sie totgeschlagen wurde) hatte sich Alidoosti immer wieder kritisch geäußert und die Forderungen der Demonstrantinnen unterstützt. 

Als Frauenrechtlerin gilt Alidoosti schon länger 

Vor wenigen Tagen erinnerte sie an einen Post, den sie bereits vor Jahren verfasst hatte: „Wir sind keine Bürger, waren es nie. Wir sind Gefangene, Millionen Gefangene.“

Als bekennende Frauenrechtlerin gilt sie schon länger. Anlässlich einer Pressekonferenz 2016 in Teheran wurde durch einen hochgerutschten Ärmel eine „Women Power“-Tätowierung auf ihrem Arm sichtbar, was im Iran Debatten auslöste. Alidoosti konterte seiner Zeit resolut: „Beruhigt euch! Ja, ich bin Feministin.“

Der im Iran lebenden Schauspielerin dürften nach ihrem öffentlichen Post Konsequenzen drohen. Nach Ausbruch der Proteste waren Prominente wegen Solidaritätsbekundungen immer wieder Repressionen durch staatliche Akteure ausgesetzt. Ob sie in dem Land noch je eine staatlich geförderte Filmrolle spielen darf, ist zweifelhaft. 

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