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Journalisms: Pulitzer-Preis geht an Flüchtlingsdokumentation
Kultur 10 2 Min. 19.04.2016

Journalisms: Pulitzer-Preis geht an Flüchtlingsdokumentation

Reuters und die New York Times haben den Preis für "Breaking News Photography" gewonnen. Sie begleiteten Flüchtlinge auf ihrem Weg nach Europa.

Journalisms: Pulitzer-Preis geht an Flüchtlingsdokumentation

Reuters und die New York Times haben den Preis für "Breaking News Photography" gewonnen. Sie begleiteten Flüchtlinge auf ihrem Weg nach Europa.
Foto: REUTERS
Kultur 10 2 Min. 19.04.2016

Journalisms: Pulitzer-Preis geht an Flüchtlingsdokumentation

Der Name Joseph Pulitzer steht für herausragenden Journalismus. 2016 räumen vor allem große US-Medienhäuser die Pulitzer-Preise ab. Doch auch in Sparten wie Literatur und Musik warten Künstler gespannt auf die Verkündung der Preisträger.

(dpa) - Der Pulitzer-Preis ist der wohl bedeutendste Medienpreis - am Montag wurde er zum 100. Mal verliehen. Großer Gewinner ist die US-Nachrichtenagentur AP. Sie ist für Recherchen zur Fischerei-Industrie in Südostasien mit dem renommierten Preis ausgezeichnet worden. Die über 18 Monate laufende Arbeit von vier AP-Journalisten hatte zur Freilassung von mehr als 2000 Sklavenarbeitern und zur Festnahme von einem Dutzend Verdächtigen geführt, zudem wurden Schiffsladungen im Wert von Millionen Dollar beschlagnahmt. Die AP-Reporter versteckten sich unter anderem vier Tage in der Ladefläche eines Lastwagens, um die Namen von Schiffen zu notieren, die die Waren an Land brachten.

Die „Los Angeles Times“ gewann in der Sparte aktuelle Nachrichten für ihre Berichterstattung über den bewaffneten Angriff auf eine Sozialeinrichtung im kalifornischen San Bernardino, die „New York Times“ für eine Reportage über Gewalt gegen afghanische Frauen. Auch die Mitarbeiter des „Boston Globe“, des „New Yorker“ und der „Tampa Bay Times“ (Florida) und wurden geehrt. Die "New York Times" und die Nachrichtenagentur "Reuters" wurden in der Kategorie "Breaking News Photography" für ihre Fotoreportagen über die Flüchtlingskrise ausgezeichnet.

„Es war ein solides Jahr für den Journalismus“, sagte Mike Pride, Verwalter der Pulitzer-Preise, bei Verkündung der Preisträger am Montag.

Literaturpreis geht an "The Sympathizer"

Der vietnamesische Autor Viet Thanh Nguyen hat für seinen Spionage-Roman „The Sympathizer“ den Pulitzer-Preis für Literatur erhalten. Er erzähle die verschachtelte Geschichte eines Mannes mit zwei Seelen in zwei Ländern, sagte Mike Pride, Verwalter der Pulitzer-Preise, bei Verkündung der Preisträger am Montag. Auch das Musical „Hamilton“ und das Sachbuch „Black Flags - The Rise of ISIS“ von Joby Warrick über die Terrormiliz Islamischer Staat wurden in den sieben nicht-journalistischen Sparten ausgezeichnet.

„The Sympathizer“ handelt von einem vietnamesischen General im Vietnamkrieg, der mit seinen Landsleuten ein neues Leben in Los Angeles beginnt, während Saigon im Krieg versinkt. Doch der General steht heimlich in Kontakt mit einem ranghöheren Kommunisten und kehrt später in den Krieg zurück. Für die USA, wo der Verlauf des Vietnamkriegs meist nur aus amerikanischer Sicht gedeutet wird, sei die Perspektive der Gegenseite eine Bereicherung, schrieb etwa die „New York Times“ in einer Rezension.

Musicalhit "Hamilton" ausgezeichnet

In der Sparte Musik gewann die an Jazz angelehnte, moderne Komposition „In for a Penny, In for a Pound“ von Henry Threadgill, in der Sparte Poesie das „Ozone Journal“ von Peter Balakian. Dass unter den Gewinnern in den nicht-journalistischen Sparten auch das hoffnungslos ausverkaufte und gefeierte Erfolgsmusical „Hamilton“ ist, war für einige Beobachter kaum eine Überraschung. „Es gab nur ein Stück, das für unseren Vorstand wirklich herausragte, und das war „Hamilton““, sagte Pride.

Die Pulitzer-Preise feiern dieses Jahr ihr 100. Jubiläum. Insgesamt wurden fast 3000 Arbeiten eingereicht, in der Sparte Journalismus rund 1200. Die Jury besteht aus 77 Mitgliedern und kommt jeden Frühling zusammen, um aus den Finalisten die Preisträger zu wählen.


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