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„Joker“ gewinnt Goldenen Löwen in Venedig
Kultur 5 2 3 Min. 08.09.2019

„Joker“ gewinnt Goldenen Löwen in Venedig

Joaquin Phoenix wurde für sein intensives Spiel umjubelt.

„Joker“ gewinnt Goldenen Löwen in Venedig

Joaquin Phoenix wurde für sein intensives Spiel umjubelt.
Foto: Niko Tavernise/Warner Bros. Ente
Kultur 5 2 3 Min. 08.09.2019

„Joker“ gewinnt Goldenen Löwen in Venedig

Die Jury beim Filmfest hat entschieden: Der Hauptpreis geht an „Joker“ mit Joaquin Phoenix. Auch Roman Polanski gewinnt eine der wichtigsten Auszeichnungen. Ein Preis geht zudem an die Luxemburger Koproduktion „Les épouvantails“.

DPA - Der Psychothriller „Joker“ ist beim Festival in Venedig mit dem Goldenen Löwen für den besten Film ausgezeichnet worden. Das Werk des US-Amerikaners Todd Phillips erzählt, wie aus einem psychisch kranken Mann der aus Comics bekannte Bösewicht Joker wird - der Erzfeind von Batman. 

In der Hauptrolle ist der 44-jährige Joaquin Phoenix („Walk the Line“) zu sehen, der bei der Weltpremiere in Venedig für seine intensive Darstellung mit achtminütigem Applaus gefeiert worden war. Auch die Jury verwies am Samstagabend auf das beeindruckende Spiel des Darstellers.

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Vor zwei Jahren war der Goldene Löwe zuletzt an eine US-Produktion gegangen: 2017 gewann „The Shape of Water“ von Guillermo del Toro die höchste Auszeichnung der Festspiele.

Jurypreis für Werk von Polanski

Der zweitwichtigste Preis des Festivals, der Große Preis der Jury, ging an „J'accuse“ von Roman Polanski. Der 86-jährige Oscarpreisträger („Der Pianist“) erzählt darin von der Dreyfus-Affäre in den 1890er Jahren, die zu einem Justizskandal in Frankreich führte. 


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Dass Polanskis Film in den Venedig-Wettbewerb eingeladen wurde, hatte bereits im Vorfeld zu Debatten geführt: Der Regisseur hatte in den 1970er Jahren Sex mit einer Minderjährigen. Ihm wird sexueller Missbrauch vorgeworfen. Polanski kam selbst nicht zum Filmfest, den Preis nahm seine Ehefrau Emmanuelle Seigner an.

Für die beste Regie wurde der Schwede Roy Andersson ausgezeichnet, der in seinem Melodram „About Endlessness“ in kurzen Episoden in die traurigen Seelen von Menschen blickt. Der in Hongkong lebende Yonfan gewann den Preis für das beste Drehbuch für den Animationsfilm „No. 7 Cherry Lane“.

Spezialpreis für "Les épouvantails" von Samsa Film

Am Lido waren zudem vier Luxemburger Produktionen vertreten. In der offiziellen Auswahl liefen mit dem Dokumentarfilm „Collective“ (Bernard Michaux) des Deutsch-Rumänen Alexander Nanau und dem Spielfilm „Les épouvantails“ (Jani Thiltges) des tunesischen Regisseurs Nouri Bouzid zwei Koproduktionen von Samsa Film. Nourids Film bekam den HRN-Preis für Menschenrechte verliehen. 

Der Film sei eine harte Analyse der "Revolution für Demokratie und Freiheit" zur Zeit der Ennahdha-Regierung, erklärte die Jury des Spezialpreises. 

"Nouri Bouzid führt mit skrupelloser Sensibilität eine leidenschaftliche Operation der ,plastischen Chirurgie' am kollektiven Unterbewusstsein einer Nation durch, welche die Kraft hatte, sich der fanatischen Gewalt zu widersetzen, aber nach den Regeln und Gesetzen eines modernen Rechtsstaates", hieß es weiter.  

„Cosmos Within Us“ von Tupac Martir und Benjamin Farry, eine vom Film Fund geförderte a_BAHN-Koproduktion mit Großbritannien, hatte in der Virtual Reality-Sektion Chancen auf einen Preis. Hier ging der Preis aber an "The key" von Céline Tricart (USA). Zudem wurde die VR-Installation „Sublimation“ von Karolina Markiewicz und Pascal Piron beim dritten „Biennale College Cinema – Virtual Reality“ gezeigt. 

Spezialpreis für Mafia-Doku

Als beste Schauspieler ehrte die Jury den Italiener Luca Marinelli und die Französin Ariane Ascaride. Marinelli gewann die Trophäe für seine Darstellung in „Martin Eden“ von Pietro Marcello nach einer Buchvorlage von Jack London, Ascaride für ihre Leistung in dem Sozialdrama „Gloria Mundi“ von Robert Guédiguian.


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Mit dem Marcello-Mastroianni-Preis für den besten Jungdarsteller wurde Toby Wallace ausgezeichnet, der in „Babyteeth“ der Australierin Shannon Murphy einen Drogensüchtigen spielt. Die deutsche Koproduktion „The Perfect Candidate“ der saudi-arabischen Regisseurin Haifaa Al Mansour ging leer aus.

Die Dokumentation „La mafia non è più quella di una volta“ des Italieners Franco Maresco bekam den Spezialpreis der Jury. 

In diesem Jahr konkurrierten im Wettbewerb 21 Beiträge um die Hauptpreise. Präsidentin der Jury war die argentinische Regisseurin Lucrecia Martel. Das Filmfest in Venedig ist das älteste der Welt.   


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