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In Locarno feierte das anspruchsvolle Kino einen Rundumerfolg
Kultur 18.08.2019 Aus unserem online-Archiv

In Locarno feierte das anspruchsvolle Kino einen Rundumerfolg

Das Filmfestival von Locarno ist stets ein Highlight für Cineasten.

In Locarno feierte das anspruchsvolle Kino einen Rundumerfolg

Das Filmfestival von Locarno ist stets ein Highlight für Cineasten.
Foto: dpa-tmn
Kultur 18.08.2019 Aus unserem online-Archiv

In Locarno feierte das anspruchsvolle Kino einen Rundumerfolg

Das Filmfestival von Locarno stärkt mit seinen Preisen klar das künstlerisch anspruchsvolle Kino. Der Goldene Leopard ging zu Recht nach Portugal. Der Spezialpreis der Jury ging an „Pa-go“ aus Südkorea.

(dpa) – Die Jury des 72. Internationalen Filmfestivals in Locarno hat mit allen Auszeichnungen klar für ein künstlerisch anspruchsvolles Kino votiert. Den Hauptpreis, den Goldenen Leoparden, hat, wie vielfach erwartet, der Spielfilm „Vitalina Varela“ des portugiesischen Regisseurs Pedro Costa gewonnen.

Er malt in seinem bildgewaltigen Epos das Porträt einer Frau von den Kapverdischen Inseln in einem Slum in Lissabon. Psychologisch fein ziseliert, dabei klar soziale Missstände aufdeckend, wird ihre Geschichte zur Metapher auf den fragilen Zustand der westlichen Welt.

Die Jury, in der auch die deutsche Regisseurin Valeska Grisebach mitgearbeitet hat, hat durchweg künstlerische Originalität, gepaart mit einem wachen Blick auf die Realität, belohnt.

Entsprechend wurden auch die Preise für das beste Schauspiel vergeben. Geehrt wurden die von den Kapverden stammende Vitalina Varela, die sich in dem nach ihr benannten Siegerfilm selbst spielt, und der Brasilianer Regis Myrupu als indigener Hafenarbeiter zwischen Ausgrenzung und Anpassung in der brasilianisch-französisch-deutschen Koproduktion „A Febre“ („Fieber“).

Großer Kunstwille prägt auch „Les enfants d’Isadora“ („Die Kinder von Isadora“). Der Franzose Damien Manivel erhielt dafür den Preis für die beste Regie. In dem oft dokumentarisch anmutenden Spielfilm erforscht er in lyrischen Episoden den emotionalen Reichtum der Tanzkunst.


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Der Spezialpreis der Jury ging an „Pa-go“ („Die Höhe der Welle“) aus Südkorea. Regisseur Park Jung-bum nutzt einen Krimi um einen Fall von sexuellem Missbrauch, um tief in die Abgründe einer allein auf Geld erpichten Gesellschaft zu blicken.

Der Publikumspreis ging völlig unerwartet an „Camille“ von Boris Lojkine (Frankreich). Er schildert das Schicksal der 2014 mit 26 Jahren im Bürgerkrieg in der Zentralafrikanischen Republik ums Leben gekommen Fotojournalistin Camille Lepage.

Mit dem Preis für dieses auf Tatsachen beruhende Drama hat auch das Publikum von der Piazza Grande - wie die Fachjury - das Locarno-Festival darin bestärkt, weiterhin höchst anspruchsvolle Filmkunst zu fördern. Gerade dieser Preis zeigt eindringlich, warum das im Vergleich zu Cannes, Berlin und Venedig eher kleine Filmfestival von Locarno - am Schweizer Ufer des Lago Maggiore - zu den wichtigsten der Welt gehört.    


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