Immaterielles Kulturerbe

Orgelbau, Pizzabacken, Dudelsackpfeifen

Foto: Unesco /

(KNA/dpa) - 33 Kulturformen werden neu in die Liste des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Die Internationale Liste des Immateriellen Kulturerbes umfasst demnach nun insgesamt 398 Formen des Könnens und Wissens aus aller Welt. Der zwischenstaatliche Ausschuss tagt noch bis Freitag im südkoreanischen Jeju. 

Unter den Neuaufnahmen ist die deutsche Nominierung "Orgelbau und Orgelmusik" - nach der Falknerei und der Genossenschaftsidee der dritte deutsche Eintrag auf der internationalen Liste. Außerdem neu aufgenommen werden unter anderem das indische "Krugfest" Kumbh Mela, die größte Versammlung von Pilgern auf der Erde, die Kunst des neapolitanischen Pizzabackens, "Pizzaiuolo" und die Basler Fastnacht

Aus den Niederlanden wurden die Wind- und Wassermühlen mitsamt dem Müllerhandwerk zum Immateriellen Kulturerbe erklärt, aus Portugal das Tonfiguren-Handwerk in Estremoz und aus Griechenland die musikalische Aufführungspraxis Rebetiko mit Gesang und Tanz. Auch das irische Dudelsackspiel „Uilleann Piping“ steht neu auf der Liste.

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Die Liste umfasst nach Angaben der deutschen Unesco-Kommission damit nun 398 traditionelle Fertigkeiten und Wissensformen. Sie soll die Vielfalt des immateriellen Kulturerbes weltweit abbilden. Neu eingetragen wurden beispielsweise auch das Reitspiel Chogān aus dem Iran, die Herstellung von Panama-Hüten, das traditionelle System der Wasserrichter von Corongo in Peru sowie die kulinarische Tradition Nsima in Malawi.

Dringend erhaltenswert: die türkische Pfeifsprache

Auf die Liste der dringend erhaltungsbedürftigen immateriellen Kulturerbes wurden sechs Kulturformen aufgenommen, darunter traditionelle Praktiken der Verehrung heiliger Stätten in der Mongolei und die türkische Pfeifsprache

Weltweit fördert die Unesco seit 2003 den Erhalt von Alltagskulturen und -traditionen. Das Verfahren für die Aufnahme in die Liste ist mehrstufig. Zunächst muss es eine Tradition ins nationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes schaffen. Im nächsten Schritt können dann Vorschläge für die weltweite Unesco-Liste eingereicht werden. 

Die Echternacher Springprozession ist seit 2010 Immaterielles Kulturerbe.