Hugh Laurie live: Ein gutes Rezept gegen akuten Blues-Mangel

Britischer Schauspieler und Musiker lud seine Patienten ins hauptstädtische Atelier

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(ham) - Dr. House bat am Sonntagabend zur Primetime in seine Praxis und knapp tausend Patienten waren seinem Ruf gefolgt. Ihre Diagnose: akuter Blues-Mangel. Ihr Kommen sollte sich lohnen. Denn auskuriert konnte das Publikum nach einer satten Portion Charme, Humor und natürlich deftiger Blues-Musik zu später Stunde wieder von dannen ziehen. 

Es kann nicht leicht sein für Hugh Laurie, immer wieder mit seinem Alter Ego, dem bestbekannten TV-Grantler Dr. Gregory House, in einen Topf geworfen zu werden. Da reist der britische Schauspieler, Comedian und Musiker nach Einstellung der US-amerikanischen Erfolgsserie mit einem richtig guten Blues-Album nach Luxemburg, und das Erste, was er aus dem Publikum vernimmt, ist ein verzückter "Dr. Hoouuuuse"-Schrei einer Verehrerin in der ersten Reihe. 

Charme, Humor und ungehöriges Talent

Doch Laurie nimmt es mit dem Humor, den er in den letzten Jahrzehnten immer wieder in Film, TV und im richtigen Leben unter Beweis zu stellen wusste: "Ich bin eigentlich kein richtiger Arzt", meinte der Brite trocken, aber schmunzelnd. "Wenn jemand umfällt: Ich bin nicht euer Mann!", warnte er das bunt gemischte Publikum, bevor er sich wieder seinem Flügel widmete, der inmitten der zum gemütlichen Wohnzimmer umfunktionierten Bühne thronte. 

Singende Schauspieler werden oft belächelt. Laurie darf man getrost aber einen schauspielernden Musiker nennen, haut er doch bereits seit seinem sechsten Lebensjahr in die Tasten. Gitarre, Saxophon, Drums und Harmonika gehören auch zu den Talenten des musikalischen Tausendsassas, der, kombiniert mit seiner unverkennbaren Stimme, im Atelier nicht nur den Blues-Mann mimte, sondern auch richtig lebte.