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Historiker Gilbert Trausch gestorben
Kultur 04.06.2018

Historiker Gilbert Trausch gestorben

Historiker Gilbert Trausch gestorben

Foto: Guy Jallay
Kultur 04.06.2018

Historiker Gilbert Trausch gestorben

Marc THILL
Marc THILL
Im Alter von 86 Jahren ist Gilbert Trausch gestorben. Er war ein Gelehrter im wahrsten Sinne des Wortes: Historiker, Professor, Direktor der Nationalbibliothek und Direktor des "Centre universitaire".

Der Historiker Gilbert Trausch ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Er war lange Jahre Direktor der Nationalbibliothek und Direktor des Centre universitaire de Luxembourg und galt vor allem über viele Jahre als der Nationalhistoriker des Landes, der zu den großen Feiern, wie etwa beim 150. Jubiläum der Unabhängigkeit, die Festreden hielt. Er hat zudem die Geschichte des Landes über die Landesgrenzen publik gemacht, dies vor allem durch fundierte Publikationen, die er in renommierten ausländischen Verlagshäusern publizierte.

Nach seinem Abitur am Lycée des Garçons auf Limpertsberg studierte Gilbert Trausch zunächst am damaligen "Cour supérieur" in Luxemburg, danach in Paris und in Exeter/Cornwall  Geschichte und englische Sprache. Er war Professor am Lycée des Garçons  von 1957 bis 1968, danach Leiter der Literatur-Abteilung der neu geschaffenen "Cours universitaires". Ab 1971 ließ er sich an Bibliotheken in Paris, Brüssel und Frankfurt weiterbilden, bevor er im April 1972 Direktor der Nationalbibliothek wurde. Dieses Amt übte er bis 1983 aus, und war danach von 1984 bis 1990 Direktor des "Centre universitaire de Luxembourg".

Gilbert Trausch war mit der 1995 verstorbenen Cathérine Bribet verheiratet und Vater von zwei Kindern, Véronique und François.

Im geistigen Sinne war er aber auch der Vater vieler wissenschaftlich begründeter Veröffentlichungen. 1976 erschien "La répression des soulèvements paysans de 1798 dans le département des forêts.", gefolgt von einer breitangelegten Studie zum Thema "Problèmes et structures agraires du passé". Seine zahlreichen Veröffentlichungen kreisten hauptsächlich um die folgenden drei Themen: der aufgeklärte Despotismus und die Französische Revolution; Agrarstrukturen vom 17. bis zum 20. Jahrhundert; die internationalen Beziehungen Luxemburgs im 19. und 20. Jahrhundert mit besonderer Berücksichtigung des Ersten Weltkrieges.

Außer dem bereits erwähnten Buch über den "Klëppelkrich" hat Gilbert Trausch u.a. folgende Bücher veröffentlicht: 1975 "Le Luxembourg à l'époque contemporaine"; 1977 "Le Luxembourg sous l'Ancien Régime"; 1978 "Joseph Bech. Un homme dans son siècle. Cinquante années d'histoire luxembourgeoise 1914-1964."


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